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Darkthrone: Dark Thrones And Black Flags

Ein ausgestreckter Mittelfinger
Wertung: 8.5/10
Genre: Black Metal, Punk
Spielzeit: 38:59
Release: 31.10.2008
Label: Peaveville Records

Was kann man über Darkthrone noch schreiben? Diese Band hat als einzige der wenigen die Wirren der norwegischen Black Metal-Szene Anfang der 90er unbeschadet überstanden und ist auch heute noch eine feste Größe. Sei es die Konsequenz, mit der sie zu Werke gehen, die auf den ersten Blick völlig unterschiedlichen Charaktere Fenriz und Nocturno Culto, das konsequente Verweigern von Konzerten oder der Hang zur „primitiven“ Musik – all das sind wichtige Mosaiksteine, die Darkthrone zu der Legende machen, die sie heute sind.

Eine Legende, die nicht unumstritten ist. Denn in der engstirnigen Black Metal-Szene (andere Genres können natürlich ebenso sein) sind Weiterentwicklung und angebliche kommerzielle Anbiederung Reizthemen. Fenriz und Nocturno Culto scheinen aber darauf zu pfeifen und haben mit „Dark Thrones And Black Flags“ mal wieder ein Album veröffentlicht, das rein gar nichts mit ihren Klassikern wie „Transylvanian Hunger“ oder „Panzerfaust“ zu tun hat. Party Animal Fenriz und sein die Einsamkeit liebender Partner wildern vielmehr durch die Metalhistorie und gönnen sich auch durchaus mal einen Blick über den viel zitierten Tellerrand. Bestes Beispiel hierfür sind die massiven Punk-Einflüsse im genial betitelten „Hiking Metal Punks“.

Überhaupt lohnt es sich, diese Scheibe genauer zu analysieren. Denn hinter der Darkthrone- typischen Produktion verbirgt sich die Musik zweier absoluter Metal-Maniacs, die es nicht lassen können, ihren zahlreichen Vorbildern zu huldigen. Bei Songs wie „The Winds They Called The Dungeon Shaker“ standen offensichtlich Venom Pate, ebenso Hellhammer. „Hanging Out In Hangar“ ist sicherlich entstanden, als sich eine alte, zerkratzte Motörhead-Vinyl auf dem Plattenteller drehte. Und der schwermütige Titeltrack ist ein räudiger Bastard aus den ersten Black Sabbath-Platten und Celtic Frost. All dies wird dargeboten mit einer unüberhörbaren Spielfreude.

Fazit: Rein objektiv betrachtet müsste ich diese Platte eigentlich als unglaublich öde empfinden. Die beiden Norweger gehen gewohnt primitiv zu Werke und es kümmert sie einen Dreck, was man von ihnen erwartet. Und genau das macht die heutigen Darkthrone so einzigartig! Metalcore und Pagan Metal-Fans werden sich mit Grausen ob des Gescheppers abwenden und Black Metaller, die ihre Bibel in den Bandklassikern gefunden haben, bekommen gleichermaßen den Mittelfinger gezeigt. Man kann Darkthrone guten Gewissens scheiße finden, aber man muss sie respektieren.

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