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Debauchery: Germany’s Next Death Metal

Die Kriegsmaschine rollt wieder
Wertung: 8.5/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 46:39
Release: 25.03.2011
Label: AFM Records

Die letzte Veröffentlichung von Debauchery stammt aus dem Jahr 2009: „Rockers And War“ stellte die bis dahin größte Weiterentwicklung des Debauchery-Sounds dar. Bis dahin. Mit dem ironischen Titel „Germany’s Next Death Metal“ geschmückt, erscheint nun das siebte Werk des Blood Gods.

Der Stil von Debauchery hat sich noch weiter gefestigt und kapselt sich noch weiter von allen anderen Bands ab, immer mehr kommen auch Hard Rock Einflüsse ins Spiel. Thomas Gurrath, bekennender AC/DC-Fan, beschäftigt sich ja neben Debauchery auch noch mit seiner Hard Rock Band Big Ball, von der er anscheinend immer mehr Einflüsse mit nach Debauchery bringt. So sind sämtliche Songs extrem groovig ausgefallen, selbst die Thrash-lastigen Stücke können sich eines gewissen Grooves nicht erwehren.

Das Album hat einen klaren, mit brillanten Höhen ausgestatteten Sound erhalten, der im Bassbereich mächtig drückt. In erster Linie ergibt sich daraus ein geiler Bassdrumsound mit viel Wums und einem sehr schönen Klick. Die Gitarren sind schön in den Mitten gehalten und die Gesangsspuren klingen im Vordergrund, ohne aufdringlich zu werden. Ein klassischer Metal- oder auch Rock ’n’ Roll-Sound, der nichts an seiner Aktualität verloren hat.

Textlich geht Thomas Gurrath ins Gericht mit den Medien ("Germany’s next Death Metal"), prangert Missstände bei der Tierhaltung an ("Animal Holocaust") und arbeitet einen Amoklauf auf ("School Shooter"). Neben der selbstironischen Inszenierung als Blood God beweist sich der Debauchery-Kopf als interessierter Zeitgenosse, der zu seiner Meinung steht und Stellung bezieht.

Kurz zusammenfassen kann man die Musik auf „Germany’s Next Death Metal“ kaum - zu viele Stile werden mit in den Songs aufgenommen. Den Großteil machen natürlich der Death Metal und der Hard Rock aus. Doch auch der Thrash Metal dringt immer wieder durch und Einflüsse des klassischen Heavy Metal sind auch integriert. Und unter all diesen Elementen schwelgt der tragende Groove, der sich zum Markenzeichen der Band zu entwickeln scheint. Um einen Film zu zitieren: Hütet euch vor dem Groove! ("Ein Königreich für ein Lama").

Herausragende Songs gibt es auf „Germany’s Next Death Metal“ einige. Der Grooverocklastige Opener „The Unbroken“ wäre der absolute Sondtrack für einen Endzeitwestern. Der Titel rockt wie die Hölle und strahlt dabei eine Coolness aus, dass die Kakteen in der Wüste frieren würden. Der Titel „Warmachines At War“ schlägt eine ganz andere Richtung ein. Straighter Metal formiert sich hier zu einer Macht; der Titel klingt fast schon nach Six Feet Under. Das gleiche gilt auch für „Animal Holocaust“, wobei dieser Titel sehr viel schneller ausgelegt ist als der Vorgänger. Der Titeltrack der CD bietet vor allem eines: Groove bis zum Umfallen - sogar der Refrain besteht aus einer groovigen Hookline, die sich sofort ins Gehirn bohrt.

Man darf Debauchery nicht todernst nehmen, das Album trieft vor Selbstironie. Trotzdem gibt es auf „Germany’s next Death Metal“ Songs, die mit Sicherheit ernst gemeint sind - „Animal Holocaust“ nur als Beispiel.

Das Album ist ausgewogen und lässt sich ohne Probleme von vorne bis hinten durchhören. Für einen jeden Fan der Band ist die Platte ein Muss, doch auch alle, die auf die härtere Gangart stehen, sollten mal reinhören, hier gibt es einige Perlen zu entdecken.

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