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Daymares: Can't Get Us All

In seiner Summe definitiv ein guter Einstand
Wertung: 6.5/10
Genre: Death ´N Roll, Hardcore
Spielzeit: 34:58
Release: 21.05.2007
Label: Selfmadegod Records

Polen ist langsam auf dem Weg, einige Bands in den internationalen Musikzirkus zu entlassen. Etablierte Formationen wie Vader oder Behemoth treten schon seit Jahren den Beweis an, dass sich das Land zwischen Germany und dem ehemals großen Bruder musiktechnisch durchaus behaupten kann.

So schicken sich auch die Polen Daymares an, ihre Spuren in den Gehörgängen zu hinterlassen. Dabei existiert die Kapelle gerade mal 1 Jahr. Also nicht viel zu schreiben für mich als Geschichtenerzähler.

Hardcore, Punk und Death ´N Roll…das sind die Zutaten, aus denen Daymares ihre eigene Suppe zu kochen versuchen. Dabei pendeln sie zwischen hardcorelastigen Stücken und eher rocklastigen Stücken hin und her. Sicherlich gibt es in den Songs selbst eine Verschmelzung der genannten Stile, doch die eigentliche Hauptausrichtung des einzelnen Songs bleibt immer bei einem Stil kleben.

Produktionstechnisch erinnert mich die Karre an Entombeds „Uprising“. Erdiger Sound ohne klinisch wirkende Effekte oder Soundspielereien. Dazu ein Gesangsorgan, das so manchem Death Metal Freak zu einem wohlwollenden Lächeln animieren sollte. Kein eierloses Pseudogegrunze sondern handfestes Growlen mit dem entscheidenden Assifaktor. Dem Schlagzeug hätte in manchen Punkten etwas mehr Transparenz und auch Durchschlagkraft gut zu Gesicht gestanden (besonders die Snaredrum wirkt etwas dünn).

Insgesamt sind Daymares immer dann am stärksten, wenn sie sich auf superbe Rockriffs konzentrieren und diese mit einer Mischung aus Hardcore und/oder Punk kombinieren. So rocken der Opener „Get Us All“, „Almost There“, „As Bad As It Gets“ oder auch „I Shit You Not“ so lässig und cool durch die Botanik, dass einem die Tränen in den Augen stehen. Wieso? Weil Entombed so was wohl nie wieder hinbekommen werden. Leider leider. Zwar ist auch bei diesen Songs nicht immer alles im grünen Bereich, doch wirklich daneben greifen die vier Jungs nie. Doch die Gefahr ist ja nicht so groß, wenn man bedenkt, dass manche Songs nur aus einem Hauptriff und einem abgewandelten Refrain bestehen. Doch wer braucht schon mehr in diesem Genre? Eben. Ach so, der Hardcoreanteil macht sich dann immer bemerkbar, wenn man im Refrain die gebrüllten Chöre hört.

Bei den eher dem Hardcore/Punk zuzuschreibenden Tracks verlieren sich Daymares oft in Belanglosigkeit. Da gibt es tausendfach Gehörtes, typisches Genregekloppe und gähnende Riffs. Dem geneigten Hardcorefan passt die Jacke sicherlich, mir wird sie auf Dauer zu öde.

Beim Track „Falling Down“ zeigt sich, dass sich die Polen auch nicht zurückschrecken, im Stoner Rock – Genre zu fischen. Gehört zwar nicht zu den Highlights des Albums, gibt trotzdem eine abwechslungsreiche Note das Teil. Ganz im Gegenteil zu „Cult Leader“, einem aggressiven Hammerbrocken, der dir den Schädel wegknallt.

„Can´t Get Us All“ ist in seiner Summe definitiv ein guter Einstand für eine extrem junge Band. Defizite im Songwriting schiebe ich hier und jetzt mal darauf, dass die Mannen noch nicht lange miteinander zocken. Wer also eine junge Band unterstützen will, deren Ausrichtung euren Musikgeschmack wie Arsch auf Eimer trifft, der sollte ohne zu Zögern zugreifen. Mit Daymares seid ihr gut bedient.

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