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Dan Patlansky: Dear Silence Thieves

Mit Bluesrock von 0 auf 100
Wertung: 7/10
Genre: Bluesrock
Spielzeit: 42:01
Release: 29.05.2015
Label: Caroline / Universal

Der südafrikanische Bluesrocker Dan Patlansky fliegt in Deutschland größtenteils noch unter dem Radar. Dabei stand er schon mit Größen wie Everlast oder Bruce "The Boss" Springsteen auf einer Bühne. Dies ist Grund genug, sich sein aktuelles Album „Dear Silence Thieves“ genauer anzuschauen, bevor der Gitarrenvirtuose ab Ende Mai 2016 für sechs Shows nach Deutschland kommt.

Das Album eröffnet seine 42 Minuten Spielzeit mit der groovigen Rocknummer „Backbite“. Der Opener kommt durch den treibenden Bass und die knackige Maingitarre sehr lässig daher. Eine Nummer, wie sie geeigneter nicht sein könnte, um im Sommer mit heruntergelassenem Fenster im Auto das Pedal auf den Boden zu drücken.

Diese Fahrtgeschwindigkeit hält jedoch nicht lange. Sie wird mit dem zweiten Song der Platte „Pop Collar Jockey“ bereits deutlich nach unten geschraubt. Der Song beginnt mit einer tiefen, an Country erinnernde Gitarrenmelodie, die von einem tiefen, knarrenden Bass unterstützt wird. Trotz des Wechsels von Gaspedal auf die Bremse macht der Song Spaß, da er diese langsame, getragene Atmosphäre durch eine tiefe, verhältnismäßig doomige Gitarre unterstreicht und über seine Gesangsstimme eine passende melodische Gitarrenspur legt.

Dieses On/Off-Schema wiederholt sich daraufhin mit Track drei und vier. So bekommt man mit „Fetch Your Spade“ eine solide Rocknummer, welche im Refrain kurz die Härte der Strophe herausnimmt, um sie einem dann mit voller Wucht um die Ohren zu hauen. Neben einem schönen rauchigen Gesang bekommt man auch hier Gitarren-Elemente, die es in sich haben. Ganz anders ist hier der anschließende Track „Hold On“. In diesem Song setzt sich Patlansky mit nachdenklichen Zeilen wie „Tough road I've heard, See it in my beard, The only thing immortal is your name, Live life in the slow lane“ mit der  Vergänglichkeit des Lebens auseinander. Untermalt ist das Ganze mit
zurückhaltender Instrumentalisierung, am prägnantesten sticht das Schlagzeug hervor.

Auch im weiteren Verlauf setzt der Bluesrocker dieses Muster weiter fort. Es folgt die Nummer „Taking Chances“, welche so auch aus der Feder von Tito & Tarantula stammen könnte – schließt man die Augen, hat man das Gefühl, man sitzt im Titty Twister in „From Dusk Till Dawn“. Eine jaulende Gitarre, welche in den Strophen nur Akzente setzt und durch einen treibenden Bluesbass unterstützt wird - eine überragende Rock'n'Roll-Nummer. Der Song beschreibt die verschwindend geringen Chancen, bei einer bestimmten Frau zu landen.   Dies geschieht in einem immer wiederkehrenden Reimschema, welches sowohl gut gesungen, als auch lyrisch sehr unterhaltsam ist.

Daran anschließend wird das Auto jedoch wieder in eine akustische Zone 30 runter gebremst. Es folgt die verträumte Ballade „Windmills And The Sea“, welche es schafft, innerhalb von wenigen Sekunden beim Hörer eine gesunde Menge an Fernweh zu erzeugen. Dabei braucht das Trio auch hier wieder nicht viel: eine Akkustikgitarre, einen untermalenden Bass und ein Schlagzeug, das passende Akzente setzt. Es folgt eine Wiederaufnahme des Songs „Only An Ocean (Reprise)“, welches bereits auf seinem Album „Real“ aus dem Jahre 2006 zu hören war. Dieses Mal kommt der Song jedoch etwas flotter daher, dennoch verliert er dabei nicht seinen Blues-Charakter. Jedoch wird hier erstmals das zuvor beschriebene Schema aufgebrochen, da die Nummer trotz ihres Mid-Tempos doch eher ruhigerer Natur ist. Es schließt sich eine weitere langsame Ballade an. „Your War“ ist dabei sehr düster: ein melodisches, aber   getragenes Gitarrenintro, langsamer Schlagzeugbeat, ein verzweifelt und nachdenklich wirkender Gesang, der in einem vollen und tiefen Refrain gipfelt.

Mit „Feels Like Home“ kehrt jedoch der Kontrast wieder zurück. Der Song ist schlichtweg funky, behält sich dabei jedoch sein Rock'n'Roll-Flair. Wer hier nicht anfängt, sich im Rhythmus zu bewegen, dem ist nicht mehr zu helfen. Gekrönt wird das Ganze durch einen kleinen Gitarren-Battle, der sich in der zweiten Minute des Songs abspielt. Das Album schließt mit einer letzten feinen
Ballade namens „Madison Lane“, welche den Hörer aus dem Album mit einem wohligen Feel-Good Track entlässt.

Dan Patlansky schafft mit seinem siebten Studio-Album einen interessanten Mix herzustellen. So findet sich auf diesem Album eine Mischung zwischen antreibenden Bluesrock-Nummern und ruhigen Balladen. Während die schnellen Nummern stets eine gute Figur abliefern, fällt so mancher langsame Track  hinter genialen Songs wie „Hold On“ und „Windmills And The Sea“ zurück. Die musikalische Inszenierung des Albums lebt von Dan Patlanskys markanter, rauchiger Stimme und dessen Gitarrenspiel, welches eine unterhaltsame Synthese aus auf den Punkt gebrachter Einfachheit und wahnsinniger Gitarrentechnik   erschafft. Für Fans solcher Leistungen an  der Gitarre oder für Freunde von Sounds allá Tito & Tarantula oder Stevie Ray Vaughan ist dieses Album ein Muss. Die Scheibe gehört im Sommer definitiv ins Handschuhfach: Ellenbogen raus!

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