Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

David Blair: What Are You Trying To Say

Radioballaden auf hohem Niveau
Wertung: 7/10
Genre: Pop
Spielzeit: 34:25
Release: 30.09.2016
Label: 7us Music

David Blair ist ein kanadischer Liedermacher oder je nach Sichtweise Pop-Barde, der zur Zeit in Deutschland lebt und sein fünftes Album „What Are You Trying To Say“ überwiegend in verschiedenen europäischen Studios produziert hat. Die Entstehungsgeschichte der Platte ist insofern interessant, als dass zuerst ein reines Akustik-Album angedacht war, das Endprodukt aber eine Reihe von Remixen enthält, die den Charakter der Songs deutlich verändert haben.



Relativ puristisch geht es im Opener „Predictable“ zu, der sich mit der Geschichte einer jungen Frau befasst, die aus ihrem Alltag ausbricht, um Popstar zu werden. Poppig sind auch die Arrangements und auch wenn David Blair offiziell als Liedermacher vermarktet wird, wird er auf dieser Platte weder politisch, noch kratzt er am Folk-Genre. Radiotaugliche Songs mit, oft dank Remix, modernen Anleihen dominieren das Album.



So klingen bei „Reconcile“ insbesondere im Chorus erstmals Hip-Hop-Einflüsse an. Und auch ein anderer Aspekt, der je nach persönlichem Geschmack unterschiedlich beurteilt werden dürfte, tritt zutage: Die Schlagzeug-Spuren klingen sehr offensichtlich programmiert und nicht natürlich, in dem Sinn, dass sie ein echter Drummer aus Fleisch und Blut so nicht spielen würde. 
Beim folgenden „Heartbeat“ ist vom ursprünglichen Akustik-Song nichts mehr übrig geblieben. Spannend ist hier vor allem die quirlige Bass-Linie, die durch den Track wirbelt.



„Say No“ ist High-Pop, der auch von den heutigen, also gereiften Take That stammen könnte - die Geschichte einer zum Scheitern verurteilten Romanze in einer bildhaften Sprache erzählt. Etwas anstrengend ist dabei, wie bei vielen Nummer auf dieser Scheibe, dass Blair häufig in einer Tonlage agiert, die eigentlich oberhalb seiner Komfortzone liegt. Er verfügt über eine sehr angenehme mittlere Stimmlage, die Emotionen gut transportiert. Der ständige Wechsel in die Kopfstimme, wie er auch im Radiopop gerne verwendet wird, spricht nicht jeden an.



Nach dem ebenfalls hip-hop-lastigen „Replay“ könnte man bei „What Am I Worried About“ meinen, einen neuen Coldplay-Song zu hören. Atmosphärische Keyboad-Teppiche mit Gitarren-Licks und teils mehrstimmige Gesangsarrangements machen diesen Track zu einem der Höhepunkte des Albums. 
Und wo wir gerade bei interessanten Beats und Samples waren, zeigt „Work It Out“, wie man aus einem relativ simplen Akustik-Track eine tanzbare Radio-Nummer machen kann. 



Nach der etwas zu schmalzigen Ballade „Awake“, mit Piano und Streichern, kommt mit „Just A Look“ ein Song, der gut in dem Abspann eines Kinofilms passen würde, wenn man den Zuschauer wieder auf die Beine und aus der Film-Welt in die Realität holen möchte. Doch dann kommt als Rausschmeißer noch die wirklich schöne, klassisch bluesig-gospelesque Gitarrenballade „Here All Along“, die einfach alles richtig macht, ohne dabei auch nur zu versuchen, innovativ zu sein.



David Blair ist die Art von Pop, von der es im Radio gerne mehr geben dürfte. Der ganz große Wurf fehlt dieser Scheibe zwar, dafür reicht allein die Intensität der meisten Stücke nicht aus, aber „What Are You Trying To Say“ bietet genug Musikalität und Anspruch, um sich gegen einen Großteil der aktuellen Mainstream-Pop-Produktionen zu behaupten.

comments powered by Disqus

Wolken mit Gesichtern oder Jesus auf einem Pfannkuchen

Hinzu kommen Borknagar, Wolfheart und Hinayana

Neues Album und Tour im nächsten Jahr

Sieben Alpha-Hein-Mücks

Doomiges Live-Konzert in eine mögliche neue Normalität

Der Erstlingsroman des Musikers kann sich sehen lassen

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna