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Dawn Of Destiny: Rebellion In Heaven

Da kann hierzulande keine female fronted Power Metal Band mithalten
Wertung: 10/10
Genre: Power Metal
Spielzeit: 60:55
Release: 22.08.2008
Label: Shark Records

Der Newcomer des Jahres 2007 legt nun fast genau ein Jahr nach dem Debut das zweite Album vor. Das schaffen inzwischen die wenigsten Bands, denn Wartezeiten von anderthalb bis zwei Jahren sind inzwischen leider üblich. Hoffentlich wird das kein Ausverkauf, denn die Qualität des Erstlings „…Begins“ zu erreichen oder gar zu toppen wird eh nicht leicht.

Auf ein richtiges Intro hat man verzichtet und das Ganze direkt in den Opener „Angel Without Wings“ integriert. Der etwas klassisch angehauchte Anfang wirkt recht positiv und weiß sehr zu überzeugen, auch wenn ich das nun so nicht wirklich erwartet hätte, aber nach nur ein paar Augenblicken steigt die Band dann kraftvoll ins Hauptgeschehen ein. Zügig rauscht der Song durch die Lautsprecher und Tanja`s fantastische, abwechslungsreiche Stimme nimmt den Hörer wie schon beim Debut gefangen. Sehr schön, dieser Klassik-Touch und das tolle Gitarrensolo von Veith Offenbächer in Kombination mit Dirk Raczkiewicz´s starken Keyboardeinsätzen.

„Ending Dream“ beginnt etwas langsamer, aber deutlich bestimmender. Die perfekt in Szene gesetzten Bassdrums von Ansgar Ludwig zeigen, dass Siggi Bemm immer noch zu den besten Producern Deutschlands gehört. Wenn man sich den Song und die Masse an Ideen, die darin stecken, genauer anhört, dann merkt man schnell, dass hier andere Bands wohl mehrere Songs daraus gemacht hätten.

Wunderschön erklingt dann Tanja`s Stimme nur mit Keyboardtönen unterlegt bei „Days Of Crying“, bevor dann die Powermetalmaschinerie angeworfen wird und kräftig in den Allerwertesten tritt. Hier stimmt einfach alles. Also, was Bassist Jens Faber hier wieder in Sachen Songwriting hingelegt hat, ist mehr als nur beachtlich.. Da wirkt kein Übergang zusammengekleistert oder unüberlegt. Nein, ich würde sogar sagen, dass die Band sich auch technisch weiterentwickelt hat, obwohl das Niveau beim Debut schon sehr hoch lag.

„Tears“ ist dann überraschenderweise ein schon älterer Song, der 2006 entstanden ist. Er ist deutlich ruhiger und melodischer ausgefallen und könnte so auch irgendwie aus dem Tarja Turunen Dunstkreis stammen, oder eben Nightwish. Dirk`s generiertes Klavierspiel passt hier perfekt. Schön, dass er hier noch mehr glänzen darf als auf „…Begins“. Allerdings unverständlich, warum die Band uns diesen Song bis heute vorenthalten hat.

Mit deutlich mehr Groove kommt „Last Day“ daher. Ein zuckersüßer, genialer Refrain gibt dem Song etwas chartorientiertes, was aber durch die fast schon gegrowlten Backingvocals und die harten Gitarren wieder relativiert wird. Stark, mit wie viel Power die Band hier vorgeht. Textlich widmet man sich dem letzten Tag auf Erden und der Frage, was man anders hätte machen sollen. Und diese Frage ist leicht zu beantworten: Dawn Of Destiny schon viel früher gründen und schon viel mehr CD`s produzieren lassen und auf riesige Welttourneen schicken!

„Rain“ ist dann so etwas wie das Highlight in einem von Highlights durchsetzten Album. Eigentlich ein recht depressiver Song, wenn man den Text betrachtet. Aber so gefühlvoll, wie Tanja ihn rüberbringt mit den ganzen emotionalen Schwankungen, von bekümmert über aufbrechend bis hin zu leicht resignierend gestaltet sich der Song so unglaublich abwechslungsreich und mit einem Chorus gesegnet, dass man glaubt, die Musik wäre neu erfunden worden. Der Song wird nicht nach 12 Durchgängen langweilig, nein, er fordert weitere 20. Einer der besten Songs, den eine deutsche Band je aufgenommen hat. Einfach die Augen schließen und die Achterbahnfahrt der Gefühle mitfahren.

„Save Us“ geht etwas eingängiger vor sich. Die Samples im Mittelteil sind zwar nicht ganz so gelungen, aber das stört nur minimal. Nach dem emotionsgeladenen „Rain“ hat es dieser Song allerdings auch richtig schwer.

Deutlich interessanter ist da schon „Lost“ geraten mit seinem Gefiedel zu Beginn und dem deutlich orchestraleren Klangbild. Wer hier jetzt aber an Orchestereinspielungen denkt, liegt falsch, denn nur insgesamt wirkt der Song deutlich breiter ausgelegt.

„In Between“ ist dann wieder ein deutlich älterer Song, der es nun endlich auf ein Album geschafft hat. Live wurde er schon lange gespielt. Wiederum habe ich keine Ahnung, warum man ihn in gepresster Form dem Publikum so lange vorenthielt. Tanja`s Stimme setzt dem Ganzen die Krone auf, wenn sie immer wieder komplett andere Vocallines aus ihren Stimmbändern zaubert.

„Inquisitions besticht durch den kräftig gezockten Bass von Jens Faber und den fast schon teilweise etwas hektisch wirkenden Vocals. Kein Song zum Mitsingen, sondern eher dazu geeignet, um den eh schon oft genug angeheizten Nacken weiter zum Headbangen zu animieren.

„Heaven`s Falling Down“ ist deutlich einfacher gestrickt. Durch den leicht Folk-behafteten melodischen Refrain ist dies ein gutes Stück, um es als Single auszukoppeln, auch wenn ich ihn nicht als wirklich typisch für Dawn Of Destiny ansehe. Toller Song mit Ohrwurmcharakter.

„Perceive Me“ ist mit weniger Bombast ausgestattet, aber dafür mit wieder einigen tollen Melodien und Überraschungen wie z.B. dem plötzlichen Klaviereinsatz in diesem Heavy Power Metal Song. Die Stimme bildet wie auf dem gesamten Album einen wunderschönen Kontrast zu den kraftvollen bis rauen Gitarren, die immer wieder ein deutlich düstereres Klangbild zu vermitteln versuchen.

„Unexpected Guest“ zeigt dann wieder, wie abwechslungsreich moderner Power Metal sein kann, da sind Melodiewechsel, Tempowechsel, ein tolles Gitarrensolo, ein paar geniale Keyboardeinstreuer, ein wunderschöner melodischer Chorus, beste Doublebassdrumaction und noch vieles mehr zu hören. Sehr stark.

Etwas unverständlich kommt dann, wie wir hier in der Region sagen, eine olle Kamelle zum Abschluss. Nicht, weil der Song schon 2002 (!) geschrieben wurde und auch nicht, weil nach fast 61 Minuten auch schon Schluss sein kann. Nein, unverständlich, weil es sich um eine Halbballade handelt. Der Song ist überragend, aber bei einem derart powervollen Album einen so ruhigen Song an den Schluss zu setzen, wird dem gesamten Meisterwerk nicht gerecht.

Fazit: Die Band hat sich nun mit dem zweiten sensationellen Album in Folge qualitativ in der Spitze des deutschen Power Metals festgesetzt. Ich kenne hierzulande keine female fronted Band, die da auch nur mithalten könnte. Unglaublich, was Jens Faber im Stande ist für gelungene Songs zu schreiben. Was will man also bei so einer CD noch aussetzen? Es hätte 74 Minuten dauern können (wer macht das schon nach einem Jahr?). Die Fotos im Booklet hätten besser geraten können. Technisch kann man der Band nichts vorwerfen und auch die Produktion ist absolut einwandfrei. Also sei`s drum, ich kann mich nicht wehren, so ungern ich das auch tue: Höchstpunktzahl!

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