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David Rock Feinstein: Bitten By The Beast

Es wäre mehr drin gewesen, hätte man doch nur mehr Musiker zur Verfügung gehabt
Wertung: 6.5/10
Genre: Hard Rock, Heavy Metal
Spielzeit: 44:28
Release: 19.11.2010
Label: Niji Entertainment Group

Der legendäre The Rods-Musiker kommt anno 2010 mit einem neuen Album. Irgendwie gedrängt durch den Tod von Ronnie James DIO, scheint er hier ein wenig einen gewissen Zugzwang verspürt zu haben. Ronnies letzter Song, den er in einem Studio eingesungen hat, wird hier nun veröffentlicht. Desweiteren gibt es einen alten, vom Meister mitgeschriebenen Track. Ob David an die glorreichen The Rods-Zeiten anknüpfen kann oder das Ganze nur nach Geldmache riecht, das wollen wir nun herausfinden.

„Smoke On The Horizon“ bricht wie der kleine Sohn von „Man Of The Silver Mountain“ über den Hörer hinein. Das ist musikalisch zwar sehr schön, hat aber nicht gerade den Innovationspreis verdient. Wenn man nun aber die Situation bedenkt, ist es wiederum schlüssig. Die nahe Verbundenheit zu DIO wurde natürlich gefühlsmäßig aufgewühlt durch den Tod. David gehörte bei der Beerdigung auch zu den Sargträgern, und da darf natürlich eine ungewollte musikalische Verbindung stärker als bisher aufbrechen. Interessant aber die Judas Priest-Einflüsse, die auch durchschimmern.

„Evil In Me“ rockt noch deutlicher in alten Priest-Erinnerungen. Schade, dass David praktisch alles allein eingespielt und gesungen hat. Ich denke, mit ein paar Mitmusikern wäre hier mehr rausgekommen. Der Gesang ist eigentlich das, was am meisten stört. Etwas kratzig wird das Ganze dann auch noch, durch einen nicht wirklich gelungenen Effekt wird der Gesang eher abgewertet. Eine solide Nummer mit einem starken überraschenden Part zum Ende hin. Sechseinhalb Minuten gibt das Songwriting eigentlich nicht wirklich her.

„Break Down The Walls“ hat mit dem Gesang nur wenig Chancen. Ansonsten wäre es eine recht gelungene Heavy Rock-Hommage an die guten alten Achtziger Jahre. Da fragt man sich, warum David Rock Feinstein nicht mit anderen Musikern zusammen gearbeitet hat, war es die Zeitnot oder das Ego. Vermuten würde ich eher ersteres. Der Mann leitet zudem auch noch ein nicht gerade kleines Restaurant.

Wie sehr fehlende Mitmusiker fehlen, zeigt dann Ronnie James DIOs letzter Gruß: „Metal Will Never Die“. Allein der starke Gesang von Ronnie hebt den Track auf ein ganz anderes Niveau. Zwar schon öfters live gespielt, aber erst jetzt final im Studio in Szene gesetzt, ist es definitiv das Highlight des Albums, ohne jegliches Wenn und Aber! Eine kleine Hymne.

Wie wichtig der Gesang ist, zeigt dann direkt im Anschluss das folgende „Kill The Demon“. Das ist eigentlich ein lupenreiner DIO-Song, der auf jedes der Soloalben hätte passen können. Hier zerstört der Gesang aber auch wieder jede aufkommende Begeisterung. Tolle Gitarre, die David da zockt. Hier reicht es zwar auch zum Anspieltipp, aber anders besetzt wäre es das zweite große Highlight der Scheibe.

„Rocks Boogie“ zeigt dann eine andere Seite von Mr. Feinstein. Wirklich starker Boogie Woogie-Rock. Wobei es mich dünkt, dass dies ein deutlich älterer Song sein könnte. Neu mit starker Gitarre in Szene gesetzt, geht hier richtig was ab. Wer hätte das jetzt so erwartet? Ich sicher nicht. Hier wird auch wieder sehr deutlich, welch ein brillanter Gitarrist Rock Feinstein doch ist.

„Give Me Mercy“ versucht dann, wieder ein wenig erhabener zu wirken, ohne aber das Ziel wirklich zu erreichen. Nette Durchschnittsnummer, leider nicht mehr. Das hat man schon tausendmal ähnlich und mit besserem Sound gehört.

Trotz Uptempo widerfährt „Run For Your Life“ das gleiche Schicksal. Kann man hören, muss man aber nicht, nach zehn Durchläufen bewegt sich der Zeigefinger deutlich in Richtung Skip-Taste. Das haben beispielsweise Judas Priest schon vor zwanzig Jahren deutlich besser tonal aufgewertet dargeboten.

„Gambler Gambler“ ist dann quasi ein Eigencover. Aus seligen Elf-Zeiten wird der Song ins 21. Jahrhundert befördert. Das hat sich auf jeden Fall gelohnt. Kein Wunder, dass da natürlich auch DIO als Mitkomposer benannt wird. Schade, dass er hier nicht auch das Mikro ergreifen konnte. Trotzdem kommt die Mikrofonakrobatik hier ohne zu starken Effekt aus. Der Kopf nickt absolut wohlwollend mit und man hat einen recht versöhnlichen Abschluss gebracht.

Fazit: Ein durchwachsenes Album, welches zwei negative Aspekte mit sich bringt. Als Ein-Mann-Show wirkt das Ganze ein wenig zu eindimensional, mehr Zocker wären von Vorteil gewesen, definitiv. Zum zweiten der recht häufig wirklich schwache Gesangssound, der viel Gutes einfach zunichte macht. Positiv steht dem natürlich Ronnies Gastauftritt entgegen sowie teilweise wirklich gutes Songwriting. Insgesamt ein gutes Mittelklassealbum, welches sich aber wohl zum absolut größten Teil nur wegen Ronnie James DIO verkaufen wird. Schade, da wäre mehr drin gewesen.

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