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Dark Forest: Dark Forest

Das Comeback der NWoBHM beginnt tatsächlich in der Heimat dieses Sounds
Wertung: 8/10
Genre: Heavy Metal
Spielzeit: 49:32
Release: 30.01.2009
Label: Northern Silence Productions

Die Idee, die NWoBHM wieder aufleben zu lassen und gleich im britischen Inselstaat neu zu installieren, scheint angesichts der nahezu ausgestorbenen Szene in England und drumherum fast schon paradox. Nichtsdestotrotz haben sich die Mannen von Dark Forest vor nunmehr bereits sieben Jahren dazu aufraffen können, der gähnenden Leere, die den äußersten Westen Europas in metallischer Hinsicht aufgefressen hat, etwas entgegenzusetzen und mit traditionellen Klängen wieder das alte Trademark aufleben zu lassen. Das selbst betitelte neue Album ist nach drei Demo-Releases nun das erste deutliche Lebenszeichen dieser intensiven Bemühungen – und es ist eines, auf das die Band definitiv bauen kann.

Dark Forest machen dabei überhaupt keinen Hehl aus ihren Einflüssen. Er Geist von Steve Harris und seiner Mannschaft schwebt überdeutlich über allen zehn Songs, gerade was die Melodieführung und die Arbeit an den Lead-Gitarren im Allgemeinen betrifft. Kaum eine Melodie, die in den vergangenen 25 Jahren nicht auch vom Flagschiff der Szene hätte geschrieben werden können, kaum ein Arrangement, welches den Liebhaber simplerer Maiden-Klänge nicht hätte frohlocken können. Dennoch schreiben und spielen Dark Forest keinen Heavy Metal von der Stange; hier und dort baut die Band gerne auch mal ein paar progressive Strukturen ein, die sich später dann entweder in erstklassigen Refrains entladen oder, wie beispielsweise in ‚Excalibur’, zu einem epischen Prachtwerk avancieren.

Den Vorsatz, gewaltige Hymnen zu schreiben und den Hörer zurück in die glorreiche Zeit des 80er-Stahls zu führen, haben sich die vier Musiker in wirklich jedem Song auf die Fahne geschrieben. Selbst der dezente Drang zu getragenen US-Metal-Elementen kann hier nicht unterdrückt werden und mixt sich wunderschön mit den NWoBHM-Inhalten, so dass die zehn Songs von „Dark Forest“ nicht selten an den Fundus solcher Bands wie Twisted Tower Dire und Cloven Hoof erinnern. Letzteres sollte im Übrigen auch nicht verwundern, denn Vokalist Christian Horton schwingt bei en Kollegen von Cloven Hoof parallel die Rhythmusgitarre.

Der einzige Schwachpunkt dieser Scheibe ist die etwas saftlose Produktion. Hier hat man sich zu stark von der Vergangenheit leiten lassen und den Bass sowie generell das rhythmische Fundament immer wieder unter den weit nach vorne gemischten Leads begraben. Etwas mehr Power im Rücken hätte der Platte nicht geschadet, selbst wenn das Ganze in der jetzigen Form einen unbestrittenen Charme besitzt. Aber zweifelsohne: Da hätte man noch etwas rausholen können.
Musikalisch hingegen ist „Dark Forest“ eines der wenigen Alben aus diesem Bereich, das im aktuellen Jahrzehnt den Brückenschlag zwischen zeitgemäßem und traditionellem Heavy Metal problemlos gemeistert hat. Und ganz nebenbei gibt es wohl nur wenige Bands, welche die Inspiration der Eisernen Jungfrau so gekonnt aufnimmt, ohne dabei zu kopieren. Ein dickes Kompliment daher an dieser Stelle – und die Empfehlung an alle Fans der New Wave of British Heavy Metal, diesen Jungs mal ganz flott ein Ohr zu leihen.

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