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Damnation Defaced: Beyond The Pale

Das Potential wurde verschenkt
Wertung: 6/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 56:37
Release: 12.11.2010
Label: SAOL / H'Art / Zebralution

Eine Demoscheibe namens „Blade Upon Your Throat“, eine in Eigenregie entstandene EP mit dem Titel „Resurrection Stillborn – The Blackest Halo“ und jede Menge Liveauftritte – unter anderem beim Metalcamp 2008, beim Wacken Metal Battle im selben Jahr und als Support der großen Vader – stehen bei den Norddeutschen Damnation Defaced bereits zu Buche, es war im Prinzip also nur eine Frage der Zeit, wann sie einen Labeldeal einsacken würden.

Die angesprochene EP, die Anfang 2009 erschienen war, konnte sich streckenweise auch durchaus hören lassen, handwerkliches Niveau und zu einem überwiegenden Teil auch das Songwriting wussten zu überzeugen, zudem konnte man mit einer für Eigenregie-Verhältnisse amtlichen Produktion aufwarten. Lediglich einige etwas zu Göteborg-mäßige Passagen wirkten etwas austauschbar und der Gesang war doch ein ziemliches Ärgernis, da er von Frontmann Philipp Bischoff äußerst schwachbrüstig, unakzentuiert und gleichförmig vorgetragen wurde.

Was hat sich, seitdem die Combo einen Plattenvertrag unterschrieben hat, nun im Hause Damnation Defaced geändert? Nun, musikalisch zeigt man sich auf der ersten Full-length, die „Beyond The Pale“ betitelt wurde, tatsächlich etwas weiter entwickelt, das Bemühen, progressiver und abwechslungsreicher zu klingen ist klar erkennbar, ebenso wie der Versuch, sich noch eindeutiger vom Göteborg-Sound zu distanzieren, was angesichts der drölfzig Todesbleigruppen, die diesen Stil mittlerweile kopieren, natürlich verständlich ist und eigentlich auch von Anfang an das Ziel der Band war. Es gibt deutlich mehr cleane Einsprengsel und überraschende, dennoch nachvollziehbar gesetzte melodische Wendungen, die sich mit den Blastbeat-Sequenzen insgesamt einigermaßen gut vertragen. Der Opener „The Beast Must Die“ zeigt bereits die zwei Gesichter, welche die Formation zunächst gut unter einen Hut zu bringen vermag: Das Ganze beginnt recht ruppig und mit Headbang-kompatiblem Mainriff, um zum Ende hin wesentlich entspannter mit einem hörenswerten, sehr melodischen Gitarrensolo auszuklingen, ohne dass man sich an diesem Wechsel stören würde.

„Despised Angel“ kann mit einem ebenfalls sehr ordentlichen Mainriff punkten, enthält Melodien mit Wiedererkennungswert in der Leadgitarre und besitzt durch die coolen Breaks mit leicht schrägen Akkorden ein gewisses progressives Feeling. Sehr nett auch der perkussive, leichtfüßige Part in der Mitte von „Saintanist“, die kurzen Interludien „Dawn“ (akustisch) und „Serpent’s Seal“ (regelrecht meditativ), welche zwischen den Death-Metal-Krachern etwas durchschnaufen lassen, und das finale elfminütige „They Sow The Wind And Reap The Storm“ hat eine Menge zu bieten. Dummerweise verliert sich das Album in seiner Gesamtheit betrachtet in der zweiten Hälfte allerdings in der kompositorischen Bedeutungslosigkeit: Der Titeltrack wirkt bemüht, „Disgraced“ läuft irgendwie wieder in die Göteborg-Falle, und „King Of Greed“ und „Dream Shifter“ langweilen schlichtweg.

Vielleicht ist es aber auch die unverständlich dünne Produktion, die einen zu diesem Schluss kommen und die Scheibe einfach mit jeder Minute öder erscheinen lässt. Wie kann es sein, dass eine zuvor in Eigenregie aufgenommene EP besser klingt als das bei einem Label erschienene Debütalbum? Also, irgendetwas stimmt da nach meiner Rechnung nicht... Man kann nur hoffen, dass die Jungs live wirklich keine Gefangenen machen, wie in der Info behauptet, denn durch den mauen Sound kommt die Mucke auf Dauer einfach zahnlos herüber. Ein weiteres Problem ist außerdem Sänger Philipp Bischoff, der immer noch an Bord ist und die Tracks weiterhin auf unerträglichste Art und Weise zergrölt. Wo hier die angespriesene Abwechslung sein soll, erschließt sich mir keineswegs. Der Typ ist so was von schwach auf der Brust und textunverständlich und geht einem besonders mit den langgezogenen Schreien unheimlich auf die Eier. Diese Band hat echt viel Potential und technisches Vermögen, es ist sehr schade, dass der schwache Frontmann und die lahme Produktion alle positiven Eindrücke derart verwischen. Hier wäre viel mehr drin gewesen als nur durchschnittliche sechs Punkte.

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