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Deadsoil: Sacrifice

Zufriedenstellend - nicht mehr und nicht weniger
Wertung: 5/10
Genre: Metal Core
Spielzeit: 42:9
Release: 26.05.2006
Label: Lifeforce Records

Nicht erst seit gestern frage ich mich, wie viele Bands das Genre Metalcore noch hervorbringen wird. Und ob denen dann das gleiche Schicksal ereilt wie den New Metal-Combos. Oder haben sich die ganzen Bands statt New Metal einfach Metalcore auf die Fahne geschrieben und sind auf den nächsten Trendzug aufgesprungen? Nichts Genaues weiß man nicht. Und ehrlich gesagt interessiert es mich soviel wie ein Reiskorn in China. Weder New Metal noch Metalcore waren und sind jemals meine Baustellen gewesen. 

Aber man wächst ja bekanntlich mit seinen Aufgaben. Darum erstmal kurz das Infomaterial der Plattenfirma durchstöbert, damit ich mir ein Bild von den Deutschen Deadsoil machen kann. Der Legende nach handelt es sich um Ex-Members von Copykill und Migliedern der ehemaligen Night In Gales (vielleicht noch jemanden als Band bekannt, welche dem melodischen Death Metal im Fahrwasser skandinavischer Bands frönte). Komplettiert wurde das Line-up durch Mitglieder von Gomorrha, Six Reasons To Kill und Drift und fertig war im Jahre 2002 Deadsoil. Zusammengewürfelt ergab die Zusammenstellung eine Verschmelzung von Hardcore- und Metal-Elementen mit gehöriger Brutalität und Aggressivität. Metaltechnisch ist es gerade der Thrash, welcher es Deadsoil angetan hat. Natürlich dürfen die obligatorischen Ausbrüche in melodische Death Metal-Gefilde nicht fehlen. Versteht sich, oder?

Mit “Forever The Enemy“(MCD) setzen Deadsoil dann ihre erste Duftmarke im Musikzirkus und Lifeforce Records angelten sie sich sofort als vielversprechende Jung-Combo. “The Venom Divine” hieß das erste Baby nach der Hochzeit Band/Label und konnte nicht zuletzt wegen des boomenden Metalcores für Aufsehen sorgen. Natürlich sei hier nicht verschwiegen, dass die musikalischen Qualitäten des Longplayers keineswegs dürftig waren bzw. noch immer sind. 

Und im gleichen Stil haben sich Deadsoil jetzt an den Nachfolger „Sacrifice“ gewagt. Aufgenommen in den Principal Studios und gemixt von Jean-Francois Dagenais (Kataklysm) lässt die Platte in punkto Sound keine Wünsche offen. Einzig die Bassdrum ist mir stellenweise arg penetrant nach vorne gemixt. Von Seiten des Labels wird von einer Mischung aus The Haunted und Dew-Scented, gepaart mit Hatebreed und/oder Bury You Dead gesprochen. Kann ich definitiv so stehen lassen. Was ich so nicht unterschreibe, ist die Aussage, dass sich Deadsoil angeblich aus dem Sumpf des Metalcore-Einheitsbrei herausheben. Okay, sie ragen ein wenig über die Oberfläche hinaus, das will ich nicht bestreiten. Aber zum Herausragen reicht es in meinen Augen nicht. 

Trotz vieler austauschbarer Songs, hat die Platte mit „These Stings“ und „The Day I Die“ zwei absolut fette Ausrufezeichen an Bord. Gerade beim Erstgenannten überkommt mich doch ein wenig Gänsehautfeeling. Perfekt arrangiert mit absolut stimmigem Riffing und einer Gesangsmelodie inkl. Ausrufezeichen. Zwar ist der Song im langsamen Tempo angelegt, zeigt aber, dass die Herren nicht nur bolzen oder grooven, sondern auch gefühlvoll agieren können. Beim Gesang fühle ich mich im Refrain an alte Paradise Lost, gemixt mit Hetfield-Attitüde erinnert. Richtig, richtig stark. Dagegen rollt „The Day I Die“ straight nach vorne und kickt dich erst einmal um. Hier vergreift man sich neben Hardcore-Riffing und melodischen Riffs auch mal an einem Solo. Gibt dem Song das gewisse Etwas. 

Brocken wie „Cross The Great Divide“ oder „Viper“ sind keine wirklichen Rohrkrepierer, lassen aber irgendwie den Beigeschmack von Stangenware aufkommen. Live funktionieren die Tracks sicherlich deutlich besser als auf Platte.

Na ja, und der Rest ist für mich wirkliche Stangenware. Ohne Highlights grooven, thrashen oder knüppeln sich Deadsoil durch den Gemüsegarten, machen dabei keine Gefangen aber auch in meinen Augen keine wirklich herausragende Figur. 

So gesehen kann ich Deadsoil sicherlich unterstellen, dass sie dem Metalcore-Hörer mit „Sacrifice“ zufrieden stellen werden. Nicht weniger aber leider auch nicht mehr. Genreübergreifend funktioniert die Platte kaum, denn dafür sind aus meiner Sicht die mutigen, genreverachtenden Ausflüge über den Tellerrand hinaus, einfach zu spärlich gesät. Liebhaber des Sounds können getrost reinhören und auch den Geldbeutel bereitwillig öffnen, alle andere, die mit Metalcore oder Hardcore nichts anfangen können, werden es wohl lassen.

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