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Daryl Stuermer: Go

„Go“ – aber wohin?
Wertung: 10/10
Genre: Instrumental Rock
Spielzeit: 47:44
Release: 20.04.2007
Label: InsideOut Music GmbH

Freitag, der 13. April, 13.00 Uhr MEZ – ein kurzer Blick in den Spiegel, die Frisur sitzt und die obligaten schwarzen Klamotten auch. Zeit für den täglichen Gang zum Briefkasten. In meinen wundervollen Kamelhaarhausschuhen (tolles Wort, oder!?) schwebe ich durch den Hausflur dem guten Stück entgegen. Heute sollte ein ebay – Tag sein. Und siehe da – er ist es auch. Die erwartete CD liegt ordentlich verpackt in der Postabholröhre. Doch hoppla, da liegt noch ein dick gepolsterter Umschlag. Ah – Post vom Webmaster Alex. Überraschung!!!

Aufgeregt wie ein kleiner Junge stürme ich mit dem Ü-Ei des Tages zurück in meine Wohnung. Mit dem Fuß knalle ich die Tür zu. Ha – nichts ist mit Mittagsruhe! Wo ist die Schere – da! – und schnippe-di-schnapp auf ist der Brief. Super, gleich zwei CD’s auf einmal. Freu, doppel freu!

Den neuesten Erguss (pfui!) der Kanadier Saga lege ich erst einmal zur Seite. Das wird ein CD’chen für den besonderen Abend. Und was gibt es sonst noch. Daryl Stuermer!? Ein Gitarre spielender Fußballer? Oh ne – nich so was!!! Aber halt – den Namen kenne ich doch irgendwo her. Denke, denke, denke. Die Außentemperaturen und der permanente Sonnenschein machen mich krank und mein Gehirn schrumpft. Mir will einfach nicht einfallen, woher ich den Typen kenne. Weiter denken, schneller, immer schneller!!!

Heureka – ich hab’s gefunden. Dieser Vollbart tragende Gitarrero hatte Ende der Siebziger irgendwas mit Genesis zu tun. Er war ihr Tour-Klampfer. Steve Hackett hatte ja anno 77 Leine gezogen und Mike Rutherford konnte live schlecht beides – sprich Sechs- und Viersaiter – gleichzeitig zupfen. So musste der gute Herr Stuermer ran.

Nachdem ich feststelle, dass mein musikalisches Gedächtnis, wenn auch langsam, doch noch ordnungsgemäß – also krass korrekt – arbeitet, werfe ich einen Blick auf das Infoblatt der Plattenfirma. Recht gehabt, Recht gehabt – drum werd’ ich auch nicht ausgelacht. Soll ich euch noch was verraten, der Ärmste hat sogar in der Tourband von Phil Collins mitgemacht. Mein herzliches Beileid! Da kann Mann/Frau ja nur hoffen, dass der „coole“ Phil für das Abdudeln seiner unterirdisch schlechten Musik wenigstens höchst anständig an unseren Linksaußen gelöhnt hat.

„Go“ – zu deutsch „Gehen“ oder vielleicht auch „Losgehen“ oder „Leine ziehen“ ist Album Numero 9 von unserem Mittel“stuermer“. Und was soll ich sagen – eine komplette Instrumentalplatte. Kein Singsang, nicht ein Uups oder Aaah oder Yeah. Nichts, rein garnix, glatte Fehlanzeige. Aber! Der Junge kann Gitarre spielen und wie, sag ich Euch. Da bläst es einen glatt aus den schwarzen Tennissocken.

Also nicht dass Ihr jetzt glaubt, das ist wieder so ein masochistischer Griffbrettwi... (genau das meine ich!). Nein, das ist er nicht. Keine Selbstbeweihräucherung (schweres Wort, aber so geil) an den sechs Saiten. Niente, nada, njet. Zehn hochinteressante, abwechslungsreiche, toll produzierte, super gespielte und nie langweilige Liedchen hat der Meister in petto. Voll Metal – freie Zone, klaro !? Irgendwo zwischen Pop, Rock und Jazz angesiedelt, kredenzt uns unser Flitzefinger einen Kracher nach dem anderen. Da wird es mal folkloristisch („Masala Mantra“ – Alter, hol die Blockflöte raus.) oder progressiv („Urbanista“) oder sogar ein bisschen melancholisch („Heavy Heart“ – Träne wegdrück). Immer songdienlich und gefühlvoll geht der Maestro zu Werke. Molto bene – grandioso. Ich bin erstaunt, angetan und schwer begeistert zugleich. Der Silberling geht in die heftige Dauerumdrehung oder Heavy Rotation. Daryl, you are my hero!

Fazit: Eine quasi total gelungene Scheibe.

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