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Death: Vivus

Halbherziger und überflüssiger Re-Release
keine Wertung
Genre: Death Metal
Spielzeit: 128:23
Release: 28.02.2012
Label: Relapse Records

Die anfängliche Euphorie über die letzte Death-Veröffentlichung weicht schnell einer nüchternen Bilanzierung und der Frage, warum denn nur dieses Release jetzt erscheint, denn auch „Vivus“ wird den 13. Dezember 2001 einem Krebsleiden erlegenen Evil Chuck nicht wieder zurückbringen. Vor allem: „Vivus“ ist nur eine Neuauflage im Doppelpack, denn die beiden CDs wurden schon 2001 unter den Titeln „Live in L.A. (Death & Raw)“ und „Live in Eindhoven '98“ als Live-CD und -DVD veröffentlicht, um einen Beitrag für die immens aufgelaufenen Kosten wegen der Operationen und medikamentösen Behandlungen von Chuck selbst zusammenzutragen.

Nun denn, mosern hilft jetzt auch nicht weiter, zumal die CD ja hier liegt und natürlich vor Klassikern nur so strotzt, vor allem bei der Meisterhymne „Zombie Ritual“ kann man doch immer wieder steil gehen (die Recklinghauser Sabiendas spielen davon übrigens immer wieder live eine voll fette Coverversion, wie sie kaum eine andere Band hinbekommt). Klar könnte man hier eine famose Diskussion starten, welch genialer Musiker doch der gute Chuck war, und nicht nur Death-Heads können mit dem Begriff Death etwas anfangen – genreübergreifend kann man nur unterstreichen, dass wohl kaum eine andere Todesseele so viel Einfluss auf die Entwicklung einer ganzen Szene genommen hat – was Ronnie James DIO für den Heavy Metal war, ist Chuck halt für die extremeren Spielarten gewesen.

Die Setlisten beider CDs sind fast deckungsgleich, was ja jetzt auch nicht verwunderlich ist, stammen beide Live-Aufnahmen doch aus dem Jahre 1998. Die Songsauswahl kann da durchaus als „Best Of“ einer sehr innovativen Band angesehen werden, warum Chuck und seine Mitstreiter aber auf Material von der „Spiritual Healing“-Phase verzichtet haben, wird wohl für ewig ein Geheimnis bleiben. Deutlicher wird allerdings der Unterschied im Sound, denn während man bei dem L.A.-Mitschnitt noch gerade so ein Auge zudrücken kann und der Daumen auf Halbmast rumhängt, so fällt dann die Eindhoven-Show soundtechnisch nur eine Spur nach hinten ab.

Und so kommen wir eigentlich auch schnell wieder zu der Einleitung und der Ernüchterung, denn es will sich einfach nicht erschließen, warum hier das Erbe von Death eine Revitalisierung genießen soll, wobei ganz offensichtlich nicht versucht wurde, den Soundstandard des 2001er Releases aufzuhübschen. Und wie das angeblich prall gefüllte Booklet mit entsprechenden Liner-Notes in Wirklichkeit aussieht, kann hier nicht annähernd besprochen werden, liegen der Promo noch nicht einmal irgendwelche Bilddateien bei.

So bleibt eben ein bitterer Beigeschmack eines Re-Releases, der einmal mehr Zündstoff für die Diskussion über den anhaltenden Wiederveröffentlichungswahn bietet. Natürlich ist die Leistung dieser Truppe einfach nur anzuerkennen, aber „Vivus“ ist ganz sicher nicht der geeignete Schachzug – Chuck, reg dich nicht auf und bleib still liegen, die Death-Fans werden schon selbst blicken, dass hier nur eine schmale Mogelpackung vorliegt.

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