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D.A.D.: Scare Yourself

Erneut sauber produzierte, glasklare und bodenständige Rocksongs
Wertung: 7/10
Genre: Melodic Hard Rock
Spielzeit: 41:53
Release: 26.05.2006
Label: Noise Records

Fein! Fein! Da sind sie also wieder zu Werke, die alten Haudegen aus Dänemark: D.A.D. gehören seit mittlerweile über 20 Jahren zu den Top Acts und festen Größen der melodischen Rock-Szene weltweit und werden auch heuer nicht müde, ihrer Spielfreude freien Lauf zu lassen. Zu den bekanntesten und beliebtesten Longplayern des Quartetts um Jasper Binzer, zählt nicht unbegründet das ´89er Meisterwerk “No Fuel Left For The Pilgrims“, welches insbesondere durch seine (zumindest für die 80er Jahre) verhältnismäßig innovative Musikbalance und ausgefeiltes Songwriting zu begeistern wusste.

Ein Grund also, weswegen sich die Band über all die nachfolgenden Jahre jene Devise besonders verinnerlichte, die da lautet: „Schuster, bleib bei deinen Leisten...“. Soll heißen, dass D.A.D. auch im 21. Jahrhundert nicht müde werden, ihren klassischen Hardrock Sound (gewürzt mit viel lyrischem Humor, Zynismus und Partylaune) zu zelebrieren. Ergo, kann man jetzt schon verraten, dass auch vorliegendes “Scare Yourself“ Album alles andere als eine „Back To The Roots“ – Platte ist. Wie denn auch, wenn man all die Jahre lang sich selbst und seinem Musikstil nahezu unverändert treu blieb?

Oder um etwas genauer zu werden: “Scare Yourself“ klingt wie eine Mischung aus den Hardrock-Helden Thin Lizzy und AC/DC, versetzt mit einem kleinen (aber feinen) Schuss an Alternative- und Post-Punk Anleihen. Dennoch ist der eigenständige Wiedererkennungswert von D.A.D. niemals verloren gegangen und man macht eben das, was man schon all die Dekaden zuvor am besten konnte: Nämlich rocken bis der Arzt kommt! Interessant dürfte hier vor allem die Information sein, dass D.A.D. auf “Scare Yourself“ einen kleinen „Tabubruch“ vornahmen und die ansonsten immer enthaltene (da fast schon obligatorische) Ballade dieses Mal nicht auf dem fertigen Album an zu finden ist (wieso und warum ist leider nicht bekannt). Dafür aber umso mehr, was den Produktionsablauf von “Scare Yourself“ anbelangt. Hier hat die Combo es sich nämlich auch erneut nicht nehmen lassen, das Album nahezu im Alleingang zu produzieren. Dennoch holte man sich eine kreative Verstärkung in Form von Henryk Lipp (Millencolin, Sator) und Michael Ilbert (The Cardigans, Roxette) ans heimische Mischpult, was der Sache durchaus neue Impulse verlieh.

So dann bietet bereits der erste Hördurchlauf eine wirklich nette und eindrucksvolle Werkschau der skandinavischen Vollblut-Musiker: “Lawrence Of Suburbia“ glänzt mit seiner eingängigen Hookline im Refrain und einem herrlich zynischen Songtext. Nicht viel anders verhält es sich auch bei den nun folgenden Tracks, wobei besonders beim Titelsong “Scare Yourself“ das wütende Gekeife (an Stelle der obligatorisch-eingängigen Gesangslinien) hervorzuheben ist. Auch ist “Camping In Scandinavia“ hierbei die pure Selbstironie und besticht - wie auch schon die Songs davor - durch seinen wirklich eindrucksvollen Ohrwurmcharakter.

Nun haben wir allerdings auch bereits die Hälfte der Setliste erreicht und es stellt sich leider doch genau das ein, was man bereits im Vorfeld befürchtet hatte: Die kreative Inspiration und Spritzigkeit beginnt ab der zweiten Albumhälfte doch recht deutlich zu schwinden. Was nun nicht heißt, dass die Songs schlechter würden (nein! nein!). Aber man merkt eben schon, dass das nun folgende Musikmaterial irgendwie schon so klingt, als hätte man es anderswo bereits in ähnlicher Form, Art und Weise vernommen.

Aber sei es drum: “Scare Yourself“ erfindet das melodische Hardrock Genre bestimmt nicht neu, was in diesem Falle aber auch nicht weiter schlimm und somit verzeihlich ist, da das „Danish Dynamite“ Aufgebot von D.A.D. erneut sauber produzierte, glasklare und bodenständige Rocksongs an den Start bringen, die sicherlich nicht nur ihre Fangemeinde dankend in Empfang nehmen. “Scare Yourself“ rockt, auch wenn sich die leichtfüßige und innovative Spielkultur nicht ganz bis zum Ende durchsetzten kann.

Im Übrigen enthält jene internationale Version noch den versöhnlichen Abschluss-Bonustrack “You Filled My Head“ (welcher nun doch endlich mal balladenartig daherkommt!) und den offiziellen Videoclip zum Titeltrack “Scare Yourself“.

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