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Das Ich: Lava (Glut)

Weniger düster als der Vorgänger
Wertung: 8/10
Genre: Dark Wave
Spielzeit: 48:28
Release: 28.07.2004
Label: Massacre Records

Die 1989 von Stefan Ackermann (Gesang & Texte) und Bruno Kramm (Musik & Produktion) gegründete Dark Wave Formation Das Ich waren seinerzeit Mitbegründer der so genannten „Neuen deutschen Todeskunst“ (eine neue, musikalische Symbiose aus provokanten, anspruchsvollen Textelementen und düsteren Elektro-Minimalsounds, welche sehr schwerfällig, unnahbar und bedrückend daherkamen). Bereits ein Jahr nach der Gründung erschien im Jahre 1990 mit “Satanische Verse“ das erste Werk der Band und löste schon automatisch auf Grund des Albumtitels einen kleinen Skandal aus.

Unbeirrt gingen Das Ich aber weiterhin ihren Weg, was sich doch in einer beachtlichen Anzahl an mittlerweile veröffentlichten, erfolgreichen Alben, sowie ausverkauften Touren in Deutschland und den USA widerspiegelt. Stefan Ackermann und Bruno Kramm blieben bis einschließlich heute die einzigen, wirklich festen Bestandteile von Das Ich, welche lediglich im Studio und auf Tournee durch andere (und meist immer wechselnde) Live-Musiker mit unterstützt werden.

Nach dem im Jahre 2002 vielfach hochgelobten Erfolgsalbum “Antichrist“, stand zwei Jahre später bereits mit “Lava (Glut)“ ein Nachfolger in den Startlöchern, welcher wiederum erfolgreich beweiste, dass auch für Das Ich jene Doktrin galt und immer noch gilt: Stillstand, ist der Tod!

Nachdem das Album “Antichrist“ im direkten Vergleich doch sehr nihilistisch, zornig und aggressiv in den Texten und deren musikalischen Umsetzung gehalten war, entschloss man sich für das aktuelle Werk einen neuen (bisher unbeschrittenen) Weg zu gehen: Man erkor nunmehr Themen wie Liebe und Selbstverwirklichung aus dem Das Ich Universum herauf, um jene als heiße und unbezwingbare Urkraft des menschlichen Lebens freizusetzen: Als niemals erlöschende und innerlich immer lodernde und brodelnde „Lava“.

Ebenso wirkt auch musikalisch gesehen der aktuelle Output um einiges frischer, kraftvoller und rockiger in seiner Gesamterscheinung. Nicht mehr gar so finster und schwerfällig monoton klingen nun die aktuellen Werke der Band. Ebenso Stefan Ackermanns legendäre Gesangesleistungen lassen auf dem aktuellen Werke nochmals wieder eine Steigerung zu, die in jedem Falle sehr hoch anzurechnen ist, da sie perfekt mit dem neuen Musikgewand einher geht! Doch woher dieser teils doch gravierende Stilwandel (wenn man diesen als solchen überhaupt bezeichnen kann)? Einerseits wollte man sich natürlich nicht ständig selbst wiederholen und auch mal Neues wagen. Ein Experiment also, das letztendlich in musikalischer und textlicher Hinsicht sehr gut gelungen ist.

So werden wir direkt gleich zu Beginn mit dem “Schwarzen Stern“ gekonnt in die druckvolle Laufbahn der Höhen und Tiefen des menschlichen Seins und Lebens geschickt, um ein inneres "Fieber" aus Angst, Panik und Existenzlosigkeit in uns zu spüren. Geheilt werden kann dieses Fieber nur durch die Liebe und “Sehnsucht“, welche eine für Das Ich sehr untypische, versöhnliche und herzenswarme Dark Wave Ballade darstellt. Ein dickes Kompliment hierzu an eine erstklassige und monumentale Soundkulisse, die zwar immer sehr bombastisch, aber niemals überladen wirkt.

“Tot im Kopf“ und “Seele tanzt“ stellen m.u. die beiden schnellsten Tracks des Albums dar, und sprechen eine ebenso offene, wie auch deutliche Sprache: Gesellschaftliche und (vor allem) geistige Mauern in Kopf und Geist der Menschen lassen sie innerlich qualvoll immer mehr verkümmern und letztendlich auch einsam daran sterben. Von daher gilt es völlig unumgänglich, diese Mauern aus Angst, Frust, Hass und Selbstzweifel zu durchbrechen und ein für alle Mal hinter sich zu lassen! So dass sich die Seele alsbald wieder in freie Bahnen lenken und dort entfalten kann.

Sicherlich ist es ein unbezweifelbarer Fakt, dass die in dieser Form vorliegenden Albumtracks nur bedingt Club-tauglich sind. Dafür sind sie letztendlich einfach zu zahm, was den Bass und den Druck innerhalb der einzelnen Songs angeht. Eben aus diesem Grunde gibt es neben dem Album “Lava (Glut)“ noch eine gleichzeitig erschiene Alternativversion mit dem Titel “Lava (Asche)“. Auf eben jenem “Lava (Asche)“ finden sich nun auch fast wieder sämtliche Titel des original Werks neu zusammen, nur eben in mehr Club-tauglicheren und tanzbaren Formen (also komplett geremixt).

Anzumerken sei aber noch letztendlich zum original “Lava (Glut)“ Album folgendes: Neben der regulären CD, befindet sich noch eine kostenlose Bonus DVD in jenem Output, welche uns nicht nur den (fast) kompletten Inhalt des seinerzeit mitgefilmten M´era Luna - Auftrittes in Hildesheim anno 2002 bietet (seinerzeit bereits vollständig erschienen auf der limitierten VCD "Momentum“), sondern uns auch noch ein aktuelles und sehr interessantes “USA Tourvideo 2004“ mit dazugehöriger Bildergalerie bietet.

Fazit: Das Ich haben es mit “Lava (Glut)“ bestens verstanden, sich so musikalisch weiterzuentwickeln, dass sie immer noch glaubhaft und authentisch sind. Fast nichts wirkt aufgesetzt oder gar unpassend (nur eben wie gesagt leider nicht mehr gar so düster und beklemmend wie einst noch bei "Antichrist" der Fall). Von daher lassen wir uns mal überraschen, was die pedantischen Soundtüftler demnächst auf die Beine stellen werden, wenn im kommenden Frühjahr ihr neues Werk das (finstere) Licht der heimischen „Danse Macabre“ Studios erblicken wird.

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