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Dead Man In Reno: Dead Man in Reno

Zeugt leider nicht von großer Eigenständigkeit
Wertung: 7/10
Genre: Metalcore, Hardcore
Spielzeit: 43:30
Release: 15.09.2006
Label: Abstract Sounds

In keinem Metal - Genre ist der Konkurrenzkampf momentan so gnadenlos und unerbittlich, wie in den Bereichen Metalcore, Moshcore und Hardcore. Die relevanten Veröffentlichungen lassen sich monatlich kaum an vier Händen abzählen und dies tut vor allem einem Weh: Nämlich dem Geldbeutel der hauptsächlich jungen Fans. Wie es sich bereits jetzt abzeichnet, scheint sich diese Situation auch in den nächsten Monaten nicht zu ändern, denn neben den alteingesessenen Genre - Anführern, wie Hatebreed, Bury Your Dead, Darkest Hour, As I Lay Dying oder Killswitch Engage, und ihren Veröffentlichungen, drängen immer mehr neue Bands auf den schnelllebigen Markt. Eine gute Sache hat dieser Konkurrenzkampf ja, denn die Bands sind wirklich gezwungen, gute Alben zu veröffentlichen, denn nur ein einziges schwaches Album kann mittlerweile das schnelle Aus einer Band bedeuten, ganz gleich ob Szene - Pionier oder absoluter Newcomer.

Zu letzteren gehören Dead Man In Reno aus Tuscaloosa, Alabama im schönen Amiland, die vor wenigen Tagen ihr selbstbetiteltes Debüt veröffentlichten. Natürlich erkennt man schnell, dass die Band, mit ihrem vor allem an Darkest Hour und Hatebreed - inkl. deutlichen Death Metal - Parts - erinnernden Sound, das musikalische Rad nicht neu erfindet, dennoch machen Dead Man In Reno ihre Sache ordentlich und gehören klar zu den besseren Newcomern der letzten Zeit.

Nach dem Intro „To Attain Everything“, das mehr oder weniger ansprechend aus den Boxen dröhnt, zeigen Dead Man In Reno bei „From Here I Can See The Shore“ was sie können und das ist eine ganze Menge. Knatternde Drums, sehr coole Riffs und auch die Vocals wissen zu überzeugen. Dabei ist es auch gar nicht schlimm, dass einem das Dargebotene bereits zu Beginn wahnsinnig bekannt vorkommt. Obwohl ist dies nicht mittlerweile bei fast jeder neuren Genre - Band der Fall? Die Qualitäten von „From Here I Can See The Shore“ trösten darüber allerdings locker hinweg. Knallhart geht es auch mit dem Sechseinhalbminüter „She‘s Tugging On My Heartstrings“, bei welchem besonders das melodische Gitarrensolo gegen Ende des Songs hervorsticht. Auch wenn der Song vielleicht nicht ganz die Intensität von „From Here I Can See The Shore“ besitzt, eine überdurchschnittliche Leistung.

Eigentlich hätte ich nun, wie wahrscheinlich jeder andere auch, die nächste geballte Ladung Metal erwartet, doch Dead Man In Reno gewähren dem Hörer mit dem äußerst „soften“ und „träumerischen“ Interludium „Given A Season Of Sun“ eine kurze Atempause. Auch wenn dieser Song nur etwas über eine Minute lang ist, fast hätte man träumerisch vergessen, dass man immer noch ein und dieselbe Platte hört. Das anschließende „Goodbye Tomorrow, Hello Dead Letters“ bringt den Hörer, mit seinen wütenden Vocals, ganz schnell wieder zurück auf den Boden der Tatsachen, auch wenn es leicht enttäuscht. Auch nach dem fünften Anlauf wirkt er kaum erfassbar und der gegrunzte Mittelpart gefällt mir ebenfalls nicht wirklich.

Neben dem vorher erwähnten Interludium haben Dead Man In Reno mit dem überlangen (geschlagene acht Minuten) „Cursed“ noch eine dicke Überraschung auf Lager und zum ersten Mal hat man das Gefühl etwas vollkommen Eigenständiges zu entdecken. Die einzig würdige Beschreibung: Hatebreed meets Cannibal Corpse meets Atreyu meets Klassik. Klingt komisch, hört sich auch so an, dennoch irgendwie ein versprüht der Song einen Hauch von Genialität.

Der Einsatz von cleanen Vocals wiederholt sich wenig später beim guten Song „Even In My Dreams“ und auch im ordentlichen finale „Lovestaindrazorblades“, welches einen würdigen Abschluss eines guten Debütalbums markiert.

Fazit: Dead Man In Reno haben mit ihrem gleichnamigen Debütalbum ein gutes Album eingespielt, welches vor allem mit „Cursed“ einen richtig tollen Song besitzt. Der Rest des Albums ist ebenfalls von überdurchschnittlicher Qualität, auch wenn er leider nicht von großer Eigenständigkeit zeugt. Am Thron der Szene - Vorreiter können Dead Man In Reno so zwar noch nicht rütteln, konnten sich allerdings bereits dafür anmelden. Ich jedenfalls, hoffe demnächst auf mehr.

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