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Death In June: But, What Ends When The Symbols Shatter?

Wie üblich kontrovers
Wertung: 7.5/10
Genre: Neo Folk
Spielzeit: 46:19
Release: 01.01.1992
Label: Soleilmoon Recordings

Sich über die im Jahre 1978 von Douglas Pearce gegründete Formation Death in June zu äußern ist mitunter. nicht immer einfach, da letztendlich auch sehr viel Raum für Spekulationen geboten wird, was die Texte und das martialische Bühnenoutfit der Musiker angeht. Death in June wird nicht unbegründet nachgesagt sich in einer Art Grauzone zu befinden. Eine Grauzone, die inhaltlich zwischen völlig deprimierten und desillusionierten Texten schwankt und zugleich aber auch gerade im vorliegenden Werk sehr anbiedernd wirkt, was Grundthemen wie „Ehre und Kameradschaft“ angeht.

Überbewerten sollte man dies allerdings nicht unbedingt, da der Spagat zwischen desillusioniert und anbiedernd zwar schmal ist, aber in jenem Falle nicht in sich zusammenbricht. Death in June mussten sich nicht völlig unbegründeter Weise oft den Vorwurf gefallen lassen, rechtes Gedankengut auf (ziemlich) subtile Art zu vermitteln. Setzt man sich aber mal genauer mit der Band und ihren Gesamtkontext an Musik und Show auseinander, so bekommt dieser gerade erwähnte Vorwurf doch deutliche und tiefe Risse: Death in June ist textlich eher im Bereich der frustrierten Linken angesiedelt, ohne jemals aber zugleich Stellung zu irgendeiner Gesinnung zu nehmen.

Hinzu kommt auch für viele noch die leicht verstörende Tatsache, dass Death in June mit dem vorliegenden Album “But, What Ends When The Symbols Shatter?“, musikalisch nun komplett in der sehr zugänglichen Abteilung des Neo Folks anzusiedeln ist (also lediglich in diesem Falle eine reine Akustikgitarre, untermalt mit Douglas Pearces sehr beruhigendem Gesang, was doch sehr schnell eine idyllische Lagerfeuerstimmung aufkommen lässt).

Death in June kann man einerseits versöhnliches, wie aber auch provokantes unterstellen. Die Wahrheit liegt allerdings wie meistens immer irgendwo dazwischen und lässt viel Raum für persönliche Spekulationen und Interpretationsspielraum. Dies mag sicherlich auch m.u. der Grund sein, wieso jene Combo auch in der Gothic Szene nicht ganz unumstritten ist und für einigen Diskussionsstoff sorgt.

Zugleich erkennt man aber auch hier wieder, WIE sehr die Musik und ihre Botschaften Anklang in dieser Szene finden (vor allem wenn die passende und hypnotisch-beruhigende Musikuntermalung stimmt, wie es hier der Fall ist). Als Beispiel seien hier an dieser Stelle die beiden m.u. wohl bekanntesten Death in June Stücke angesprochen, welche (ob man es nun zugeben möchte oder nicht) allgemein recht großen Anklang in der Schwarzen Szene finden. In diesem Falle wären das die Lieder “Little Black Angel“ und besagtes Titelstück “But, What Ends When The Symbols Shatter?“

Jenes “Little Black Angel“ ist eine sehr einfühlsame, atmosphärische und eingängige Ballade. Textlich geht es im übertragenen Sinne darum, seinen „inneren Frieden“ zu finden und nach seiner Facette glücklich zu werden... Sollte dies aber nicht möglich sein und somit alle Bemühungen und Bestreben misslingen, kann einen nur noch der eigene und selbst auferlegte Abgang von dieser Welt die finale „Erlösung“ bringen (was man aber wiederum nicht hofft und deswegen auch weiter seinen Weg geht, egal wie er erstmals aussehen mag).

“But, What Ends When The Symbols Shatter?“ ist in mehrfacher Hinsicht als symbolische Bildsprache zu verstehen, die da lautet: Was passiert, wenn alles, an das man bisher geglaubt und nach dem man gelebt hat, urplötzlich in die Brüche geht und sich als eine große Illusion und demütigende Farce entpuppt? Gedanken, Träume, Wünsche und Vorstellungen mit einem Schlage zunichte gemacht werden und unwiederbringlich in den Äther der Vergangenheit und des Vergessens gezogen werden?

Dies alles sind Sinnesfragen und Ängste, die (bewusst oder unbewusst) jeder von uns in sich trägt und sich zugleich jeder wünscht, er möge doch nie in diese entlarvende Situation kommen, in der sich sein selbst eingeschlagener Lebensweg als Enttäuschung oder gar (im schlimmsten Falle) als komplette Lebenslüge enttarnt...

Ein Fazit, das im Grunde eigentlich gar keines ist: Death in June hatte und haben immer noch ihre musikalische Berechtigung auf diesem Planeten. Ob und wie man allerdings für sich selbst damit umgeht, muss einem selbst überlassen bleiben. Eine vorschnelle und allzu eilige Vorverurteilung sollte man sich allerdings sparen und einfach mal selber in aller Ruhe in sich hinein hören, ohne dass man gleich Angst haben muss, in eine „Sinneskrise“ zu verfallen.

Es ist nicht alles Gold, was glänzt... So ist auch nicht alles gut, was Death in June von sich geben. Aber es ist genauso wenig gleich alles schlecht, was sie zu Papier bringen. Dem sollte man sich ruhig bewusst sein und vielleicht auch nicht sofort alles überbewerten oder gar an den Pranger stellen, was man bis dato so über diese Band gehört hat.

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