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Daylight Dies: Dismantling Devotion

Für eingefleischte Dark Metal-Fans
Wertung: 7/10
Genre: Dark Metal
Spielzeit: 53:50
Release: 13.03.2006
Label: Candlelight Records

Da haben wir das zweite Album der Dark Metaller Daylight Dies. Fans dieser Sparte sollte die Band sicherlich schon einmal untergekommen sein. Sei es nun vom ersten Album oder von ihrer 2003er Europatour im Vorprogramm von Katatonia. Ich muss gestehen, dass der erste Output dieser in North Carolina (USA) beheimateten Band irgendwie an mir vorbeigerauscht ist.

Aber so etwas hat ja bekanntlich nichts zu bedeuten. Denn bei der Flut der Veröffentlichungen in der heutigen Zeit, kann das leicht passieren. Was nicht so leicht passiert, ist, dass eine Band von bekannten Künstlern bereits mit Vorschussehren gesegnet wird. So ist in der Presseinfo nachzulesen, dass sich Herr Blakkheim, Gitarrist von Katatonia, mehr als positiv über das neue Album geäußert hat. Hätte man das Album bereits 2005 veröffentlicht, wäre es seine Wahl für das Album des Jahres gewesen. So oder so ähnlich soll er seine Worte gewählt haben.

Nun ja, jetzt haben wir 2006. Und das Jahr ist noch jung. Es stehen uns also hoffentlich noch viele musikalische Überraschungen ins Haus. Und am 31.12.2006 können sich dann geneigte Hörer Gedanken machen, ob die Aussage von Blakkheim dann auch noch Bestand hat. Aber bis dahin gilt es erst, sich in die Musik von Daylight Dies hineinzuhören. Und genau da öffnen sich die zwei Facetten des Albums. Zum einen wird geboten, was man im Dark Metal erwartet: Traurige Melodien und davon viel. Massenweise Atmosphäre und Endzeitstimmung. Aber zum anderen kommt doch beim Hören an einigen Ecken und Enden so etwas wie Langeweile in meinen Ohren auf.

Im Vergleich zu Szenegrößen wie Opeth, Katatonia oder alte Anathema gehen die Herren aus den USA mit weniger Abwechslung und Überraschungen im Songwriting zu Werke. Es fehlen mir die Momente, die eine Platte zu etwas Besonderem machen. Mit „A Life Less Lived” schieben dann auch Daylight Dies ihr Highlight gleich an den Beginn der Platte. Der Song besticht durch fesselnde Melodien und einer dichten, traurigen Grundstimmung. Eine kurze cleane Gesangseinlage lockert die ganze Sache dann etwas auf. Der Einsatz der immer im Hintergrund agierenden Leadgitarre lässt Parallelen zu alten Paradise Lost aufkommen. Als variabel kann ich hier die Schlagzeugarbeit bezeichnen, die doch im weiteren Verlauf der Platte einige Akzente setzt.

„Dead Air” und das folgende “A Dream Resigned” laufen ohne Überraschungen von einem Ohr zum anderen. Mit dem eher rockig angehauchten „All We Had“ ist dann wieder ein Lichtpunkt am abendlichen Melancholiehimmel auszumachen. Hier brechen die Barden dann auch aus ihrer anhaftenden Monotonie aus und üben sich in progressiven, akustischen Versatzstücken. „Solitary Refinement” überrascht dann mit komplett cleanen Vocals. Ansonsten schiebt sich der Song zäh wie Lava durch die Boxen. Und nach mehr oder minder anmutender Standardkost wird mit „Dismantling Devotion“ ein rein instrumentaler Schlusspunkt gesetzt.

Produktionstechnisch schiebt sich die Lava-Soundwand mehr als fett und knackig ins Ohr, wobei dem voluminösen Schlagzeug besondere Pluspunkte zugerechnet werden müssen. Was im Hirn hängen bleibt, ist ein Album voller Melodien, welches in meinen Augen eher als Gesamtwerk zu werten ist, als ein Album mit Fokus auf jeden einzelnen Song. Herausstechende Refrains sucht man vergebens, doch vielleicht ist das genau das Anliegen der Band.

Alles in allem fehlen mir auf diesem Album wirklich die Aha-Momente, welche Szenegrößen von „guten“ Bands unterscheidet. Eines sei der Fairness halber aber noch angemerkt: Schlecht ist die Band und natürlich das Album auf keinen Fall. Eingefleischte Szenegänger können bedenkenlos zuschlagen. Nur Hörer, die sonst nichts mit der Marschrichtung anfangen können, an z.B. Opeth aber durch ihren Brückenschlag zu anderen Metalsparten einen Narren gefressen haben, sollten vorher mehr als ein Ohr riskieren.

Zur Vollständigkeit sei noch erwähnt, dass die mir vorliegende Promo-CD sage und schreibe 98 Songs enthält. Alle Songs wurden in Stücke von 30-40 Sekunden Länge aufgeteilt. Das verhindert natürlich bis zu einem gewissen Maß, dass durch Promo-CD´s illegale Downloads im Netz auftauchen. Für ein Review ist so etwas natürlich sehr schwierig. Gerade bei einer Band wie Daylight Dies. Also hoffe ich, dass ich Beginn und Ende jedes Songs richtig gedeutet habe.

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