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Dawn Of Destiny: ...begins

Ausnahmesängerin aus Deutschland
Wertung: 9.5/10
Genre: Melodic Power Metal
Spielzeit: 58:56
Release: 03.08.2007
Label: Shark Records

Schön, dass es immer wieder Metalfestivals gibt, die noch unbekannteren Bands die Chance geben, sich zu beweisen. Über diesen Weg bin ich auch über Dawn of Destiny gestolpert, welche das Dragonslayer Festival geheadlined haben. Zwar hat sich das nicht gerade als Vorteil herausgestellt,da man doch zu derart vorgerückter Stunde spielen durfte, dass viele Anwesenden schon den Weg Richtung Kajüte eingeschlagen hatten. Trotzdem hat es die Band geschafft, mich zu begeistern, was lag also näher, als die Debutscheibe anzufordern und Euch die Musik noch ein Stückchen näher zu bringen.

Deutscher Powermetal mit weiblicher Stimme. Das schließt schon mal einige Fans aus. ZU oft wurde man in der Vergangenheit mit zarten, oder nennen wir es beim Namen, doch recht spärlichen Stimmen nicht gerade begeistert. Dies trifft aber bei dieser Combo wirklich nicht zu. Nach dem mächtigen Intro „Waiting“ aus Dirk Raczkiewicz`s Keyboard wird schnell klar, dass hier keine seichte Kost geboten wird. Mit viel Power und Kraft beginnt „A Healing Touch“. Jens Faber`s Bass sorgt für gehörig Druck und Tanja Maul`s kräftige klare Stimme brennt sich schnell in den Gehörgängen fest. Toll, was für ein Hammer direkt zu Beginn der Scheibe! Statt in eine gewisse Monotonie zu verfallen, ist der Song schön abwechslungsreich gestaltet und birgt mit einem leider etwas zu kurz geratenem Klavier Einsatz, der durch die Vocals nochmals deutlich aufgewertet wird, dass hier Vollblutprofis auf dem Weg zur Spitze sind .

„Condemnation“ geht den eingeschlagenen Weg konsequent weiter. Kräftiger Heavy Power Metal der besten Sorte mit eingängigen melodischen Vocals lässt den Hörer eigentlich nie zur Ruhe kommen. Der Kopf bleibt nie ruhig auf den Schultern. Hinzu kommen die immer wieder tollen Gitarrenläufe, grandios. Mastermind Jens Faber hat ein sehr starkes Gespür für gute, harte Melodien, die sich schnell im Gedächtniszentrum verankern und nach mehr rufen. Die tolle Produktion von Siggi Bemm in den Woodhouse Studios hat natürlich auch seinen sehr positiven Charakter auf die CD ausgeübt.

„All Those Lies“ wartet zunächst mit leicht orientalischen Klängen auf, welche recht zügig präsentiert werden, bevor Tanja`s zauberhafte Stimme erklingt und die Vorherrschaft übernimmt. Abwechselnd zum grummelnden Bass, Gitarren Stakkatos oder Klaviertönen zeigt sie, wie gut ihre Stimme zu der Musik passt. Nachdem es in „Condemnation“ schon einen kleinen Einsatz von Growls gegeben hat, wird dies hier etwas länger zelebriert. Hier würde man sich von Jens, der für diese Vocals zuständig ist, vielleicht noch ein wenig mehr Aggressivität wünschen, um einen noch stärkeren Gegenpol zu Tanja`s Stimme zu erschaffen. Das Gitarrensolo und die himmlischen Keyboardmelodien lassen den Song aber trotzdem auf höchstem Niveau schweben. Das Ganze wird dann auch hier wieder mit einem Vocals/Klavierpart garniert, welcher den Hörer einfach nur dahinschmelzen lässt.

„Break The Silence“ weist einen Refrain auf, der sich auch vor internationaler Konkurrenz nicht zu verstecken braucht. Auch wenn die Vocals eigentlich fast schon eine deutlich melodischere, weniger powerlastige musikalische Untermalung verlangen, so gelingt es der Band doch, diese beiden Komponenten mehr als gelungen zu vereinen. Hier klingen selbst die Doublebassattacken vom starken Drummer Ansgar Ludwig nie deplatziert.

Logisch, dass da dann auch keine echte Ballade fehlen darf, wenn eine Band ein derartiges Goldkehlchen am Mikro hat. „Coldest Night“ verzaubert und lädt zum Träumen ein. Statt aber ein laues Lüftchen abzulassen, geizt man auch hier nicht mit kräftigen melodischen Powersalven der Gitarrenfraktion von Veith Offenbächer und Jens Faber. Absolut gelungen, die Klavierparts von Dirk Raczkiewicz.

Aber man gönnt dem Hörer keine Ruhe und „Another Fallen Angel“ geht wieder in die deutlich härtere Power Metal Richtung. Der Song beginnt mit den Worten „One day an angel came to earth…“ und man denkt unweigerlich an Tanja mit ihrer überragenden Stimme, welche sich hier mit Jens`s Growls duelliert. Ohne große Ruhepause geht es dann mit „Flying Away“ weiter. Ein weiterer Song mit klasse Arrangements. Irgendwie klingt er aber auch immer wieder nach einem Hardrocksong im Metalgewand. Cool und mit einem gewissen Groove; von Zeit zu Zeit weiß auch er vollends zu überzeugen.

Irgendwie ein wenig bedrohlich stampft „Torture Room“ dann anfänglich durch die Lautsprecher. Bei den männlichen Vocals hätte ich mir aber eine etwas stärker an Marco Hietala angelehnte Stimme gewünscht. Der Song ist von der Klangfarbe her deutlich düsterer angelegt und auch so eingängiger als die meisten anderen auf diesem Debut. Hat was, auch wenn der Song bei den anderen Meilensteinen, vielleicht auch aufgrund seiner etwas düsteren Ausrichtung, nicht ganz mithalten kann.

Dies wird dann auch sehr stark von „Alone At Night“ demonstriert, welcher mit tollen Gitarrenparts und gelungenen Gesangslinien aufwartet. Tanjas Ausflug in die eher klassisch ausgelegte Musik zum Ende des Songs zeigen mal wieder, wie schön doch Frauenstimmen klingen können. Mit dem Song „D.O.D.“ hat sich die Band dann auch ein eigenes Denkmal gesetzt. Ein toller Song, welcher auch in keinem Liveset der Band mehr fehlen darf. Die immer wieder auftauchenden, leicht orientalischen Untertöne sorgen für das besondere Flair. Jens kurze, böse Vocals passen hier richtig gut rein. Das reduzierte Tempo sorgt für die unterschwellig aufkommende, bedrohliche Stimmung.

„Place In Heaven“ bildet dann leider auch schon den grandiosen Abschluss für diese Album. Gerade der Chorus weiß wiedermal voll und ganz zu überzeugen. Die diversen Tempo- und Melodiewechsel sorgen mal wieder für Überraschung pur.

Fazit: Hier ist eine Band aus begabten Musikern entstanden, welche mehr als nur zu überzeugen weiß. Tanja dürfte sich in die Spitze der deutschen Sängerinnen katapultiert haben und Jens hat mit seinem Songwriting für ein deutliches Ausrufezeichen im Power Metal gesorgt. Nun bleibt eigentlich nur zu hoffen, dass es sich eine größere Band des Genres traut, Dawn of Destiny mit auf Tour zu nehmen. Dis birgt bei der Qualität der Band zwar ein nicht unbeachtliches Risiko für den Headliner, wird aber dann für Dawn of Destiny wohl der Durchbruch werden, zumal die Band auch live umsetzen kann, was sie im Studio abgeliefert haben. Der Power Metal lebt wieder in Deutschland, und das nicht nur, weil sich auch alte Größen wie Gamma Ray wieder auf ihren Ursprung besonnen haben.

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