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Dagoba: Post Mortem Nihil Est

Interessante Mixtur
Wertung: 9/10
Genre: Industrial Melodic-/ Death-Metal
Spielzeit: 50:53
Release: 14.06.2013
Label: earMUSIC/ Edel

Nach ihrem vierten, recht erfolgreichen Album "Poseidon" vor drei Jahren konnten Dagoba bereits etliche Lorbeeren einheimsen. Mit In Flames und Sepultura tourten sie mittlerweile quer durch Europa und durften sich damit sicherlich schon eine zahlreiche Fanschar erspielen. Nun stehen die Franzosen mit ihrem Werk "Post Mortem Nihil Est" - was so viel bedeutet wie: "Nach dem Tod kommt das Nichts" - in den Startlöchern.

Nur ein kurzer Eingang im Klassik-Gewand inklusive Tenören, Piano Et cetera und schon schnalzen die vier Herren dem Hörer einen fetten industrialgetränkten Death-Metal-Batzen um die Ohren. Der Einzug ist geglückt und leitet erst mal in moderne, heftige Gefilde über. Wummernd verzerrter Bass in der Basis treibt grollend mit dem übrigen Saiten- und Schlagwerk mal böse mal etwas friedlicher in der Spur. Diese Fraktion wird getoppt mit einem absolut variantenreichen Gesang von heftigen, wütenden mehrspurigen Shouts geprägt und mit vielstimmigen klaren Gesängen vertieft und getragen. Der cleane Bereich präsentiert sich einmalig und absolut sauber und kräftig. Fronter Shawter überzeugt durch gewaltigen, mehrheitlich brutal heftigen Ausdruck und verleiht dem Geschehen eine exzellente Note. Unterlegt wird das Schauspiel zum Teil durch orientalisch, theatralisch sanfte Melodien.

Bei den deftigen Industrialpassagen fühlt man sich bisweilen an Größen wie Fear Factory oder Strapping Young Lad erinnert. Ein apokalyptisches Flair, zum Teil untermalt mit dezent eingesetzten, aber sehr wirkungsvollen Samples, verbreitet sich von Mal zu Mal und unterzeichnet damit stimmungsgerecht den Titel "Nach dem Tod kommt das Nichts". An mancher Stelle greifen - jedoch lediglich richtungsweisend - Riffs und Sounds aus dem bekannten Machine Head-Lager. Das kommt hier vielleicht nicht von ungefähr, da sich der ehemalige Gitarrist der besagten Helden, Herr Logan Mader, für diese übrigens absolut meisterhafte Produktion verantwortlich zeichnet. Aufgenommen wurde das grandiose Epos in Los Angeles.

Bezüglich Abwechslungsreichtum dürfte hier ebenfalls niemand meckern. Rollende, brechende, treibende Parts, tolle zackige Riffs bis hin zu ruhigen Akustikmomenten sind vertreten. Sogar der Gothic-Sektor wird von Zeit zu Zeit ansprechend unter Einsatz von Streichern oder Pianoklängen angekratzt.

In Titel Nummer vier "Yes, We Die" fühlt man sich schon mal an den Gesangsstil von End Of Green erinnert. Verspielt melancholische Gitarren-Melodien, partiell eingestreut verzweifelte und auch rockige Momente fügen sich äußerst stilvoll und homogen in das interessante, teils fesselnde Schauspiel ein. Voluminöse Chöre, ein ultra fetter Groove garniert mit apokalyptischen Sounds lassen diesen Song vielleicht zu einem der herausragendsten der genannten Anspieltipps krönen.

Auf Platz sieben des Longplayers gesellt sich "The Great Wonder" und gestaltet sich eher eingängig mit einem gewissen Mitsingfaktor, welcher live ziemlich gut einschlagen könnte. Zum Ende hin wird das mehrheitlich hohe Niveau zwar etwas heruntergefahren, allerdings gelingt ein optimaler Abschluss mit "By The Sword", welcher einerseits rasend durch energiegeladene Blastbeats und auf der anderen Seite recht schwungvoll daherkommt. Ein kleiner Einschlag aus dem Pagan-Bereich darf zudem auch noch mit von der entzückenden Partie sein.

"Post Mortem Nihil Est" zeigt sich auch nach mehrfachem Durchlauf immer noch äußerst interessant und vermeldet dadurch kaum Einbußen. Das Aufmerksamkeit erregende Coverartwork stammt übrigens vom renommierten Künstler Seth Siro Anton, welcher bereits für Klassiker wie Paradise Lost, Kamelot oder Moonspell sein künstlerisches Talent zeigte. Wer sich nunmehr unter einer absolut homogenen und originellen Mixtur aus Industrial-/ Melodic-/ Death-Metal, einer Prise Metalcore mit Gothic-Anleihen und in Verbindung mit den bereits genannten Bands etwas vorstellen kann und mag, darf hier bedenkenlos zugreifen.

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