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Death Angel: The Dream Calls For Blood

Tödliche Mischung aus pfeilschnellen Riffs und markerschütternden Schreien
Wertung: 8,5/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 47:32
Release: 11.10.2013
Label: Nuclear Blast

Vor gut neun Jahren – Death Angel betraten gerade erst wieder mit „The Art Of Dying“ die musikalische Bühne – kam es zu einem unvergleichlich kleinen, aber trotzdem immens intensiven Zwischenfall. Das Rage Against Racism in Duisburg steckte noch in den Kinderschuhen, während der Aufbauarbeiten und dem Anzapfen der ersten Biere wummerte oben erwähntes Comeback-Album aus den mächtigen Boxen und schnell standen zehn HelferInnen dort und schüttelten die Matten, was das Zeug hielt. Nun, mit dem Blick rückwärts verbindet vielleicht nicht jeder das ganz große Todesengel-Gefühl, aber Death Angel haben damals im kleinen Rahmen genau das gemacht, was auch heute gilt: Sie wissen einfach spontan zu begeistern.

Drei Jahre nach dem immens guten „Relentless Retribution“ liegt nun also der blutige Traumwunsch vor, und eines kann man den San-Francisco-Thrashern direkt attestieren: Sie können noch immer spontan begeistern. Natürlich, ein paar kleine Abstriche muss man anno 2013 schon machen, denn den Old-School-Fans wird es immer nach einer Mischung aus den ersten drei Scheibletten gieren, was Death Angel auch versuchen hinzubekommen, trotzdem aber bemüht sind zu verdeutlichen, dass moderne Einflüsse nicht tabu sein müssen.

Übrig bleibt aber ein richtig fettes Thrash-Album, wo der Fan sich gerne seinem Ohrenbluten hingibt und locker über die sehr kurz gehaltenen Ausruhmöglichkeiten hinwegbangt. Speed ist Trumpf, dabei darf man sich bei Death Angel aber wie gewohnt vom stumpfen Ballern verabschieden, denn selbst hier bauen sie genügend Abwechslung ein. Allein das schon aus dem Rahmen fallende „Detonate“ ist mehr im Midtempo verhaftet und glänzt mit reichlich angestauten Emotionen, dazu gesellt sich dann auch gerne das mit traumwandlerischen Rhythmuswechseln bereicherte „Succubus“, ein Track, der eine herrliche Leichtigkeit ausstrahlt und doch so unendlich viel Arbeit macht, damit der leicht schräge Touch, der nicht annähernd so fies wie bei Voivod ist, sich auch nicht wirklich schräg anhört.

Ansonsten gibt es wie bei „Fallen“ die volle Death-Angel-Kost mit einem nahezu perfekten Thrash-Refrain: Auf den Punkt, heftig und mitsingbar, vor allem wenn durch die Backgroundshouts einfach noch ein bisschen mehr Aggression eingebaut wird und dazu das  wohl beste Gitarrensolo des Albums den Track verfeinert. Auch wenn „Execution/ Don’t Save Us“ mit dem ruhigen Anfang der Akustikklampfen für fast siebzig Sekunden etwas anderes suggeriert, so ist man schon etwas vom typischen Hochgeschwindigkeitsthrasher aus der Death-Angel-Feder überrascht, der dann aber statt nur auf nach vorn treibendes Geballer eher auf Midtempo setzt. Auch der Opener „Left For Dead“ setzt erst kurz auf ein akustisches Klampfenintro, kracht mit Volldampf durch die Eingangspforte, enthält ein paar gesprochene Passagen zur Begrüßung, dazu ein paar kurz gehalten Midtempofloskeln – und gut ist. Ein für Albumverhältnisse fast schon doomiger Start legt dann „Son Of The Morning“ hin, bevor Marks slayeresker Schrei den davonpreschenden Startschuss markiert. Überhaupt, allein durch Oseguedas Gesangsleistung ist wiederholt ein hoher Wiedererkennungswert gegeben, denn Mark hebt sich locker vom sonstigen Szenegebrüll ab und sorgt für eine durchweg eigene Identität.

Nicht-Thrasher werden natürlich abwinken und in den Raum werfen, dass ein wenig mehr Abwechslung gut getan hätte. Death Angel-Fans aber bekommen auf „The Dream Calls For Blood“ eine tödliche Mischung aus pfeilschnellen Riffs und markerschütternden Schreien serviert. Mit dieser Leistung sind die San-Francisco-Herren ganz sicher nicht abzuschreiben.

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