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DeadStar Assembly: Coat Of Arms

Treibender Hard Rock im Industrial-Gewand
Wertung: 7.5/10
Genre: Industrial Metal/Hard Rock
Spielzeit: 49:09
Release: 07.05.2010
Label: Spiralchords

Sieht man sich die Promo-Fotos des DeadStar Assembly an, ist man leicht zu der Annahme hingerissen, es handele sich hier um eine der zahllosen mittelmäßigen Industrial-Rock-Truppen, die sich in Klischees nur so suhlen – obwohl Letzteres bis zu einem gewissen Grad absichtlich (?) nicht außen vor gelassen wird, ist diese Truppe alles andere als talentlos, gelingt es ihr doch wie nur wenigen Musikern, simple, aber hocheffektive Riffs zu schreiben. Dass die Band nach eigener Angabe Industrial Metal spielt, fällt dabei nur am Rande auf, denn trotz entsprechender Vocals und gelegentlichen elektronischen Spielereien bildet das Fundament eher harter, schnörkelloser Rock.

Als erstes auffallen wird den meisten Hörern sicherlich die superbe Produktion, die optimaler kaum sein könnte. Alle Instrumente sind sehr differenziert abgemischt und dröhnen druckvoll aus den Lautsprechern, so dass dem sowieso schon sehr kraftvollem Gitarrensound noch zusätzlicher Drive verpasst wird. Die bereits erwähnten Riffs sind abgesehen von der Produktion eine der größten Stärken der Band, denn trotz ihrer Einfachheit fressen sie sich sofort in die Gehörgänge und lassen den Hörer nur schwer stillsitzen. Obwohl gegen Ende bei der Variation ein wenig die Luft raus ist, verlieren die meisten Stücke auch nach mehreren Durchläufen nicht ihre treibende Wirkung und mausern sich nach einiger Zeit zu echten Industrial Metal-Hits. Beim Gesang wird ein etwas zwiespältiger Eindruck hinterlassen, denn obwohl der Frontmann seine unterschiedlichen Stile durchaus beherrscht, weiß er nicht durchgängig zu überzeugen – der meistens auf der Grenze zum Schreien gehaltene Sprechgesang hat zwar seinen Reiz, ist auf Dauer aber zu häufig eingesetzt.

Das Intro „Coat Of Arms“ empfängt einen noch ohne Vocals und setzt auf Piano-Klänge und einen bedrohlichen Beat, bevor mit „Arm And A Leg“ gleich mit Höchstgeschwindigkeit losgelegt wird: In den Strophen wird sehr aggressiv vorgegangen, die treibenden Riffs treffen auf den geschrienen Gesang, bevor im Refrain eine eingängige Melodie zum Einsatz kommt. Das hohe Niveau des Einstiegs kann „F.Y.G.“ dann leider nicht halten, denn der noch ein Stück heftigere Song kann kaum Akzente setzen und verliert sich in Belanglosigkeit, auch wenn die Gitarren-Attacken erneut zünden. Ein wenig mehr Industrial bietet die Band mit „The Darkest Star“, hier werden die Keyboards deutlich offensiver als zuvor eingesetzt. Zusammen mit den eher langsamen Riffs und der mitreißenden Melodie ergibt sich ein sehr positiver Gesamteindruck, zumal am Mikrofon stellenweise auch mal ein wenig melodischer gesungen wird.

Zwar ist das meiste Songmaterial in Richtung von „Arm And A Leg“ gehalten, denn Tracks wie „Already Dead“ oder „Shadows“ verfolgen eine eher ruppige Ausrichtung, jedoch finden sich auch einige Versuche, Abwechslung ins Spiel zu bringen, auf dem Album. In dem nachdenklichen Song „We Fade Forever“ wird beispielsweise mehr Wert auf ausgefeilte Melodien gelegt, die speziell im Refrain ihre volle Wirkung entfalten können, zudem sorgen spacige Synths für eine atmosphärische Komponente. In eine ähnliche Kerbe schlägt „Secrecy“, während „Breathe For Me“ als Piano-Ballade mit klarem Gesang daherkommt, die zwar gerne mal in Richtung Kitsch hinüberschielt, im Kontext der anderen Songs aber überzeugen kann. Ein wenig poppiger gibt man sich in „Rise Again“, denn das flotte Industrial Rock-Stück überzeugt vor allem mit seiner Kombination aus Hard Rock-Riffs und dem eingängigem Refrain – die Hard Rock-Schlagseite kommt auch bei dem starken Song „Blood Bags“ verstärkt zur Geltung und verschafft ihm einen groovenden Charakter.

„Coat Of Arms“ überzeugt in erster Linie durch die zielsicheren Gitarrenriffs, die trotz oder gerade wegen ihrer Einfachheit fast durchweg begeistern können und der Band einen gewaltigen Drive bescheren. Zwar wird hier für Industrial-Fans eher wenig Stoff geboten, wenn die Synthesizer jedoch zum Einsatz kommen, wissen sie auch zu überzeugen und geben den Songs meistens eine etwas melodischere Note. Um das Album etwas homogener wirken zu lassen, hätte es sicherlich nicht geschadet, eine andere Track-Reihenfolge zu wählen, denn ungewöhnlicherweise stehen alle experimentelleren Songs am Ende der Platte – die eigentlich vorhandene Abwechslung wird so ein wenig geschmälert, denn am Anfang werden zu viele ähnliche Stücke präsentiert. Industrial Metal-Fans mit einem Faible für treibende Hard Rock-Riffs greifen zu, alle anderen sollten ob des gewöhnungsbedürftigen Gesangs und der Einfachheit des Materials erst einmal Probehören.

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