Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Dead Alone: Vitium

Death Metal mit einer Extraportion Finsternis
Wertung: 7/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 43:47
Release: 30.03.2010
Label: Eigenproduktion

Dead Alone haben es sich zur Aufgabe gemacht, ihrem Death Metal eine betont finstere Prägung zu verpassen, ohne auf Gothic-Elemente oder Ähnliches zurückzugreifen, lediglich eine leichte Doom-Schlagseite findet sich in der Musik. Herausgekommen ist bei den Bemühungen ein tatsächlich recht eigenständiger Sound, der sich jedoch durch das etwas monotone Songwriting nach einer Weile abnutzt – trotzdem hat die fast schon greifbare düstere Atmosphäre durchaus ihren Reiz.

Das Tempo ist passend zum Ambiente eher mäßig und stampfend gehalten, dazu lässt Florian Hefft seine sehr tiefen Growls vom Stapel, welche zwar technisch nicht zu verachten sind, aber mit ihrer Gleichförmigkeit zu der sich später entwickelnden Eintönigkeit beitragen. An der Saiten-Front werden oftmals groovende Riffs losgelassen, dazwischen geht es aber auch häufig bedeutend heftiger zu Sache, denn die Basis der Musik bleibt trotz gelegentlichen Ausflügen in doomige Gefilde stets Death Metal. Obwohl Abwechslung fast ausschließlich in Form von gelegentlich eingestreuten ruhigeren, gesprochenen oder geflüsterten Passagen erfolgt, zeigt die instrumentale Seite der Band mit einigen beeindruckenden Soli ihr Können.

Nach dem recht belanglosen Intro „Follow...“ gelingt den Münchnern mit „Road To Perdition“ ein vielversprechender Einstieg: Das düstere Stück gibt sich äußerst aggressiv und überzeugt mit treffsicherem Riffing, später lockert dann noch eines der erwähnten Soli den Song auf. „Rain Of Decay“ kommt weniger rasant daher und vertraut eher auf stampfende Rythmik, zudem werden zwischenzeitlich cleane, mysteriös klingende Gitarren eingesetzt. Auch in „Collapse“ kommen in der Einleitung unverzerrte Gitarren zum Einsatz, außerdem gibt es dieses Mal auch ein wenig Abwechslung beim Gesang zu bewundern, denn zu den Growls gesellen sich einige heisere Kreischer. In „Scars“ verarbeiten Dead Alone anschließend in aller Deutlichkeit Doom-Einflüsse und erstrecken das Stück über rund acht Minuten, in deren Zeit auch ein zurückhaltender Part samt Solo Platz eingeräumt bekommt.

Abseits dieser Drosselung des Tempos arbeitet man sich aber eher todesmetallisch durch das Songmaterial, so ist die Stimmung in „Inside The Void“ wesentlich aggressiver und auch in dem mit einem genialen Solo versehenen Stück „Catharsis“ wird vorrangig geshreddert, was das Zeug hält. Bevor das Ende des Albums mit „Dead End“ eingeläutet wird, präsentiert das Quartett mit „Syndrome“ und „Abandoned“ noch zwei sehr finstere Tracks, von denen insbesondere Zweiterer fast schon depressiv anmutet. „Dead End“ weiß dann abschließend mit der ausgewogenen Mischung aus Death und Doom noch einmal zu beeindrucken, lediglich die auf Dauer etwas gekünstelt wirkenden gesprochenen Passagen stören das Gesamtbild.

„Vitium“ ist eine gute Death-Metal-Scheibe geworden, die insbesondere durch die sehr finstere Atmosphäre besticht. Von einer mehr als nur soliden Wertung hält das Album letztendlich vorrangig die mangelnde Abwechslung ab, denn auf lange Sicht fehlen der Musik einfach die Finessen und Überraschungen. Auch der Gesang lässt noch viel Raum für Verbesserungen, hier lassen sich noch deutlich mehr Akzente setzen, insbesondere die gesprochenen und teilweise angedeutet gesungenen Vocals ließen sich noch deutlich ausbauen.

Nichtsdestotrotz ist dieses Werk für Anhänger düsteren Death Metals durchaus ein Reinhören wert, zumal die Jungs ein gutes Händchen für groovende Riffs haben.

comments powered by Disqus

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna