Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Dark Sensation: Trendkill

Durchschlagendes "Debüt" oder eher "Deja-Vu"?
Wertung: 7.5/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 41:59
Release: 28.11.2009
Label: Ultimhate Records

Dark Sensation, eine Thrash-Metal-Band aus Belgien, die bereits mit Kataklysm, Behemoth und Vader gespielt hat, veröffentlicht mit „Trendkill“ ihr erstes Album und legt mit der Scheibe auch gleich kräftig los. Aber vorher zieht noch etwas ganz anderes die Aufmerksamkeit auf sich:

„Trendkill“? Dieses Wort, das im Englischen eigentlich nicht existiert, dürfte einigen Fans des derben Metalls recht bekannt vorkommen. Gab es da nicht mal ein Album von Pantera mit dem Titel „Great Southern Trendkill“? Ja genau, ganz richtig, und ein Blick auf das nächstbeste Bandfoto von Dark Sensation erhärtet den Verdacht: Pantera-Fan-Shirts. Es scheint also, dass der Titel des Albums nicht von ungefähr kommt. Als erster Eindruck, bevor man überhaupt eine Note von Dark Sensation gehört hat, ist dieser Titel doch sehr irritierend. Aber dabei bleibt es nicht. Schon während des ersten Liedes klopft eine zweite Assoziation an die Vordertür unseres Gehirns: Hatesphere! Obwohl es sich laut CD-Druck weder um Pantera noch um Hatesphere handelt, wird man das Gefühl nicht los, dass man das Album schon mal gehört hat. Wen wundert es da, dass Dark Sensation selbst unter anderem diese beide Bands als große Einflüsse aufführt.

Aber schlecht getan haben diese Einflüsse eigentlich nicht, denn was „Trendkill“ zu bieten hat, ist durchaus erwähnenswert: Schneller, stampfender, doch trotzdem sehr sauber gespielter Thrash Metal, der nicht nur sehr energetisch ist, sondern auch sehr viel Wut und Selbstbewusstsein vermittelt. Sehr dominierend sind dabei die Drums. Bandgründer Jonas Sanders übernimmt dabei die Sticks und treibt sein Gefährt damit sehr raffiniert und präzise zu Höchstleistungen an. Ein weiteres Herzstück nehmen die stakkato-haften Gitarren-Riffs des zweiten Bandgründers (Christophe Sturbois) ein, die ziemlich fetzen und die Musik von Dark Sensation enorm vorantreiben. Besonders für einen Erstling wirkt die CD überaus professionell routiniert. Das Album kreiert einen durchgängigen Mosh-Pit, der genug Power bietet, dass kein Bein still stehen wird. Einziger Ausreißer des Albums ist der Song „We Are Our Own Gods“, der mit seinem kurzen Hörspiel-Intro aufhorchen lässt und das darauf folgende Geschmetter genauso kreativ wie dramatisch einläutet.

Und obwohl auch Sänger Bruno Giannoccaro nicht mit überzeugenden Screams geizt, beweist die Band mit ihrem „Interlude“, dass sie es auch rein instrumental so drauf hat, dass es keiner weiteren Ausschmückung bedarf.

Im Grunde gibt es an diesem Album nichts zu meckern, nur eins stört dann letztendlich doch. Bis zum Schluss wird man das Gefühl nicht los, dass man Hatesphere hört und nichts anderes.

Die Songs wirken erfahren und perfekt abgestimmt, aber für ein erstes Album irgendwie zu perfekt. Dabei soll der Band nicht abgesprochen werden, dass es sich durchaus auch einfach um ein seltenes Talent und Fingerspitzengefühl handeln kann. Man wird aber einfach das Gefühl nicht los, dass sie nicht ganz sie selbst sind und es wirft die Frage auf, ob die Schatten der Bands, von denen sie sich beeinflussen lassen, auch nicht einfach als Windschatten dienen. Letztendlich muss Dark Sensation, egal wie gut die Musik umgesetzt ist, eine Eigenständigkeit abgesprochen werden und folgende Frage bleibt nach einem zufrieden durchgemoshten Album leider im Raum stehen: Wer sind Dark Sensation wirklich?

comments powered by Disqus

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna