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D'AccorD: Helike

Ein Album der Marke "Da ist mehr drin!"
Wertung: 6/10
Genre: Progressive Rock
Spielzeit: 44:17
Release: 09.09.2011
Label: Karisma Records / Soulfood

Retrorock ist zur Zeit ja schwer angesagt; ob nun GraveyardBlood CeremonyThe Devil's Blood oder The Answer – sie mögen zwar einen unterschiedlichen musikalischen Background besitzen, haben aber allesamt gemeinsam, dass sie inmitten des Loudness-War-Wahnsinns und überproduziertem digitalisiertem Schrott wieder den Spirit alter Rockheroen in die jetzige Zeit transferieren. Auch im Prog-Rock-Bereich gibt es da durchaus die eine oder andere Siebziger-beeinflusste Perle – bestes Beispiel hierfür sind wohl die großartigen Beardfish aus Schweden. 

Und auch bei deren norwegischen Nachbarn von D'AccorD ist alter Siebziger-Prog schwer angesagt: Die in der Info aufgeführten Einflüsse Genesis, Jethro Tull, King Crimson und Pink Floyd sind in der Tat deutlich herauszuhören und auch diese gewisse Kauzigkeit, die gerade Gruppen wie (alten) Genesis und Jethro Tull oder auch Gentle Giant anheim wohnt, hat das Quintett aus dem Land der Fjorde – ähnlich wie Beardfish – in seinen Sound mit einbezogen. 

Dafür sorgt schon allein die Stimme von Mastermind Daniel Maage, der neben den Vocals diverse Instrumente bedient. Technisch ist das nichts Dolles und besonders kraftvoll singt der Herr auch nicht, besitzt aber zweifelsfrei eine sehr eigene Note, weswegen die Combo trotz oben genannter Vorbilder nicht total uneigenständig daherkommt. Trotzdem ist die Mikro-Performance auf jeden Fall Geschmackssache; wenn Maage nach fünf Minuten im zweiten Track „fire – raining down from the sky (…) the sky, it’s falling down“ zum Besten gibt und versucht, der Dramatik des Textes und der Musik gerecht zu werden, darf man das als lächerlich empfinden, weil ihm für solcherlei Parts dann eben doch Power und Charisma fehlen. 

Auffällig ist natürlich außerdem, dass „Helike“, der Nachfolger des im Jahre 2009 veröffentlichten selbstbetitelten Debüts, lediglich zwei Tracks beinhaltet, die beide 20 beziehungsweise 23 Minuten lang sind. Wie bei Prog-Bands bekanntermaßen nicht unüblich, handelt es sich um ein Konzeptalbum – eines, bei dem es sich um die wirkliche Stadt Atlantis dreht, wie ausdrücklich betont wird. Tatsächlich war Helike eine antike griechische Stadt, die um 373 v.Chr. von einem Erdbeben und einer anschließenden Flutwelle zerstört wurde und von deren Untergang man annimmt, dass er wesentlich zum Atlantis-Mythos beigetragen hat.

Es ist ja schon sehr ambitioniert, wenn eine Band sich bereits auf ihrem zweiten Album an ein Konzeptwerk wagt, noch dazu mit solchen Mammutkompositionen, doch nicht selten kommt ein solches Vorhaben einfach zu früh. Auch im Fall von D'AccorD ist man eher zwiegespalten. Diese Combo besteht aus talentierten Musikern, keine Frage, wie einige nette und überraschende Ideen beweisen: Ein paar Gitarrensoli sind durchaus hörenswert, der Einsatz von Querflöte und Blechbläsern ist gekonnt (sehr cool ist vor allem das majestätische Bläser-Thema, welches die Platte ausklingen lässt). Auch die Keyboardstimmen wurden sorgsam und mit Bedacht ausgewählt und eingesetzt. 

Und doch zeigt sich über die komplette Distanz der Scheibe, dass da noch einiges an Luft nach oben ist. Komischerweise klingen andere Gitarrenpassagen nämlich ziemlich hölzern gespielt (das Gestümpere um die achte Minute im zweiten Stück geht mal gar nicht) und obwohl das Bemühen um Struktur, Abwechslung und Dynamik in den beiden überlangen Tracks erkennbar ist und spannende Sequenzen vorhanden sind, glückt es den Norwegern nicht, den Hörer über die gesamte Dreiviertelstunde bei der Stange zu halten. Dazu ist insgesamt doch zu viel Stückwerk vorhanden. 

Auch der Sound ist arg dünn geraten. Klar, das mag immer noch sympathischer sein als eingangs erwähntes Herumeditieren und bei einer kleineren Band wie D'AccorD, die wohl kaum ein großes Budget zur Verfügung gehabt haben dürfte, erwartet man auch keine Wunderdinge. Andererseits wirkt die Angelegenheit dadurch auch sehr naiv; bei solch komplexen Kompositionen, in denen zahlreiche verschiedene Instrumente erklingen, wäre etwas mehr Wums wünschenswert gewesen. Es ist ein Album mit guten Ansätzen, insgesamt aber noch recht unausgegoren; um das Niveau einer Truppe wie Beardfish zu erreichen – um bei dem Vergleich zu bleiben –, ist noch einiges an Arbeit zu verrichten. 

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