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D'Espairs Ray: Mirror

Ausgeglichener und gereifter
Wertung: 9/10
Genre: Visual Kei J-Rock Metal
Spielzeit: 61:37
Release: 22.06.2007
Label: Gan Shin Records

Nach ihrem überragendem Debütalbum “Coll:Set“ erscheint nun ebenfalls auf Gan-Shin Records der zweite Streich der Überflieger von D´espairsRay. “Mirror“ nennt sich das neue Werk der jungen Japaner und kann in seiner Gesamtheit ebenfalls wieder vollkommen überzeugen...

Während “Coll:Set“ seinerzeit von einer Art „futurischen Zerstörungswut“ dominiert wurde (und sich dies auch in entsprechend aufrüttelnden Soundcollagen aus New- und asiatischem Crossover-Metal niederschlug), spielt “Mirror“ hingegen in einer leicht abgewandelten Liga. Nicht mehr eine durchgehende „Düsterästhetik“ herrscht auf “Mirror“ vor, sondern eher ein extravaganter Spagat aus bekömmlichen Harmonien und rhythmisch-krachenden Metal-Exponaten.

Ihrer japanischen Landessprache weiterhin nahezu durchgehend treu geblieben (es gibt lediglich immer nur vereinzelte Textphrasen in englischer Sprache zu hören), zelebrieren Hizumi, Kargu, Zero und Tsukasa dieses Mal einen relativ breit gefächerten Feldzug ihres musikalischen Könnens. “Mirror“ ist von daher als eine musikalische Weiterentwicklung zu betrachten, die aber dennoch ihre nihilistische Herkunft nicht verleugnet...

Schon die ersten drei Titel “Damned“, “Trickster“ und der titelgebende “Mirror“ obliegen einem gekonnten Zwischenspiel aus der rohen Härte des Metalcores und warmen - sofort eindringlichen - Melodien des traditionellen J-Rocks. Ebenso sind Hizumi´s Gesangsdarbietungen nun viel variabler wahrzunehmen: Neben ihrer ureigenen (fast schon hypnotischen) Aura spielt Hizumi seine gesanglichen Facetten hier erstmals vollkommen aus... So gelingt es ihm beispielsweise hier auf eindrucksvolle Weise, innerhalb kürzester Zeit von keifenden Gesangslinien auf klassische Rock n´ Roll - Shouts umzuschalten. Ein absoluter Hochgenuß! Unterlegt von der jeweils ebenfalls abwechslungsreichen Instrumentalisierung (mal rau, mal temporeich und dann wieder ganz in sich ruhend), offenbart “Mirror“ entsprechend viele Entwicklungsmöglichkeiten und Feinheiten.

Eine dieser Feinheiten ist beispielsweise auch die nun stärkere Verwendung von Synthesizern. Deren Geräusche und Klänge in Songs wie “Sixtyoonine“ und “Kogoeru Yoru Ni Saita Hana“, gänzlich neue Impulse freisetzen und so nun sehr Industrial-like anmuten... Durch diesen „simplen“ Effekt wirken die entsprechenden Titel auch ungewohnt tanzbar und bodenständig. Dennoch bergen sie nach wie vor eine gewisse „Grundaggressivität“ in sich und bahnen sich so ihren Weg tief in die Synapsen ihrer Hörer.

Auch scheuen D´espairsRay dieses Mal nicht davor, die ein oder anderen Pop-Rock Attribute mit einzubinden. “Squall“ und “Hollow“ sind hierbei solch interessante Beispiele von „Pop trifft Metal“. “Screen“ stellt als Zentrum des Albums das ruhigste Stück Musik auf “Mirror“ dar. Schade nur, dass dieser Song bei weitem nicht so tief berührt wie das wehklagende und kongeniale “Hai To Ame“ auf dem Erstling “Coll:Set“.

“Close To Ideal“ ist durch seine schroffe Härte (vermengt mit hymnischen Chorpassagen) ebenfalls positiv hervorzuheben. “Kaleidoscope“ setzt auf puren und frischen Rock n´ Roll - Charakter, bevor auf dem Bonustrack “Desert“ zum allerletzten Mal nochmals dem garstigen Metal-Crossover Respekt gezollt wird.

Fazit: Nachdem sich Dir en Grey mit ihrem aktuellen Gesamtwerk “The Marrow of a Bone“ sichtlich selbst ein Bein gestellt haben (zuviel dumpfer Lärm, ohne wirklich innovative Ideen und Strukturen), konnten D´espairsRay mit “Mirror“ glücklicherweise diesem Trend entgegenwirken.

Nicht nur, dass “Mirror“ in sich als Einheit sehr gut funktioniert, es geht auch neue Wege und bleibt sich dennoch weitestgehend treu. Sicherlich ist “Mirror“ nicht mehr so apokalyptisch und endzeitlich angehaucht wie einst “Coll:Set“, aber das hat es auch wirklich nicht nötig.

Natürlich ist “Mirror“ inhaltlich auch weiterhin mehr der „verführerischen Nacht“ als dem „(pseudo-)entlarvenden Tageslicht“ zugewandt. Aber dennoch wirken Frontmann Hizumi und Band im Jahre 2007 viel ausgeglichener und gereifter. Sie sind eben mit sich und ihrer Arbeit gewachsen... Und das ist auch verdammt gut so!

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