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Dark The Suns: In Darkness Comes Beauty

Ein ungemein ausgereiftes, wunderschönes Album ohne jegliche Kitschanflüge
Wertung: 8.5/10
Genre: Melodic Dark Metal
Spielzeit: 40:0
Release: 30.11.2007
Label: Grau

Dark The Suns sind eine weitere Band aus meinem Lieblingsland. Genau, das war das mit den sommerlichen Mückenplagen und dem leckeren Wodka, den man dort übrigens in Kisten kaufen kann wie hierzulande Mineralwasser – na, alles klar? Richtig, ich spreche von Finnland.

Typisch für Dark The Suns sind Pianoklänge, die allerdings nicht von diesem wunderschönen Instrument, sondern eher von Juha Kokkonen´s Keyboard stammen, was ein wenig schade ist. Desweiteren wird durch Mikko Ojala sowohl gegrowlt als auch geflüstert. Die Gitarrenarbeit, ebenfalls von Frontmann Juha übernommen, gerät ob der Dominanz des Tasteninstruments gar ein wenig in den Hintergrund. Die Rhythmusfraktion, vertreten durch Markus Lehtinen (Drums) und Inka Tuomaala (Bass ), gibt dem Ganzen dann noch den richtigen Drive, ohne allerdings in bodenblechlose Raserei zu verfallen.

Gleich zu Beginn von „Reflections“, dem ersten Song der CD, wird der geneigte Sentenced-Fan ergriffen von der Erinnerung an die guten, alten “The Cold, White Light“-Zeiten . Wenn auch hier sowohl das Growling als auch Flüstern Einzug in das Stück hält , so lebt dieser Track doch gerade auch von seinen unüberhörbaren Melancholievibes, die auch in den folgenden Stücken immer wieder zu finden sein werden, was einfach großartig klingt.

So mancher harter Bursche mag jetzt anführen, dass dies dann Weibermetal ist, aber gut, sei´s drum, und wenn schon … Aber auch durch die Growls und die Melodien dürfte sich der ein oder andere männliche Fan des elchtodgegerbten Leders bestens unterhalten wissen, wenn er diese CD einlegt.

Ich kann mir nicht helfen, aber die Pianoklänge im Mittelteil des tüchtig nach vorne stampfenden „The Sleeping Beauty“ besitzen eine immens dichte Verwandtschaft zu ebensolchen in Nightwish‘s „Nemo“. Aber egal, dies ist ein schweinegeiler Song.

Das Gitarrensolo in „Black Sun“ erinnert dann so dermaßen an meine über alles geliebten Sentenced, dass man sofort wieder in Erinnerungen schwelgt. „Alone“ setzt den Heftigkeitspegel der Scheibe in den entsprechenden Parts noch einmal ein paar Einheiten höher, lässt dabei aber nicht die melancholische Eindringlichkeit außen vor.

“A Darkness To Drown In” geht danach fast schon in doomig-gothicmäßiges Gebiete über, ohne allerdings dabei kitschig rüber zu kommen. „Angel Soul“ kann dem fast schon erschreckend hohen Qualitätslevel der erst en Granaten nicht ganz halten. Die bandeigenen Attribute werden zwar auch hier umgesetzt, aber irgendwie fehlt diesem Stück dann doch das letzte Quäntchen, das letzte gewisse Etwas. Aber hey, schlecht ist e s trotzdem nicht.

Einen schön dramatischen Aufbau zu Beginn bietet „Drama For Gods“, und wie sollte es auch anders sein, ist dies auch wieder ein weiteres Hammerteil der Scheibe. “Ghost Bridges” geht eingangs durch die Synthies einen klitzekleinen Tacken in Richtung Elektro-Gothic, was dem Ganzen aber auch recht gut steht . Allerdings fällt auch dieses Stück gegenüber den restlichen Überstücken des Longplayers etwas ab. Es scheint fast ein bisschen so, als gehe den Jungs auf die Länge der Spielzeit ein bisschen die Luft aus.

Aber um diese Meinung zu festigen, haben wir die Rechnung ohne „Like Angels And Demons“ gemacht. Keine Angst, denn glaubt man einzig dem Songnamen, dann hätte man hier wieder diese Männlein-Weiblein-Gesangsstruktur zu befürchten, aber ihr könnt aufatmen, denn Dark The Suns kommen ohne diesen kitschgeschwängerten Gegensatz von Growls und ätherischem Engelsgesang aus. Umso mehr beeindruckt dieses Stück dann auch, denn neben dem wieder mal treibenden Rhythmus dominieren erneut diese genialen Melodien.

„Away“ schließlich ist die Krönung eines insgesamt sehr gelungenen, aber dennoch weiter ausbaufähigen Debuts. Erstklassig ist nämlich , wie sich der Song zu Beginn erstmal ein klein wenig langsamer aufbaut und dabei gar an Amorphis zu ihren genialsten „Tales From The Thousand Lakes“-Zeiten erinnert. Wenn man diese Jungs zu dieser Zeit geliebt hat, dann wird man auch diesen Song mögen. Ein absolut fantastisches Teil.

Dieses Album ist so schön. So schön düster, so schön melancholisch, so schön finnisch-metallisch, so schön in allem. Und dies alles erst mit der Debutscheibe. Das hat mich mächtig beeindruckt.

Fazit: Ein ungemein ausgereiftes, wunderschönes Album ohne jegliche Kitschanflüge. Dark The Suns liefern uns hier eine Debutscheibe, die jedem Sentenced und Finnland Melodic Dark Metal-Fan allerwärmstens ans Herz gelegt sei.

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