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Dawn Of Eternity: Guilty

Ausbaufähig
Wertung: 6,5/10
Genre: Melodic Death Metal/ Gothic Metal
Spielzeit: 74:17
Release: 21.10.2014
Label: NRT-Records

Aus dem Ballungsraum Nürnberg kommen Dawn Of Eternity. Mit ihrer Musik markieren sie einen Standpunkt, der in der Mittelfränkischen Metropole momentan nicht gehyped ist. Gothic Metal gehört gerade eher nicht zum Beat der Stadt mit dem Reichsparteitagsgelände. Das ist sehr erfreulich, denn die Vielfalt macht es ja bekanntermaßen. Also rein die Platte und die Lauscher auf.

Im ersten Moment überrascht die ungekünstelte Aufmachung der Scheibe. Es gibt keine überproduzierten Vocals oder Gitarren. Auch das Schlagzeug klingt sehr natürlich. Das sind alles keine Standards bei Gothic-Metal-Bands. Vor allem die Amis haben jahrelang fast schon Popsound geliefert. Den gibt es hier nicht. Hier klingt es nach hausgemachtem Metal. Nach mehr Metal, als man zuerst erwarten möchte. Dawn Of Eternity können nämlich ganz schön auf den Putz hauen und formieren den Gothic Metal auch gerne mal zum Gothic-Death-Metal um. Richtig gelesen. Death Metal. Gut, zugegeben, es handelt sich um Melo Death, aber immerhin. Passend zu der allgemein härteren Gangart gesellen sich zu Sara Seuberts klarer Stimme dann auch noch brachiale Growls. Selten und gezielt eingesetzt verfehlen diese auch ihre Wirkung nicht. Inzwischen drängt sich ein (weit her geholter) Vergleich mit der Formation Haggard auf, wenngleich da auch viel mehr Akteure beteiligt sind. Vom Songcharakter und aber vor allem von der Härte her kann man den Vergleich aber trotzdem ziehen.

Das große Problem an der Platte ist entweder ihre Länge (75 min!) oder die Monotonie, die sich nun einfach einstellt, wenn man so lange den gleichen Stiefel macht. Dawn Of Eternity hatten bestimmt keine schlechten Gedanken, als sie so viel auf die Platte gepackt haben, aber damit hat sich die Formation absolut keinen Gefallen getan. Spätestens ab dem zweiten Lauf auf dem Plattenteller ist man ständig versucht, den Silberling anzuschieben, um zumindest ein bisschen zusätzliche Dynamik zu erzeugen.

Noch dazu hat die Band die Songs auch etwas ungeschickt angeordnet und nimmt sich so immer wieder selber den Wind aus den Segeln. Wie auch immer, vom anfänglichen Biss bleibt am Schluss kaum mehr etwas übrig. Das ist schade, denn das abstrakte Bild, das Dawn Of Eternity bei einigen Liedern zeichnen, hat schon was. Darauf kann man eigentlich schon gut aufbauen. Es gibt nichts zu verteufeln. Warten wir die nächste Platte ab. Wer auf avantgardistische Musik und Melodic Death/ Gothic Metal steht, der ist hier gut bedient. Einige Ansätze der Formation sind wegweisend.

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