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Darkthrone: Arctic Thunder

Roh, wild und ungezähmt wie eh und je
Wertung: 8/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 39:21
Release: 14.10.2016
Label: Peaceville Records

Wo Fenriz und Nocturno Culto gemeinsame Sache machen, da kommt meist etwas Großartiges zu Tage. Nicht immer, aber eben meistens. Ob sich das aktuelle Album ihrer gemeinsamen Band Darkthrone in diese Reihe einklinkt, das gilt es hier zu untersuchen. 


Der Albumtitel passt auf jeden Fall wie die Faust aufs Auge. „Arctic Thunder“ ist ein großspuriger Titel, der auf Großes warten lässt. Tatsächlich klingen die ersten Töne der Platte wirklich einem aus der Ferne heranrollenden Donner nicht unähnlich. Dieser entwickelt sich aber schnell zu einem Gewitter, als „Tundra Leech“ Fahrt aufnimmt. 

Räudig, rau und ungepflegt könnte man den Sound nennen, der einem hier um die Nüstern weht. Allerdings treffen Darkthrone, die das Album übrigens am gleichen Ort aufgenommen haben wie ihre erste Veröffentlichung, den Sound extrem passend für ihre Musik. Mit Sicherheit wurde die Platte ohne großen technischen Aufwand realisiert, trotzdem klingt die Scheibe sehr ordentlich. Für eine Black-Metal-Platte tönt „Arctic Thunder“ ein bisschen Retro, aber mit viel Liebe zum Detail. So wurden die Drums zum Beispiel zwar schon recht dumpf gemischt, es wurde aber peinlich genau darauf geachtet, dass es keinen Soundbrei gibt. Ganz ähnlich verhält es sich mit dem Gitarrenklang.

Musikalisch haben sich Darkthrone weiter- und zurückentwickelt. Den Hörer erwarten mitreißende, hypnotisierende Gitarrenriffs, Keif- und Cleangesang und ein meist nicht so leicht vorhersehbares Songwriting. Trotzdem man dem Black Metal immer sehr nahe bleibt, werden verschiedenste Stile eingewebt. Dieses erstreckt sich von NWOBHM über Punk bis hin zu schwermetallischen Bausteinen. Die gesanglichen Variationen sind dünner gesät, aber durchaus vorhanden. Meist bleibt der Mastermind aber ein giftsprühendes Keifmonster.

Die Platte ist mit knapp vierzig Minuten nicht gerade ein Langläufer, was praktisch gezwungenermaßen dazu führt, dass man den gleichen Titel relativ schnell wieder um die Ohren gedonnert bekommt. Trotzdem wird der Silberling nicht schnell dröge, es verhält sich eher andersherum. Während man die ersten paar Durchgänge hauptsächlich die schwarzmetallischen Elemente erspähen wird, so kommen nach und nach auch die anderen Einflüsse oder Einschläge immer deutlicher zum Vorschein. Darkthrone machen zwar wirklich kein Geheimnis aus der Stilmischung, aber auf die Nase gebunden wird sie dem Hörer auch nicht.

Die Scheibe ist natürlich jedem Fan der beiden Macher unbedingt zu empfehlen; Nocturno Culto und Fenriz zeigen hier eindrucksvoll, wie man mit einer Konzentration auf das Wesentliche durchaus punkten und überzeugen kann. Doch vor allem auch Fans des unbearbeiteten Black Metals aus den Neunzigern und darüber hinaus kann man den Rundling vorbehaltlos empfehlen. Hier gibt es eine schöne Vollbedienung, die immer räudig und sehr roh rüberkommt, ohne ins Kitschige oder auf Garagenniveau abzurutschen.

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