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Dark Reflexions: Beyond Obscurity

Okay für Headbanger und Mosher, aber insgesamt zu leidenschaftslos
Wertung: 6.5/10
Genre: Metalcore
Spielzeit: 43:41
Release: 20.11.2010
Label: Silent Noise Records

Wenn ein Plattenlabel eine neu gesignte Band als „Hopefulls“ bezeichnet, kann man sich zweierlei dazu denken – erstens: Sämtliche andere Bands des Labels sind inzwischen zu alt/versoffen/ausgelutscht, um noch großartig Geld einzubringen, deswegen muss frisches Blut her, oder zweitens: Der Sound der neuen Combo ist so innovativ/außergewöhnlich/schwer nachvollziehbar, dass sie auf jeden Fall Aufmerksamkeit erregen. Ersteres kann im Falle von Silent Noise Records schon mal abgehakt werden, findet sich auf deren Homepage neben den besagten „Hopefulls“ Dark Reflexions doch nur eine einzige weitere Band, und auch die zweite Option ist, sagen wir mal, hochgegriffen. So innovativ und außergewöhnlich ist der Sound der Vorarlberger nämlich beileibe nicht, vielmehr wird hier auf technisch guten, klassischen Metalcore gesetzt. 

Die Bandbesetzung lässt nichts Ungewöhnliches erkennen, auch hier hat man sich klassisch ausgerichtet – zwei Gitarren, ein Bass, ein Schlagwerker, ein Sänger. Ich bin ja immer Fan davon, Saiteninstrumente und Mikros zu trennen, weil Sänger sich dann generell besser auf ihr Handwerk zu konzentrieren scheinen – Vokalist Joachim liefert hier auch einen dementsprechend tighten Job, auch wenn die stimmliche Variabilität etwas zu kurz kommt; Geschrei in ein bis zwei Tonlagen, durchsetzt von gelegentlichen Growls hat man schon in so vielen Ausführungen gehört, dass man fast glaubt, man könnte es selbst mindestens genauso gut.

Insgesamt ist den fünf Österreichern aber ein solides Stück Musik gelungen: Angefangen vom manisch startenden „The Path Of The Weak“ mit seinem Breakdown-geschwängerten Sound und den wirklich guten Shouts, das sowohl für Nackenschmerzen als auch Moshpit-Action sorgen wird, über das viereinhalbminütige „Euthanasia“, das fast thrashige Gitarren mit einem beinahe schwarzmetallischen Grundton verbindet, bis zu „Darkened Skies“, das mit ruhigen Gitarren eingeleitet wird, um dann mit einem gewissen Old School-Touch in den Saiten etwas schwerfällig loszulegen – bei keinem der Songs kann man groß meckern. Ein bisschen Leidenschaft fehlt aber, was umso verwunderlicher ist, da es sich bei „Beyond Obscurity“ um das Debütalbum der Band handelt und man noch meilenweit davon entfernt sein sollte, seinen Sound mit dieser gewissen Abgeklärtheit runterzuspielen.

Bei „Faceless“ treten die Herren überraschenderweise direkt zu Beginn ordentlich aufs Gas, nehmen zwar zwischendurch mal Tempo weg (was übrigens so gar nicht passen will), bleiben aber den ganzen Song über eigentlich recht rabiat, was ihnen ganz gut zu Gesicht steht. Joachim klingt allerdings immer mehr danach, als hätte er nicht so recht Bock auf das, was er da gerade macht – ob’s nur daran liegt, dass ich die Platte inzwischen ca. fünf Mal hintereinander gehört habe oder nicht, kann man nicht so genau sagen.

„Almost Dead“ lässt dann den Hardcore-Knüppel aus dem Sack, und endlich hat man ein bisschen stimmliche Abwechslung – es wird gekreischt, geshoutet, gegrowlt, ob nun zu Downtempo-Gitarren oder zu Blastbeats. Schöne Sache. Schade nur, dass die Platte gleich wieder rum ist, denn „Darkness, Quiet“ markiert schon die Zielgerade. Zwar können sich Benjamin und Pascal über die Gesamtlänge von sieben Minuten und zwölf Sekunden nicht so recht einig werden, in welcher Geschwindigkeit sie ihre Saiten malträtieren wollen, und dementsprechend bekommt auch ihr Sänger etwas Schwierigkeiten mit dem Rhythmus, aber immerhin verfolgt das Quintett hier probehalber einen experimentelleren Ansatz.

Fazit: Das große „Aber“ steht wie ein Ausrufezeichen im Raum. Klar sind Dark Reflexions noch eine junge Band, klar müssen sie ihren eigenen Stil erst finden, und von einem Debütalbum Glanzleistungen zu erwarten, war schon immer ein utopischer Gedanke, aber irgendwie findet sich auf dem kompletten Album ein leicht abgebrühtes Gefühl, das einem die Leidenschaft für Musik halbwegs vermiest. Vielleicht lässt sich diese Atmosphäre ja mit dem nächsten Output ausmerzen – bis hierhin müssen sich die Österreicher mit sechseinhalb Zählern zufrieden geben.

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