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Dark Tribe: Archaic Visions

Die einen Bands verdienen sich Plattenverträge – die anderen heißen Dark Tribe
Wertung: 1/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 47:17
Release: 27.08.2010
Label: Black Hate Productions

„Was zur Hölle…?“ - Manche Bands schaffen es, den Hörer bereits nach den ersten 30 Sekunden sprachlos zu machen. Das gelingt auch der Band Dark Tribe, die in diesem Jahr ihr neues Album „Archaic Visions“ veröffentlicht. Man weiß nicht recht, worüber man als erstes sprechen oder besser sich aufregen soll, denn bei dieser CD handelt es sich um den größten Reinfall, den man dieses Jahr zu hören bekommt.

Das Meinungsspektrum ist bei vielen Dingen bekanntlich sehr breit gefächert und es mag vielleicht auch ein paar Leute aus dem extremen Black-Metal-Bereich geben, die dieser CD etwas abgewinnen können, es gibt aber auch die andere Seite und von dieser soll im Folgenden berichtet werden.

„Archaic Visions“ ist ein Album, das nicht lange versucht, seine schlechte Produktion zu verheimlichen. Der Sound ist absolut dünn und mager. Wenn die Gitarre nicht gerade klanglos dahin schnarrt, ist zumindest der Gesamtklang so weit heruntergedrückt worden, dass man nur noch ein undeutliches, dumpfes Pollern zu hören bekommt. Lange hält man sich mit diesem Eindruck (zum Glück?) aber nicht auf, denn dann wird man sich sofort des zweiten sehr markanten Punkts bewusst und das ist Monotonie.

Dem Drumcomputer wird der seelenlosestes Sound auferlegt, den man in seinen Dateien finden kann und man gibt ihm langweilige Schlagabfolgen zu verarbeiten. Diese können aber auch nur noch als „Taktangabe“ betitelt werden und haben nichts mehr mit einem ordentlichen Drumming zu tun. Den Gitarristen schließt man aber gleich besonders ins Herz: „Virtuoses Gitarrenspiel? Niemals!“ Solche oder ähnliche Gedanken müssen ihm beim Songwriting des Albums durch den Kopf gegangen sein und so darf man die Einfachheit von über den Daumen gerade mal zwölf kleine Riffs auf sich wirken lassen. Pro Lied ein Riff ist auch wirklich mehr als genug! Jedenfalls scheint es dafür zu reichen, wenn man ein Album voller langweiliger Melodien, bestehend aus schrecklich simplen Riffsm zusammen zimmern will und seinen absoluten Höhepunkt in den unendlichen Wiederholungen dieser Melodien plant. Dafür lassen sich aber die angekündigten „Disharmonien“ wieder finden - zumindest wenn man die Kombination aus schiefen Tönen gelten lässt. Mit dieser ausgefeilten Leidenschaft für gehaltslose und langweilige Musik unterbietet der Gitarrist sogar noch den Drumcomputer - ein Ding der Unmöglichkeit!

Ein weiterer Punkt sind die Vocals: Der Sänger von Dark Tribe krächzt und keift, was das Zeug hält. Ein Merkmal des Gesangs ist das eigenartige Hochrutschen der Stimme, wodurch aus dem Krächzen schnell eine durchgeknalltes Wimmern und kindisches Zetern wird. Es wirkt wie ein Ausrutscher. Da sich dieser Stil aber über die Länge der CD konsequent hält, muss es wohl gewollt sein. So kann man über die Vocals auch nicht viel mehr berichten, als dass sie ausdruckslos und dilettantisch, manchmal sogar gerade zu hilflos wirken und keinerlei Klang besitzen. Selbst das dunkle Krächzen übermittelt keinerlei Stimmung. Angesichts dieser undeutlichen Geräuschkulisse, die den Stimmbändern da entlockt wurde, kommt zusätzlich die Frage auf, ob es überhaupt Lyrics gibt oder „stilgerecht“ gleich darauf verzichtet wurde, um die Atmosphäre des Simplen und Gehaltslosen nicht zu zerstören.

Passend dazu wirkt auch selbst das Booklet wie ein schlechter Witz: Es wird einem keinerlei Inhalt geboten (wenn man von diesem albernen pseudo-philosophischen kurzem Textstück absieht) und selbst die Bilder bestehen mehr aus schwarz als aus Motiv. Ist das True Black Metal?  Eher true Amateur! Dieses Booklet hätte man sich wirklich sparen können!

Wohlwollen würde man dieses Album als Rohfassung eines viel zu früh veröffentlichten Debüt-Album halten. Angesichts der Tatsache, dass es sich dabei aber schon um das dritte Album der Band handelt, bin ich schockiert und fange an, auch auf der Straße nach Plattenverträgen zu suchen. Es gibt einen Gnadenpunkt, weil die Band so schön den Takt halten kann und die Melodie aus dem Lied „Suicide Is The Light“ vor der zehnten Wiederholung noch ganz interessant klingt.

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