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Deathbound: Non Compos Mentis

Eine anstrengende Platte, die trotzdem Lob verdient
Wertung: 7/10
Genre: Death Metal, Grindcore
Spielzeit: 30:45
Release: 29.01.2010
Label: Dynamic Arts Records

Der Titel der neuen Deathbound-Platte bedeutet soviel wie „unzurechnungsfähig“ – eine glatte Lüge, wenn man sich das Album angehört hat, die drei Finnen wissen nämlich sehr genau was sie tun. Das Ergebnis sind gezerrte Nacken, verfilzte Haare und blaue Flecken, denn „Non Compos Mentis“ haut nicht nur in bester Grindcore-Manier dort zu, wo der Schmerz am größten ist, sondern ballert dem Zuhörer innerhalb von nur einer halben Stunde 14 knallharte Songs um die Ohren.

Die Band selbst gibt es eigentlich schon seit Mitte der Neunziger Jahre, anfangs unter dem Namen Twilight, dann trieb das Trio als Unbound sein Unwesen in der finnischen Death Metal-Szene. Unter ihrem aktuellen Namen schaffte die Gruppe es endlich, 2003 ihr erstes Album aufzunehmen, schmiss zwei Jahre später direkt noch ein zweites hinterher und machte sich dann auf, mit den Kollegen von Cult Of Luna und Dismember die große weite Welt zu erkunden. Ein weites Album später – „We Deserve Much Worse“ im Jahr 2007 – steht nun der vierte Longplayer des Trios in den Regalen und harrt der Dinge, die da kommen.

Und es kommen gewaltige Dinge auf uns zu! Dass Grindcore und Death Metal eine fiese Mischung sind, muss nicht erst bewiesen werden, aber die Herren von Deathbound erinnern uns doch zu gerne noch mal an diese unumstößliche Tatsache. Gleich der Opener „I Hate Them Still“ ist mit sage und schreibe drei Minuten der absolut längste Song der ganzen Platte – Sänger Kai growlt hasserfüllt vor sich hin, hält sich aber von allzu deutlichen stimmlichen Experimenten fern. „The Wave Called Misery“ walzt ebenso über unsere Köpfe hinweg, bietet nun aber neben den tiefen Growls auch noch das Death-typische Gekeife, das immer klingt, als würde derjenige Rasierklingen kotzen.

Dass der Herr aber noch einiges mehr draufhat, zeigt sich bei „Free Shackles For Everyone“, in dem die gesamte Bandbreite der im Grindcore bzw. Death Metal bekannten Gesangsmöglichkeiten ausgenutzt wird – und der Mann kann was! Was nichts an der Tatsache ändert, dass es enorm anstrengend ist, der Band zuzuhören. Endgültig geplättet wird man bei „A Reason For Your Fight“, einem ultraschnellen Grindbrocken, der vor allem im Refrain ein absolutes Chaos verbreitet und bei dem man sich einen Mosh nicht mal vorstellen will. Auch „When The Seas Are Boiling“ verpasst wieder einen heftigen Faustschlag in den Magen, Kai überschlägt sich mit der Kombination aus Grind-Grunts und heiserem, Pig Squeal-ähnlichem Gekrächze beinah und die Drums halten natürlich mit.

Da es viel heftiger kaum noch geht, treten die drei Herren erstmal ein wenig auf die Bremse und starten das etwas schleppende „The Blues Of A Dying Man“ ungewohnt langsam – zumindest für Grindcore-Verhältnisse – bevor die Drums wieder mit schwindelerregender Geschwindigkeit losballern. Man möchte kaum glauben, dass hier nur ein einziger Sänger am Werke ist; bevor man sich über diese Tatsache allerdings noch großartig wundern kann, walzt der Rausschmeißer „A Need To Survive“ auch die letzten Überlebenden nieder, die Drums überholen sich wieder mal selbst und das Ganze klingt ruhig mit einem gesprochenen Intro aus.

Wenn man sich von dem Ohrenklingeln wieder halbwegs erholt hat, kann man nur ein einziges Fazit ziehen: Heftig, heftiger, Deathbound. Das Trio knallt dem Hörer hier derartig erbarmungslos seine Songs um die Ohren, dass es fast schon ein wenig zuviel des Guten ist. Zur Mitte der Platte hin hält die Montonie Einzug, bevor es am Ende nochmal richtig losgeht. Nichtsdestotrotz eine derbe Deathgrind-Platte, die sich Fans des Genres unbedingt mal zu Gemüte führen sollten.

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