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Dawn Of Tears: Dark Chamber Litanies

Einziger Kritikpunkt: Kein Longplayer, sondern nur eine EP
Wertung: 10/10
Genre: Melodic Death Metal
Spielzeit: 31:00
Release: 01.03.2009
Label: Eigenproduktion

Fünf Spanier haben sich auf den Weg gemacht, die Welt mit ihrem Melodic Death Metal zu erobern. Na, klingt das spannend? Ich denke, eher nicht. Warum nicht? Nun ja, es gibt unzählige Bands in diesem Genre und Spanien ist nicht gerade eine Hochburg des Metals. Diese EP sowie auch das Debütalbum „Descene“ gibt es als kostenlosen Download auf der Homepage der Band. Das lässt nicht wirklich viel erwarten.

Ein eher verträumt-verspielter Beginn lässt eigentlich nicht wirklich darauf schließen, was den Hörer dann erwartet. Dies könnte auch Gothic, Melodic Metal oder Power Metal werden. Die Melodie brennt sich aber schon beim ersten Durchgang im Gedächtniszentrum fest. Aber nach etwas über einer Minute steigen dann die Gitarren von A. Perez und J.L. Trevol ein und zerstören jegliche freundliche oder gar kuschelige Atmosphäre. Hier wird erstmal kräftig dem Death Metal gefrönt. Sänger J.Alonso kredenzt eine Mischung aus Shouts und Growls, welche sich wirklich gut anhören. Trotz aller Härte zaubert die Band immer wieder tolle Melodien hervor. Ein fulminanter Start, welcher für kräftiges Headbanging sorgt. Man scheut sich nicht einmal, im hinteren Teil des Stück eine schöne Frauenstimme mitsingen zu lassen. Nicht störend, sondern überraschend und absolut gelungen.

Mit einem wunderschönen Klavierpart wird dann „Since They`re Gone“ eröffnet. Leider viel zu kurz geraten ist das Intro, aber die mächtigen Doublebassdrums von I.Perez und die Gitarren, die zum kräftigen Headbangen treiben, stehen dem in nichts nach. Flüsternd beginnt I.Perez den Song. Plötzlich tauchen Parallelen zu den Finnen von Sentenced auf, das Ganze aber eben in Death Metal-Spielart präsentiert. Da kann man sich wirklich nicht mehr beherrschen und der Nachbar bekommt ein Duett vom Rezensenten und dem Dawn Of Tears-Sänger zu hören, welches wohl nur zur Hälfte wohltuend klingt.

„Winds Of Despair“ donnert mit deutlich angezogenem Tempo daher, bevor wieder der Melodie etwas mehr Spielraum eingeräumt wird. Auch wenn der Song aufgrund der überragenden Qualität der anderen Songs nicht als Highlight ausgewiesen werden kann, ist er sehr, sehr stark und bei weitem kein Lückenfüller. Und ganz ehrlich, ich weiß nicht, ob hier irgendwo eine versteckte Kamera hängt und dies nicht doch eine All Star-Band ist, die hier zaubert. Irgendwie eine Zusammensetzung aus Dark Tranquility, Children Of Bodom, Arch Enemy oder auch etwas versteckt In Flames. Zur Hölle, dann hauen die auch noch ein Ende raus, welches zwar sicherlich nicht von ihnen inspiriert, aber irgendwie nach den Gralknights klingt.

„As My Autumn Withers” setzt dann die qualitativ hochwertige Fahrt weiter fort. Bassist Konrad unterstützt das Schlagzeug hervorragend und sorgt so für genug Power. Über dem Ganzen schweben die tollen Gitarren, die abwechselnd mit tollen Melodien und heavy Riffs auffallen. Irgendwo spielt dann auch leicht versteckt das Klavier wieder mit. Die Aggressivität des Gesangs passt zu den Riffs wie die buchstäbliche Faust aufs Auge. Das Ganze wird dann noch mit einem superben Gitarrensolo aufgewertet, soweit man das überhaupt noch aufwerten kann. Eine Intensität liefern die Männer aus dem Süden ab, ein wahrer Ohrenschmaus.

Leider markiert „Mr Jarrod“ dann auch schon den letzten Song des Albums. Bester Heavy Metal im Death Metal-Gewand. Der Sound ist genau wie auf der gesamten Scheibe für eine Demo exzellent. Die Band bietet genug Abwechslung, ohne dabei progressiv oder überladen zu wirken. Alles klingt, als ob es eigentlich gar nicht anders sein könnte. Sänger J.Alonso zeigt beim letzten Song noch mal seine komplette Bandbreite, da gibt es Geflüster, Black Metal-Screams, Growls und ganz kurz sogar ein paar Cleanvocals, wenn auch etwa elektronisch verfremdet. 


Fazit: Ja ja, die guten alten Vorurteile haben auch mich mal wieder auf Irrpfade geleitet. Was nichts kostet, ist nichts. Fuck off! Dieses fünf Spanier hauen diese EP in einer solchen Qualität raus, dass es wohl keinen Hörer kalt lassen wird, wenn er auch nur irgend etwas mit diesem Genre anfangen kann. Auch wenn nicht wirklich Neues erschaffen wurde, so ist diese Mischung schon etwas Eigenständiges. Es wäre sehr verwunderlich, wenn die Band nicht baldigst einen Plattendeal angeboten bekommt. Da gibt es massenhaft deutlich Schlechteres, welches mit Labelunterstützung publiziert wird. Ein echter Hammer und erster Aspirant auf die Demo des Jahres 2009. Selbst wenn diese EP für zehn Euronen angeboten werden würde, würde sich diese Band unter Wert verkaufen, aber sie bieten einen kostenlosen Download an. Die spinnen, die Spanier, würde da wohl mein Freund Obelix sagen.


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