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Dead: In The Bondage Of Vice

Feinste Lyrik aus deutschen Landen
Wertung: 5.5/10
Genre: Death/Grind
Spielzeit: 35:42
Release: 19.06.2009
Label: War Anthem Records

Hinter dem unglaublich kreativen Bandnamen Dead verbirgt sich eine Grindcore-Band, deren erste Lebenszeichen auf das Jahr 1991 datiert sind und in Form einer Demo und einer 7'' EP das Licht der Musikwelt erblickten. Mit ihrem neuen Album „In The Name Of Vice“ steht nun ihre zwölfte Full Length-Veröffentlichung an, wobei „Full Length“ natürlich im Grindcore-Sinne zu sehen ist. So typisch wie die Spielzeit sind auch die bisherigen Albunnamen ausgefallen. So können Dead auf illustre Titel wie „You'll Never Know Pleasure...Until You've Tasted Pain“, „Orgasm Through Sleazy Vibes“ oder meinen persönlichen Favoriten „Le Stars Du Rock Porno“ zurückblicken und haben auch für ihren neuesten Streich eine ganze Reihe ulkiger Titel in der Hinterhand gehabt.

Wie man vielleicht merkt, kann ich solchen Texten nur bedingt etwas abgewinnen, aber solange sie derart übertrieben sind, dass sie ohnehin keiner ernst nehmen kann und kein bedenkliches Gedankengut transportieren, soll es mir auch egal sein. Einen gewissen Witz hat es ja zugegebenermaßen schon einen Song „I Want To Be A Hetero“ zu nennen, nur um gleich danach „Drop The Soap“ folgen zu lassen. Der Gag ist zwar schon nach dem ersten Mal verbraucht und spielt somit in der gleichen Liga wie beispielsweise „Asstronaut“, „Dixi Driver“ oder „Wild At Fart“, gehört aber irgendwie auch zum „guten“ Ton im Sleaze/ Porn oder Sonstwas-Grind.

Musikalisch gesehen gibt es schnellere Vertreter des Genres, obwohl natürlich auch Dead nicht gerade massenkonform zur Sache gehen. Aber im Gegensatz zu einigen Kollegen lassen sich die Nürnberger auch nicht lumpen, einige (Melodic) Death Metal-Einflüsse in die Songs einzubauen. Großartig auseinander halten können ungeübte Ohren die kurzen Attacken auf die Trommelfalle aber nicht. In kleinerer Dosierungen entfaltet sich aber doch so etwas wie ein Reiz bei Songs wie beispielsweise „Dixi Driver“ (dessen Text ich wirklich nicht genauer kennen will), das midtempomäßig ordentlich abräumt.

Trotzdem ist „In The Bondage Of Vice“ nur eine Platte von vielen, die gestandenen Grindern wohl zu soft sein dürfte, das der richtig kranke Stoff von anderen Bands gespielt wird. Dead beherrschen nach all den Jahren selbstverständlich ihr Handwerk, stellen Filmzitate an den Anfang der Songs, grunzen sich durch ihre entweder urkomischen oder einfach nur platten Texte (der persönliche Standpunkt entscheidet) und liefern eine grundsolide Leistung ab, die aber wohl nur Fans der Band für wirklich essentiell erachten werden. Mir persönlich ist „In The Bondage Of Vice“ einfach zu langweilig und vorhersehbar.

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