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Darzamat: Solfernus Path

Das neue Werk der polnischen Düster-Metaller
Wertung: 7/10
Genre: Progressive Metal
Spielzeit: 42:36
Release: 28.08.2009
Label: Massacre Records/Soulfood

Darzamat leiden aus unerfindlichen Gründen an der Zweite Klasse-Einstufung und werden schon seit geraumer Zeit immer wieder hin und her gereicht. Mit ihrem fünften Album sind die polnischen Düster-Metaller nun bei Massacre Records gelandet und suchen dort nach der längst verdienten Chance, sich mal etwas weiter aus dem Underground hervorzuwagen.

Die Chancen stehen dabei gar nicht mal so schlecht, denn mit "Solfernus Path" legt die Band ihr bislang reifstes und auch spannendstes Album vor. Darzamat wagen sich noch weiter in den progressiven Sektor vor und tauschen die gewohnte Theatralik immer mehr gegen einen melodischen, fokussierteren Unterbau aus, der "Solfernus Path" trotz der reichen Zahl unterschiedlicher Elemente zu einem schlüssigeren, leichter nachvollziehbaren Werk macht – und genau damit befinden sich Darzamat auf der richtigen Spur.

Störend hingegen ist der Aspekt, dass die Polen die starken Ansätze immer wieder mit Intros und Interludien unterbrechen, die sich auch zur Verdichtung der Atmosphäre nicht immer zwangsläufig eignen. Gerade in der Mitte des Albums wird die Gesamtstimmung immer wieder aus dem Kontext gerissen, was angesichts starker Momente wie "Final Conjuration" und "Gloria Inferni" wirklich bedauerlich ist. Hier baut die Band individuell ein kleines Monster aus progressiven Arrangements, dichter Stimmung und dramatischen Wendungen auf und trumpft das Ganze noch mit dem wechselnden Gesang, lässt die erhabene Wirkung aber leider wieder verflachen, indem ein kurzes Interludium eingeschoben wird.

Stellen Darzamat indes den Song an sich in den Fokus und lassen die vielen Nebenspielweisen außen vor, sieht die Sache direkt anders aus. Die kraftvolle Stimme von Frontdame Nera ergänzt sich heuer noch besser mit den akzentuierten Growls ihres Kontraparts Flauros, ohne dass hierbei eine klischeebesetzte Gothic-Metal-Kollaboration entsteht. Vergleiche zu den bekannteren Acts sind daher auch auf "Solfernus Path" nicht angebracht, wenngleich einige Elemente der früheren Tristania unbewusst als Parallele auftauchen – doch das darf man an dieser Stelle auch nur positiv sehen.

Würde die Band nun den manchmal überschwelenden Bombast noch mehr eingrenzen und häufiger so konsequent vorgehen wie in "Pain Collector" und "Chimera", wäre der endgültige, oder zumindest der verdiente Durchbruch nur noch eine Frage der Zeit. Die Weichen sind jedoch endgültig gestellt, der Support sollte nun auch da sein, und da die Konkurrenz derzeit auch nichts Spektakuläres auf die Beine stellt, bleibt die Hoffnung, dass Darzamat mit ihrem fünften Album endlich die Chance bekommen, die ihnen zu diesem Zeitpunkt zusteht. So viele lichte Momente wie auf "Solfernus Path" hat die Band jedenfalls bis dato noch auf keiner Scheibe aufzeigen können!

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