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Dedicted: Argonauts

Ganz gutes Debüt, aber da ist mehr drin
Wertung: 6.5/10
Genre: Progressive, Thrash, Death Metal
Spielzeit: 41:52
Release: 15.04.2008
Label: Shiver Records

Nach etlichen Demos und bereits mehrjähriger Existenz kann die belgische Formation Dedicted mit „Argonauts“ nun endlich das erste Full Length-Album vorlegen. Der Titel ist der Argonautensage aus der griechischen Mythologie entnommen; des weiteren bezieht man sich auf das Narrenschiff, das mit angeblich Verrückten an Bord, die von den Städten ferngehalten werden sollten, im Mittelalter durch europäische Gewässer geschippert sein soll. Textlich sicherlich eine ganz interessante Thematik, auf jeden Fall mal was anderes als das, was man sonst im extremen Bereich so zu hören bekommt.

Musikalisch dagegen hat man sich dem mit progressiven Elementen angereicherten Thrash bzw. Death Metal verschrieben; man setzt auf vertrackte Rhythmik und das bekannte Wechselspiel zwischen extremem und cleanem Gesang, wobei der Drummer interessanterweise den Part der melodischen Vocals übernommen hat.

Was die progressiven Elemente angeht, lassen sich ganz eindeutig Parallelen zu Meshuggah ausmachen, was natürlich wiederum bedeutet, dass es sich hier um eine CD handelt, bei der ein Durchlauf nicht ausreichen wird, um sämtliche Songstrukturen zu erfassen. Schräge Riffs, krumme Takte, Breaks und Tempowechsel sind en masse vorhanden und der geneigte Hörer mag zunächst durchaus das Gefühl haben, dass hier alles gleich klingt – mir ging es ehrlich gesagt nicht anders, zumal die Klampfen eigentlich durch die Bank heruntergestimmt sind und man dies durch exzessives Riffing im Tieftonbereich äußerst gerne unter Beweis stellt.

Doch nach und nach offenbaren sich die Songstrukturen und Details wie dezent eingebaute, atmosphärische Keyboardsounds, Samples und Gitarrenfills und mit „The Parthologically Grandiose Megalomaniacs“ ist außerdem sogar ein Stück enthalten, welches eventuell sogar bereits nach dem ersten Hören hängenbleibt.

Technisch gibt es hier ohnehin nichts auszusetzen (was bei einer Band, die – zumindest in rhythmischer Hinsicht – den Anspruch an sich selbst stellt, progressive Musik zu machen, noch dazu mit so eindeutigen Referenzen Richtung Meshuggah, nicht verwunderlich sein sollte); was allerdings noch ausbaufähig wäre, ist der Gesang. Die teilweise an Shagrath von Dimmu Borgir erinnernden Vocals von Frontmann Mehdi muten mitunter etwas eintönig an (die Band hat sich mittlerweile allerdings von ihm getrennt und ist auf der Suche nach einem neuen Sänger) und sind sicherlich verbesserungswürdig und auch der cleane Gesang, der grundsätzlich recht effektiv eingesetzt wurde, könnte noch etwas abwechslungsreicher und emotionaler sein.

Auch in Sachen Songwriting könnte man durchaus auf etwas mehr Abwechslung setzen – wie gesagt, man braucht für diese Art Musik zwar grundsätzlich mehrere Durchgänge, aber ein bisschen mehr Innovation und Kreativität, was die Auswahl an Akkorden angeht, darf es dann doch schon sein und nicht permanentes Schrubben auf Akkorden irgendwo unter dem tiefen E.

Das Fazit fällt also zwiespältig aus: Potenzial ist zweifelsohne vorhanden, Dedicted sollten aber wie erwähnt zusehen, dass sie noch etwas mehr Abwechslung in ihr Songwriting bringen und außerdem – wenn sie sich denn schon mal auf der Suche nach einem neuen Frontmann befinden – auf variablere Vocals setzen. Wenn man diese Punkte umsetzen kann, hat diese Band aber bestimmt eine Zukunft.

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