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Das Ich: Egodram (Edition)

Alte Kleider in neuen Sound-Gewändern
Wertung: 9.5/10
Genre: Gothic Indrustrial/EBM
Spielzeit: 96:57
Release: 25.02.2011
Label: Danse Macabre

„Egodram“? Das hatten wir doch vor vielen Jahren schon, oder etwa nicht? Genau, 1998 veröffentlichten Bruno Kramm und Stefan Ackermann alias Das Ich „Egodram“ erstmals und lange Jahre ist diese Ausgabe nun vergriffen und nicht mehr normal im Handel erhältlich. Und das, obwohl viele Fans des Duos gerade diese CD als die wichtigste und beste ansahen. Nun endlich, nach 13 Jahren seit der Erstveröffentlichung und 22 Jahren Bandgeschichte liegt diese CD wieder in den Regalen und das völlig gemastert und neu aufgenommen.

Es ist alles an Ort und Stelle, wie es 1998 schon war. Kenner erkennen im Vergleich, dass alle Songs der damaligen Hitscheibe genau in der Reihenfolge wieder vorhanden sind, was natürlich gefällt. Heute sind die Aufnahmemöglichkeiten weitaus besser aus noch vor dreizehn Jahren und das zeigt sich und kommt dem Album „Egodram“ zu Gute.

Fans der EBM-Größen, die es damals aus welchen Gründen auch immer verpasst haben, das Album „Egodram“ zu kaufen, hätten vermutlich auch bei einer Neuauflage ohne Remastering zugegriffen. Das Ich sind aber bekannt für Perfektionismus und so muss ihnen direkt klar gewesen sein, dass dieses so niemals in ein Jewel Case kommt.
Mit dem Titelsong „Egodram“ geht es los und dieser soll hier auch für das besprochen werden, was Das Ich gemacht haben. Der Song ist in seinen Grundzügen geblieben, was er war, durch die Neuproduktionen wirken seine elektronischen Elemente klarer, die Synthesizer echter und näher am Ohr des Hörers. Es darf getanzt werden, meine Damen und Herren.

Zurückhaltung ist nicht, sagt auch der zweite Song „Kindgott“. Ohne diesen Song kann sich vermutlich kaum ein Industrial-Fan die Szene vorstellen. Gerade mit „Kindgott“, aber auch mit „Destillat“ haben Stefan Ackermann und Bruno Kramm die Szene erheblich geprägt. Um so dramatischer war es die Zeit über, diese Songs nicht mehr in ihrer Ursprungsform erwerben zu können. Ohne „Destillat“ zum Beispiel dürften Das Ich vermutlich keine Bühne verlassen. Stefan sagte zuletzt in Bochum „Ich geb’ euch, was ihr braucht!“. So geschehen nun mit der Neuveröffentlichung.

Aber auch Songs wie „Firmament“ oder „Chroma“ wurde ein neues Leben eingehaucht und all das ohne dass sie ihr altes Gesicht verloren. Denn hier handelt es sich ganz klar um ein Remake und kein Remixalbum.

„Destillat“ knallt dann auch wie erwartet und an bekannter Stelle aus den Boxen, ruhig beginnend, entwickelt sich der Song zu dem, für was er heute bekannt ist: Ein EBM-Song der Sonderklasse.

Das Ich haben sich Mühe gegeben, den alten Kleidern neuen Glanz zu verleihen, ohne dass dem Gewebe durch zu harte Waschmittel geschädigt wurde. Hier zeigt sich das Können der Gruppe.

Interessant ist hier aber der Blick auf die Bonus-CD, die viele Tracks entweder in ihrer Demoversion offenbart oder neue Remixe zeigt. Hier ist „Destillat“ zweimal vertreten. Die erste ist die damals gesendete Version, die es bei MTV zu bewundern gab. Eine irgendwie weichgespülte Version. Gut, dass es da noch die extended Version mit über fünf Minuten Spielzeit gibt. Tanzen, tanzen, tanzen und mehr nicht schallt hier durch die Boxen. Aber auch die Versionen von „Kindgott“ müssen hier Platz finden, vor allem die Demoversion. Eher selten lässt doch eine gestandene Gruppe ihre Fans so sehr ins Innere schauen; in die ersten Anfänge einer hier noch jungen Band. Stefans Stimme ist hier deutlich schwach im Hintergrund und beim Hören ist man doch froh über den Wechsel und die professionelle Aufnahme des Songs letzten Endes.

Das Ich haben vielen mit der Neuveröffentlichung einen Herzenswunsch erfüllt, aber auch Fans, die die CD selbstverständlich im Regal stehen haben, tun gut daran, diese Version einmal in Augenschein zu nehmen. Ja Augenschein, denn neben den hervorragenden Neuaufnahmen bringt die CD noch ein Booklet mit vielen tollen Fotos von Das Ich mit.

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