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Dave Hause: Kick

Ausgeglichenes Album, dem es etwas an Schneid fehlt
Wertung: 7/10
Genre: Singer-Songwriter
Spielzeit: 34:10
Release: 12.04.2019
Label: Rise Records

Aufgewachsen in einem Elternhaus, dessen musikalische Interessen im Bereich von Bruce Springsteen und Bob Dylan liegen, widmete sich Dave Hause lieber vorerst dem Hardcore-Sektor und spielte dort in diversen Bands. Mittlerweile ist der Musiker zu den elterlichen Vorlieben zurückgekehrt und präsentiert nun sein viertes Soloalbum, welches sich durch die enge Zusammenarbeit mit seinem Bruder Tim auszeichnet.

Entstanden sind zehn Songs, die zu „Kick“ zusammengefasst wurden und tatsächlich einen thematischen „Tritt“ bieten. Zu weiten Teilen beschäftigt sich Hause mit der eben nicht ganz perfekten Welt, verfällt hierbei allerdings nicht in Depression oder Aggressionen, sondern bietet eine Auflistung dessen und gar einen optimistischen Ausblick. So gibt es in „Saboteurs“ eine Auseinandersetzung mit dem System, während das intensive „Warpaint“ eine Hommage an die Frauen in seinem Leben bietet und zum Kampf für Gleichberechtigung aufruft. Passenderweise wird der Aufruf gleich noch mit einem längeren Frauen-Chorus unterstrichen.

Wo man thematisch den Albumtitel noch spüren kann, wird es musikalisch doch etwas ruhiger und „Kick“ avanciert zu einer typischen Singer/Songwriter-Scheibe. Die oft zu lesenden Vergleiche mit Bruce Springsteen sind beim Opener „Eye Aye I“ tatsächlich noch verständlich, über den Rest des Albums zeigt Dave Hause allerdings seinen ganz eigenen Stil und präsentiert erfreulich abwechslungsreiche Titel, welche im ständigen Wechsel von ruhig und schnell stehen. Da steht eben das stimmungsvolle und aufs notwendigste reduzierte „Fireflies“, welches zudem noch mit einem Mundharmonika-Part aufwartet, direkt neben „OMG“, welches rhythmustechnisch gar einen punkigen Einschlag hat. „Civil Lies“ hebt sich durch seine dominanten Gitarrenakkorde und das stampfende bis schlurfende Tempo etwas deutlicher vom Rest der Scheibe ab. Gen Ende findet man mit „Paradise“ gar noch einen treibenden Rocksong, der mit seiner guten Dynamik und diesem Extrafunken Optimismus punkten kann.

Insgesamt zeigt sich die gute halbe Stunde „Kick“ recht abwechslungsreich und ausgeglichen, auf größere Schnörkel und Schnickschnack wurde verzichtet, dafür aber auf eine druckvolle, saubere Produktion gesetzt. Leider fehlt es dem Album trotzdem am letzten Schneid; weder hat man dieses komplettes Gänsehautfeeling, noch gibt es überraschende Momente, irgendwie fehlt dieses letzte Quäntchen, mit dem sich „Kick“ wirklich abheben kann. Trotzdem lohnt es sich für Freunde erdiger, handgemachter Rockmusik, mal ein Ohr zu riskieren, da die Scheibe wirklich stimmig, vielfältig und komplett unverkrampft klingt.

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Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann