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Dark Suns: Existence

Beim nächsten Besuch im Plattenladen unbedingt zuschlagen
Wertung: 9/10
Genre: Dark Progressive Metal
Spielzeit: 77:54
Release: 21.02.2006
Label: Prophecy Productions

Viel Lob gab es schon 2002 für das zweite Album “Swanlike” der Leipziger von Dark Suns. Dies kam z.B. von solch angesehenen Musikern wie Opeth-Sänger Mikael Akerfeldt oder aber von der deutschen Presse. Der kommerzielle Durchbruch gelang der Band mit ihrem Progressive Death Metal aber leider nicht und somit bleibt zu hoffen, dass sich dies mit der Veröffentlichung ihres dritten Albums “Existence” ändert. Zu wünschen wäre es ihnen, denn das Album ist wirklich stark, auch wenn es seine kleinen Schwachstellen hat.

Bemerkenswert ist vor allem die musikalische Entwicklung der Band, denn die Death Metal-Parts der Vorgängeralben sind mittlerweile vollkommen verschwunden und weichen den klaren Vocals von Sänger und Drummer Niko Knappe. Ihre Progressivität allerdings haben sie nicht verloren und durch vermehrt auftretende Synthesizer und Samples ergänzt, welche dem Album eine bedrückende und emotionale Atmosphäre verleihen. Aufgrund dessen erinnert das Album etwas an Bands wie Opeth, Anathema, Tool oder A Perfect Circle und ähnlich wie bei diesen braucht auch “Existence” seine Zeit bis es letztlich endgültig zünden will. Aber es lohnt sich, die Band auf ihrer Reise durch die emotionale Welt einer zerbrechlichen Existenz zu begleiten.

Diese Reise beginnt mit dem atmosphärischen Intro “Zero”, welches den Hörer in die eben beschriebene Thematik des Albums einführt und wie eine Zustandsbeschreibung des Protagonisten wirkt, bis mit “A Slumbering Portrait” der erste gewaltige Gefühlsausbruch erklingt. Die Stärke dieses Songs liegt eindeutig in dem unheimlich intensiven Gesang und dem grandiosen Refrain, der eindeutig den Höhepunkt des Songs darstellt. Mit “The Euphoric Sense” folgt darauf der beste und härteste Song auf “Existence”. Dieser ist unheimlich ergreifend und es gelingt ihm, wie keinem zweiten auf dem Album, die Gefühle des Protagonisten zu transportieren. Ähnlich gefühlsbetont ist auch “Her And The Element”, auch wenn dieser Song, vor allem aufgrund des nicht ganz so starken Refrains, nicht an den Vorgänger herankommt. Weiterhin begleitet man die beschriebene Existenz auf ihrem Weg der Selbstfindung durch einen wunderschönen Tagtraum (“Daydream”), welcher einen gelungenen Kontrast zu den vorherigen Songs darstellt. Allerdings verweilt man nicht lange in dieser erschaffenen Idylle, aus welcher man, mit dem gelungenen und mit vielen Taktwechseln gespickten Song “Anemone” langsam herausgezerrt wird. Ähnlich schön wie “Daydream” ist auch “Gently Bleeding”, welches den Hörer auf das große Finale, in Form der beiden überlangen Songs “Patterns Of Oblivion” und “One Endless Childish Day”, einstimmt. Mit diesen beiden sehr komplexen und genialen Songs, bei welchen, trotz einer Länge von jeweils über 10 Minuten, zu keiner Zeit auch nur ein Fünkchen Langweile aufkommt, endet die Reise mit der Selbstaufgabe des Protagonisten.

Doch leider kann “Existence” nicht ganz von negativer Kritik verschont werden, denn das Album hat auch seine Schwächen. Eine Schwachstelle ist die Produktion des Albums, welche ruhig ein wenig differenzierter und druckvoller hätte ausfallen können. Eine weitere ist die etwas zu kurz kommende Abwechslung. Zwar sind manche Songs in sich sehr facettenreich, wie die beiden finalen Songs, doch besonders im Mittelteil des Albums fällt auf, dass sich manche Motive und Gesangsmelodien doch sehr ähnlich sind, was dazu führt das z.B. “You, A Phantom Still” leider von den übrigen Songs etwas abfällt. Der enorm positive Gesamteindruck aber bleibt trotz dieser Defizite natürlich erhalten, denn was Dark Suns mit “Existence” zeigen, ist wirklich bemerkenswert und oftmals atemberaubend. Fans der angesprochenen Bands und Freunde von emotionaler Musik, welche bereit sind, sich mit viel Aufmerksamkeit dieser intensiven Platte zu nähern, sollten keine Zeit verlieren und beim nächsten Besuch im Plattenladen unbedingt zuschlagen.

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