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Dee Calhoun: Go To The Devil

Deutlich düsterer und eindringlicher als der Vorgänger
Wertung: 9,5/10
Genre: Acoustic Rock, Doom Metal, Southern Rock, Blues
Spielzeit: 55:02
Release: 30.03.2018
Label: Argonauta Records

Lange hat‘s gedauert, immer wieder musste der Veröffentlichungstermin verschoben werden, Ende des Monats ist es endlich so weit: Das zweite Soloalbum von Doom-Sänger Dee Calhoun kommt endgültig auf den Markt; mit „Jesus, The Devil, The Deed“ wurde nicht nur eine Vorabsingle ausgekoppelt, der Track wurde außerdem auch kurzerhand zur sehr lesenswerten Kurzgeschichte verarbeitet. Jetzt hält man also quasi den Soundtrack zum Buch in Händen, wenn man so will.

Deutlich düsterer und auch wütender als noch bei der ersten Scheibe „Rotgut“ präsentiert sich Sänger, Gitarrist und Percussionist Dee hier, der basstechnisch erneut von seinem Iron Man-Kompagnon Lou Strachan unterstützt wird. Nach einigen Schicksalsschlägen, die das Jahr 2017 für Calhoun und auch seine Band bereit hielt, mutet „Go To The Devil“ beinah an wie ein akustisches Tagebuch – es wird berichtet vom zunehmenden Drogenmissbrauch in seiner Heimat („Dry Heaves & Needles“), Verflossene werden mit eigenen Songs bedacht („Bedevil Me“) und das unglaublich traurige „Your Face“ hilft hoffentlich dem Sänger, nach 17 Jahren mit dem Tod seiner kleinen Tochter abzuschließen.

„Go To The Devil“ mag mit seiner düsteren Americana-Attitüde zwar wie aus einem Guss erscheinen, es gibt aber natürlich dennoch einige Tracks, die positiv aus einem schon wirklich guten Album hervorgehen: Schon der Opener „Common Enemy“ hat einen aggressiven Unterton, kaum kann man glauben, dass der Allrounder sich auch das Gitarre spielen autodidaktisch beigebracht hat, so souverän haut der Mann in die Seiten. Getragen von dem immer klassisch-metallisch angelehnten Gesang mit viel Vibrato baut der Song schon zu Beginn der Platte ein ordentliches Adrenalinlevel auf.

Einen wahrhaft hypnotischen Rhythmus zaubert dann der Titeltrack der Platte, in Kombination mit dem teils gedoppelten Gesang entsteht eine bedrückende Atmosphäre, die aber nicht unbedingt verzweifelt anmutet, sondern eher kampflustig – so wie die meisten Tracks auf „Go To The Devil“. „The Ballad Of The Dixon Bridge“ hat dann durch die Gitarre und die Mundharmonika sogar ein ziemlich bluesiges Feeling, schwerfällig stampft der Track aber gleichzeitig nach vorne, sodass die Doom-Wurzeln des Musikers nicht zu überhören sind. Sicherlich eindringlichster Track der Platte ist aber das bereits erwähnte „Dry Heaves & Needles“, das Finale der Platte: Als Intro dient ein Original-Polizeianruf, der als einfache Ruhestörung durch eine Autohupe klassifiziert wird; vor Ort stellen die Beamten fest, dass die Hupe durch ein Kleinkind ausgelöst wird, dessen Eltern völlig zugedröhnt im Auto zusammengesackt sind. Entsprechendes Gänsehautfeeling baut sich schon in den ersten Sekunden auf, auch im Verlauf wird durch den leicht hallenden Gesang und die schleppende Gitarre ein eher tristes Bild gezeichnet.

War „Rotgut“ noch als Vorstellung des Musikers gedacht, bietet „Go To The Devil“ einen deutlich tieferen Einblick in Calhouns Gefühlswelt und auch die musikalischen Einflüsse scheinen vielschichtiger. Wem die erste Platte ein bisschen zu rockig ausfiel, der wird sich mit den sehr viel dunkleren Songs der neuen Scheibe vielleicht eher anfreunden können. Qualitativ kann dem Duo jedenfalls keiner was vormachen – die Zählerzahl steigt sogar um eine Winzigkeit.

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