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Dagon: Terraphobic

Wie eine hilflose Jolle auf rauer See
Wertung: 4/10
Genre: Thrash Metal, Death Metal
Spielzeit: 52:43
Release: 21.04.2009
Label: Bombwork Records

Aus Michigan stammen Dagon, die mit „Terraphobic“ nach ihrer EP „Secrets Of The Deep“ und ihrer ersten Full Length-Scheibe „Paranormal Ichthyology“ aus dem Jahre 2006 bereits ihre dritte Veröffentlichung am Start haben. 

Wie nennt man es, wenn das Gehörte eine Mischung aus solch bekannten Bands wie Dark Tranquillity, Iron Maiden, Hypocrisy und gar Slayer sein soll? Zum einen kommt einem das Prädikat „wild zusammengewürfelt“ in den Sinn, zum anderen beschleicht einen das Gefühl, dass hier gehörig hoch gestapelt wurde. Bei Dagon wird fröhlich drauflos gemixt: Man hört Elemente des Thrash, des melodischen Schwedentods, Elemente aus dem Bereich des Core und auch gar Halford-gleiche Vocals haben Einzug gefunden auf diesem Longplayer, doch der Reihe nach.

Es ist schade, aber schon eingangs des ersten Songs „Cut To The Heart“ bekommt man widersprüchliche Eindrücke: Am Anfang nervt das seltsam klingende Schlagzeug schon erheblich, aber umso mehr wissen die einerseits tiefen Growls und die andererseits hohen Screams schon sehr zu gefallen. 

Im Rhythmus des Thrash ankert „Demons In The Dark“, wo sich auch wieder die gegensätzlichen Vocals in den Vordergrund spielen. Das 80er-Jahre Gitarrensolo inklusive gut durchscheinendem Bass passt irgendwie nicht ganz in den Kontext, denn ansonsten geht es eher Amon Amarth-mäßig und Schwedentod-like zur Sache. So viele verschiedene Eindrücke in einem Song können manchmal schon zuviel des Guten sein.

Es ist irgendwie seltsam, denn beim Titeltrack „Terraphobic“ legen die Jungs wieder einmal eine Kursänderung an den Tag: Hier geht es mit Volldampf Richtung Melodic Death Metal und der Refrain wird bestens durch den variierenden Gesang präsentiert. Das Stück sorgt zwar nicht für zügellose Begeisterungsstürme, hier weist der Kompass aber auf jeden Fall schon mal in die richtige Richtung.  

Mit “Wave Of Predation” tun die Jungs wieder mal etwas für die Geschwindigkeit, die nämlich ein Stückweit forciert wird. Sogar das Gitarrensolo zwischendurch erstrahlt pfeilschnell. Unpassend, wie ich finde, sind allerdings diese quietschenden Klänge. 
Bei dem Midtempo-Stampfer “To The Drums We Rise” gefällt das Mainriff sowie die Spielereien an den Drums und – not to forget – das Wechselspiel von Growls und Screams. Ob allerdings der Einsatz des Subbasses hier gerechtfertigt ist, wage ich zu bezweifeln, denn auch dieses Instrument kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Stück doch eher mittelprächtig spannend ausgefallen ist. 

So, jetzt wollen wir aber Action, denn das folgende Stück heißt schließlich „Full Speed Ahead“. Und ja, es scheint so, als würden die Jungs Wort halten, denn tempotechnisch geht es für die sonstigen Verhältnisse des Longplayers recht flott vonstatten, die Melodieführung kann punkten und die Screams im Refrain sowieso. Aber was ist das? Es hätte alles so schön sein können, aber warum pappen die Jungs einen core-typischen Moshpart in das Teil? 

Und wieder finden sich beim folgenden „Into The North“ mehr als deutliche Schwedentod- und Thrash-Anleihen wieder. Klingt alles recht gefällig, aber mit etwas großartig Innovativem oder etwas, das den Hörer sonst wie aufhorchen lässt, halten die Jungs weiterhin hinter dem Berg oder sagen wir besser: hinter dem nächsten Wellenbrecher. Gefallen gefunden hat die Band jedenfalls mit dem Element des Subbasses, der hier wieder einmal zum Einsatz kommt, ob er nun in den Gesamtkontext passt oder auch nicht. Großartig Bahnbrechendes bieten dann auch die nachfolgenden Songs nicht mehr. 

Zum Schluss fällt man bei „Ocean Metal“ kurz vor Toresschluss fast doch noch über die Reling, denn hier gibt es Halford-typische Vocals. Zu Beginn des Songs ahnt man noch nichts Schlimmes, doch ab kurz vor Minute vier des Songs geht es hemmungslos in die Vollen. Die Jungs haben Glück, dass sie das erst zum Schluss der CD präsentieren, denn wäre mir dieser Gesang schon früher um die Ohren geknallt worden, hätte ich das Teil ganz schnell wieder aus dem CD-Player entfernt. Ob die Band damit einen Bezug zu den Sirenen aufbauen will, die durch ihren betörenden Gesang die vorbeifahrenden Schiffer anlockten, um sie zu töten, bleibt im Dunkeln. Fakt ist, dass sie dies bei mir fast geschafft haben. Schrecklich.

Fazit: Moderne Jollen haben viel eingebauten Auftrieb, so dass die Jolle auch bei einer Kenterung nicht untergeht, also unsinkbar ist. Ob das Boot Dagon allerdings mit der Art von Mucke nicht in der Flut der Veröffentlichungen untergehen wird, ferner in der Fahrrinne bleibt oder doch wie eine kleine, unscheinbare Jolle bei schwerer See kentert, wird nur die Zeit zeigen.

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