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Death Angel: Relentless Retribution

Alles in allem etwas komplexer als zuletzt, aber in jedem Fall erneut eine wirklich starke Scheibe aus dem Hause Death Angel
Wertung: 8.5/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 56:40
Release: 03.09.2010
Label: Nuclear Blast

Death Angel standen immer ein wenig im Schatten der großen Bands des Thrash, Metallica, Slayer, Megadeth, Anthrax und Testament, obwohl der Fünfer wie die meisten der genannten Gruppen ebenfalls aus der berühmten Bay Area stammt, atemberaubende technische Fähigkeiten besitzt und Ende der Achtziger mit „The Ulta-Violence“, „Frolic Through The Park“ und „Act III“ drei bärenstarke Alben veröffentlichte.

Ein Busunglück, bei dem sich der damalige Drummer Andy Galeon schwer verletzte und mangelnder Label-Support führten 1991 schließlich zur Auflösung der Band, die somit leider nie den Status erreichte, den sie verdient gehabt hätte. Zehn Jahre später jedoch erklärte das philippinisch-amerikanische Quintett in leicht veränderter Besetzung sein Comeback und meldete sich schließlich mit der ausgezeichneten Platte „The Art Of Dying“ zurück, dem 2008 wiederum das nicht ganz so starke, aber immer noch gute „Killing Season“ folgte.

Nun also liegt mit „Relentless Retribution“ die insgesamt sechste Studioscheibe vor, und dass Death Angel mittlerweile bei Nuclear Blast (dies allerdings bereits seit „The Art Of Dying“) unter Vertrag stehen, zeigt, dass die Combo, wenngleich sie auch immer noch längst nicht so groß ist wie die oben genannten Acts, inzwischen doch etwas mehr Aufmerksamkeit erlangen konnte. Und auf dem zwölf Tracks starken Album beweisen die Jungs, dass mit ihnen nach wie vor zu rechnen ist. „Relentless Retribution“ ist produktionstechnisch eindeutig besser ausgefallen als sein direkter Vorgänger, der etwas dumpf tönte, und auch die Genre-fremden Elemente, die die Todesengel so eigenständig machen, sind hier und da wieder zu finden.

Zunächst aber geht es mit dem Fast-Titelstück „Relentless Revolution“ recht traditionell los; bei den im Chorus gebrüllten Worten „relentless revolution, join us or step aside“ hat man die bei Konzerten in die Luft gereckten Fäuste förmlich schon vor Augen, wobei ich persönlich den Eindruck habe, dass der Song als Opener irgendwie nicht so glücklich gewählt ist, da er sich ausschließlich in Midtempo-Regionen aufhält – ein schneller Nackenbrecher wäre bei einer Thrash-Band, die Death Angel nun einmal ist, vielleicht angebrachter gewesen.

Dennoch zweifellos eine gute Nummer, bei der gleich auffällt, dass Mark Osegueda wesentlich aggressiver shoutet als zuletzt, was zu der transparenteren Produktion im Gegensatz zu „Killing Seasons“ allerdings wirklich gut passt. Genauso angepisst klingt der Frontmann auch bei den folgenden Stücken, wobei der zweite Track „Claws In So Deep“ gleich eines jener Stücke darstellt, bei denen die Band ihre bereits erwähnte Experimentierfreudigkeit unter Beweis stellt. Zunächst einmal werden hier im Chorus klare Vocals verwendet, die sich erstaunlich gut als Kontrast zu Oseguedas Kreischen machen – hier können sich alle Core-Bands eine Scheibe abschneiden, wie man unaufdringlich den Wechsel zwischen aggressivem und moderatem Gesang zelebriert. Auch sonst gibt es hier etliche komplexe Rhythmuswechsel und zum Ende hin Flamenco-artige Gitarren zu hören, die sich nach einer kleinen Eingewöhnungsphase als ganz hervorragend erweisen und gut an das eigentliche Stück angefügt wurden.

Insgesamt ist das Material ziemlich komplex ausgefallen: „Truce“ und das finale „Where They Lay“ sind im Prinzip die einzigen, wirklich straighten, pfeilschnellen Thrash-Abrissbirnen geworden – selbst „River Of Rapture“ und „I Chose The Sky“, die ebenfalls zum Großteil im Uptempo angesiedelt sind, besitzen jede Menge Breaks beziehungsweise melodische Einsprengsel (treten aber trotzdem amtlich in die Fresse), was für Midtempo-Groover wie „Absence Of Light“ (sehr komplex und anfangs sicher nicht leicht verdaulich), „Death Of The Meek“ oder „Opponents At Sides“ (ein Musterbeispiel dafür, wie man Härte und Melodik clever unter einen Hut bringt) umso mehr gilt.

„This Hate“ wiederum ist streckenweise regelrecht punkig zu nennen (auf anspruchsvollerem handwerklichen Niveau, versteht sich), während „Volcanic“ das Akustikstück zum Durchschnaufen markiert, ähnlich wie „Veil Of Deception“ auf „Act III“.

„Relentless Retribution“ ist teilweise ein harter Brocken, der ein paar Durchläufe braucht, aber letztlich handelt es sich erneut um ein äußerst starkes Album, das mit der Zeit wächst. Auf jeden Fall ist es sehr vielseitig geworden und man kann der Band zumindest nicht vorwerfen, sie würde sich wiederholen – sie versteht es immer noch, tolle Songs mit interessanten Einfällen zu schreiben. Dass gerade die Gitarrenarbeit wieder mal zum Zungeschnalzen ist, muss dabei wohl kaum extra erwähnt werden.

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