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December Flower: When All Life Ends...

Klassischer Melodic Death Metal vom Feinsten!
Wertung: 9/10
Genre: Melodic Death Metal
Spielzeit: 40:18
Release: 02.12.2011
Label: Cyclone Empire

Als December Flower 2008 ihr Demo "Moloch" veröffentlichten, heimste die Band mit ihrem rauem Melodic Death Metal in traditionellem Gewand ordentlich Lorbeeren in der Szene ein, trotz der platten Eigenproduktion. Vier Jahre später haben es die niedersächsischen Vertreter des Old-School-Melo-Deaths auf ihr erstes Full-Length-Album gebracht, das unter dem Titel "When All Life Ends..." via Cyclone Empire erscheint. Die aus der ehemaligen Chronicle Of Tyrants-Besetzung hervorgegangene Truppe trotzt dem zeitgemäßen Standard und bezeichnt ihre Platte selbst als anachronistisches Werk in der heutigen Szene, die voll mit stumpfsinnigem und dürftigem Wannabe-Okkult-Death-Metal ist. Wenn der Bandname (angelehnt an den gleichnamigen In Flames-Klassiker) nicht schon oldschool genug ist, dann ist es auf jeden Fall die Musik, die die fünf Recken hier auftischen.

Begrüßt wird der freudige Hörer von einem herrlich heroisch klingenden Intro namens "Invasion", das mit schweren Gitarren und schleppenden Drums im Zeitgeist der Neunziger fast schon nostalgische Sehnsucht erweckt. Diese Empfindung wird noch verstärkt, sobald das Intro ohne Umschweife in den ersten Track "The Apprentice" überleitet, der einem epische Riffs, wunderbare Vocals und preschende Blastbeats um die Ohren donnert. So gestalten sich auch die weiteren Tracks, denn genau wie auf "Moloch" gehen December Flower keine Kompromisse ein und liefern klassischen und knallhart melodischen Death Metal in flottem Tempo, schön schlicht gehalten und ohne kitschige oder weichgespülte Ausflüchte in moderne Genres. Zudem verfolgt die Band weiterhin unbeirrt ihren Weg und scheint glücklicherweise nach wie vor eher Wert auf Atmosphäre und Authentizität als auf moderne Spielereien wie Keyboards, Cleangesänge oder den sonstig üblichen Schnickschnack zu legen, wie es ja in der Szene leider üblich geworden ist. "When All Life Ends..." wird seinem Namen nämlich vollends gerecht, indem es mit einer allgegenwärtigen melancholisch bis apokalyptischen Stimmung aufwartet, die die Niedersachen wunderbar zum Ausdruck bringen.

Sei es der wuchtige Stampfer "Aeon", das düstere "As Darkness Reigns" oder das pfeilschnelle "Despise Your Life", hier werden ganz nach Marnier von Szene-Alteisen wie Dark Tranquillity, Dismember oder At The Gates der Tradiotion nach erhabene Melodien und fette Riffs mit preschenden Drums gepaart und dazu mit den tiefen Grows von Frontmann Manuel versehen.Immer wieder wird man an Melo-Death-Klassiker wie "Ancient God Of Evil" von Unanimated oder den legendären In Flames-Erstling "Lunar Strain" erinnert, hier und da lässt die Band sogar ein paar Kalmah- und Suidakra-Einflüsse durchblitzen. Das soll aber keinesfalls heißen, dass die Musik abgekupfert klingt, im Gegenteil, die Band schafft es, diese Einflüsse gekonnt zu kombinieren und mit ihrer ganz eigenen Note zu versehen, sodass der unverkennbare Stil von December Flower entsteht. Ein weiteres Highlight für den geneigten Hörer bietet das Instrumental-Intermezzo "Dying Sun", das besinnlich auf der Akustikgitarre gespielt wird und an Tracks wie "Hårgalåten" oder "Rase Of Taliesin" erinnert. Genau schön wie das Ganze begonnen hat, schließt sich der Kreis letztendlich mit dem melancholischen, langsam ausklingenden Outro namens "The Fountain".

Der Sound der Platte klingt zwar sehr gewaltig und druckvoll, ist aber auch ein wenig dumpf und unpräzise geraten, was sich allerdings wieder dadurch erklären lässt, dass die Band das gesamte Album im Alleingang in ihrem Proberaum aufgenommen, produziert und gemixt hat. Das Resultat lässt dementsprechend noch ein wenig zu wünschen übrig und klingt relativ roh, doch gerade der organische Sound macht das Ganze noch authentischer und glaubwürdiger.

Das ist traumhaft, was die Jungs hier auf die Platte gezimmert haben, wo sonst werden die Anfänge und eigentlichen Wurzeln des Melo Deaths so authentisch dargeboten und alten Szenegrößen nachgeeifert wie auf "When All Life Ends...". Melodic Death Metal wie er im Buche steht, so wie er begonnen hat und wie er auch heute noch sein sollte! December Flower bleiben sich selbst treu und verfolgen weiterhin ihren Weg, den sie 2007 eingeschlagen haben, auf dem Weg den Melodic Death Metal von Gift und Sudeleien zu reinigen und wieder auf den Pfad der Tugend zu führen, zurück zu den Göteburg-Wurzeln, dort wo er hingehört. Es gibt wirklich nichts an der Platte auszusetzen und um ehrlich zu sein war auch nichts anderes zu erwarten nach der Glanzleistung auf der "Moloch"-Demo von 2008, die schon voll und ganz überzeugen konnte. Einzig schade ist, dass es außer "Despise Your Life" keiner der Tracks von "Moloch" auf die Debütscheibe geschafft hat, denn da waren so einige Schmankerle dabei. Aber hoffentlich lassen sich zukünftig ein paar davon noch in den Live-Setlists der Truppe wiederfinden.

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