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Darkened Nocturn Slaughtercult: Saldorian Spell

Es gibt erwartungsgemäß keine nennenswerte Weiterentwicklung, dafür aber eine Menge starker Songs
Wertung: 8/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 41:24
Release: 20.11.2009
Label: War Anthem Records / Soulfood

Bereits seit 1998 treiben Darkened Nocturn Slaughtercult ihr Unwesen im Black-Metal-Underground und gelten schon lange als eine der besten und bekanntesten Bands der deutschen Schwarzwurzel-Szene. Schon mit der ersten MCD „The Pest Called Humanity“ von 1999 konnte die Gruppe, die von der mit bis zu den Kniekehlen reichender Haarpracht ausgestatteten Frontfrau Onielar angeführt wird, auf sich aufmerksam machen und genießt seither den Ruf als eine der truesten Bands des Genres, was darin begründet liegt, dass man den Leuten das vorsetzt, was sie erwarten. Im Black-Metal-Underground sicher nicht die schlechteste Idee, wenn man nicht von allen Seiten gleich als Verräter beschimpft werden will.

Bei den folgenden Alben „Follow The Calls For Battle“, „Nocturnal March“ und „Hora Nocturna“ jedenfalls war bezüglich der musikalischen Entwicklung des Schlächterkultes nicht gerade ein Quantensprung auszumachen – einzig in Sachen Produktionstechnik ist ab „Nocturnal March“ ein deutlicher Schnitt erkennbar, da der Sound doch um einiges transparenter geworden ist.

So bekommt der geneigte Hörer auch auf Full-length-Album Nummer vier, „Saldorian Spell“ betitelt, schnörkellosen Black Metal ohne großen Firlefanz geboten – meist in hohem Tempo mit amtlichen Blastbeat-Attacken, hin und wieder unterbrochen durch ein paar groovigere und wenige langsamere Passagen. Mag sein, dass dies nicht sonderlich innovativ ist, aber Darkened Nocturn Slaughtercult sind nun mal keine besonders experimentierfreudige Band, in dem, was sie tun, jedoch zweifellos sehr gut – weswegen sie auch zurecht mit an der Spitze der deutschen Black-Metal-Bewegung stehen.

Die Gitarrenarbeit ist technisch sauber vorgetragen, erinnert wegen des erwähnten hohen Tempos des öfteren an Dark Funeral oder auch Deathspell Omega (ohne die Genialität letzterer zu erreichen) und die wirklich äußerst fies kreischende Onielar hat sowieso schon lange zuvor unter Beweis gestellt, dass sie sich keinswegs hinter ihren männlichen Kollegen zu verstecken braucht. Produktionstechnisch hat man die Balance zwischen Transparenz und Underground-Feeling auch längst gefunden, einzig der Tomsound hört sich viel zu hohl an und will überhaupt nicht ins Gesamtbild passen. Zwar sei angemerkt, dass auf der Promo-CD die Worte „not finally mastered“ notiert sind, doch ist dieser Tomsound auch auf dem vorigen Album „Hora Nocturna“ zu hören. Sehr schade, dass man da immer noch nichts geändert hat – meiner Ansicht nach sollte man nächstes Mal endlich daran arbeiten.

Ansonsten gibt es nicht viel zu meckern: Eine Weiterentwicklung ist wie gesagt nicht wirklich erkennbar, doch das war eben auch nicht zu erwarten. Diese Band will halt puren, unverfälschten Black Metal spielen und das ist ja auch okay. Das Niveau nämlich bleibt in puncto Spielvermögen und Songwriting hoch: Sei es der Titelsong, der von einer bedrohlich anschwellenden Geräuschkulisse eingeläutet wird und mit einem sehr markanten Mainriff ausgestattet ist, sei es der durch clevere Tempowechsel glänzende zweite Track „Beneath The Moon Scars Above“, das zwischen Groove und Raserei wechselnde „The Descent To The Last Circle“, die regelrecht eingängige Nummer „Glance At The Horizon“, das sich nach getragenem Mittelteil in eine immer irrsinnigere Raserei steigernde „Suitor Of Death“ oder das finale Epos „The Saturnine Chapel“, welches majestätisch ausklingt: Hier erfährt der puristische Black Metaller die absolute Vollbedienung. Fans kommen sowieso auf ihre Kosten und müssen diesen schwarzen Hassklumpen definitiv abgreifen.

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