Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Dead United: Chainsaw Chronicles

Stellenweise etwas nervig, aber im Großen und Ganzen spaßig
Wertung: 6.5/10
Genre: Horrorpunk
Spielzeit: 41:17
Release: 01.11.2011
Label: Afmusic

Das Nürnberger Horror-Kollektiv Dead United versprüht Gruftgeruch. Und zwar jede Menge. Damit spiele ich nicht auf das etwaige Alter der vier Bandmitglieder an, sondern auf die musikalische Ausrichtung. Friedhöfe, Knochengerippe, Werwölfe... all das und noch viel mehr findet man auf "Chainsaw Chronicles", dem aktuellen Album der Herren, die auf beschauliche Namen wie "Mr. Stiff", "Buzz Vendetta", "Dig van Graue" und "Charles D. Vote" hören. Fehlinterpretationen sind kaum möglich: Hier gibt es Horrorpunk aus den Tiefen des Rock-Mausoleums.

20 Lieder auf 41 Minuten zu packen, das schaffen wahrlich nur Punks und Grindcoreler. In dieser relativ kurzen Zeit auch noch mit Texten wie "Tentacles, tentacles playing twister with my testicles" zu glänzen, ist dann fast schon ein Kunstwerk. Betreffender Song mit dem Namen "Tentacles" ist dann auch ausschlaggebend dafür, dass man die Band doch irgendwie sympathisch findet. Denn zu Anfang hört man natürlich das altbekannte Rezept des Horrorpunk: geslappter Kontrabass und ein Sänger, der bei den Misfits in die Lehre gegangen sein könnte.

"Tentacles" reißt das Rad dann herum und plötzlich entdeckt man überall Stücke, die einen doch ansprechen. Das dynamische "Tomb Of Dr. Horror", bei dem man direkt nach dem ersten Refrain mitsingen kann, ist nur eines von vielen Beispielen. Zwischendurch gibt es natürlich, wie es sich für eine Horrorpunk-Band gehört, immer mal wieder Samples wie aus zweitklassigen Zombiefilmen. Da kommt schon mal schnell ein "Krieg der Welten"-Feeling auf. Natürlich nervt einen im Verlauf des Album das "Woohoohoo"-Hintergrundgeheule irgendwann, vor allem, wenn es so dermaßen unrhythmisch vorgetragen wird wie in "We Rise Tonight", aber man kann der Truppe einen gewissen Charme einfach nicht absprechen.

"Moon" gestaltet sich dann wesentlich langsamer als die bisherigen Stücke, komischerweise steht dieser zähe, düstere Sound der Band aber wirklich gut, zumal es sich hier fast um so etwas wie ein (Werwolf-)Liebeslied handelt, wenn auch die Zeile "And in this moment you looked so fine/And your cold lips tasted like the sweetest wine/You belong to me - I hide you by my side/And when the moon turns red we howl into the night" für die meisten Gemüter schon zu gruselig anmuten dürfte. "Zombie Girl" groovt dafür richtig schön durch die Nacht und darf sich ohne großes Drumherum direkt auf die Liste der Anspieltipps gesellen, wohingegen "Rock The Brain" eher durch seinen unheimlich nervtötenden Refrain denn durch gute Ideen auffällt.

Dafür können sich Dead United aber zumindest aufs Fähnchen schreiben, keineswegs einen lahmen Misfits-Abklatsch produziert zu haben, sondern mit "Chainsaw Chronicles" ein Album vorgelegt zu haben, das zu großen Teilen Spaß macht, stellenweise aber noch einiger Nachpolitur bedarf. Für den ein oder anderen nächtlichen Streifzug durch die Straßen sind die 20 Tracks aber doch geeignet.

comments powered by Disqus

Top-Stimmung in der Markthalle auch an einem Mittwochabend

Auch die unsägliche Informationspolitik kann einem den Spaß nicht verderben

Stimmungsvoller Abend mit zwei motivierten Bands