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Cypecore: The Alliance

Cypecore zementieren ihren Status als Rhein-Neckar-Dampfwalze
Wertung: 8,5/10
Genre: Melodic Death Metal
Spielzeit: 57:03
Release: 16.02.2018
Label: Vaultroom Records

Wir schreiben das Jahr 2133, die Welt ist am Ende, die Menschheit nur noch ein Schatten ihrer selbst… wem dieser Start bekannt vorkommt, der ist entweder ein glühender Science-Ficition-Enthusiast oder kennt sich gut mit der aktuellen Rhein-Neckar-Metalszene aus, denn die Jungs von Cypecore verbreiten mittlerweile nicht nur dort ihre Endzeitstimmung, gekleidet in melodischen Death Metal und Rüstungen mit showtauglichen Lichteffekten.

Knapp zwei Jahre ist es gerade erst her, dass die Herrschaften ihren Sänger Attila durch Dominic ersetzten und gleich mit dem Einstand „Identify“ die Herzen und Heimanlagen der Metalfans stürmten; hier bei The-Pit.de kam es zu granatenstarken neun von zehn Punkten, Songs wie der absolute Kracher „Where The World Makes Sense“ oder das Fear Factory huldigende „Saints Of Zion“ rotieren noch heute in der persönlichen Playlist und machen es den neuen Stücken sicherlich schwer, ein würdiges Erbe anzutreten.

„The Alliance“ heißt das Neuwerk, das apokalyptische Gedankenspiel wird konsequent weitergeführt, da sorgt schon das Funksprech-Intro für pure Gänsehaut: „To all survivors: If you can hear this, there is hope…“ – scheinbar haben sich also Überlebende gefunden, um die musikalische Endzeit zu zelebrieren. Und das klappt auch mit dem neuen Album erstaunlich gut.

Was noch zu Beginn der letzten Scheibe etwas sauer aufstieß, nämlich der vermehrte Klargesang, wird hier logisch weitergeführt und integriert sich besser und besser in die Songs. „Dreamsmasher“ ist da mit seinem klaren Refrain ein ebenso schönes Beispiel wie das vorangestellte „Dissatisfactory“, das mit einem Kirchenorgelintro erst mal kurz Ängste schürt, bevor Cypecore-typisch nach vorne geballert wird.

Überhaupt scheinen Cypecore ordentlich Herzblut in die klaren Refrains zu packen, „Reject The Stream“ beinhaltet da nämlich gleich wieder eine solche Perle, versteckt zwischen grantigem Gebrüll und flottem Drumming. Wem das Ganze noch zu gemächlich daherkommt, der kann sich bei „Remembrance“ an einigen Doublebass-Passagen erfreuen, nur die verzerrten Flüster-Vocals nehmen wieder Drive raus und hätten nicht unbedingt sein müssen. Wesentlich straighter knüppelt da schon wieder „The Voice Of Conviction“ voran, vor allem die etwas hysterische Gitarre kann vollends überzeugen.

Sicherlich härtester Track der Platte ist dann das kompromisslos hingerotzte „Leviathan“, das zwar auch wieder einen gewissen Melodiebogen im Refrain spannen kann, die restliche Zeit aber aus allen Rohren feuert und damit recht ungewöhnlich für Bandverhältnisse ist – steht den Jungs aber gut und kann man sicherlich öfter mal einflechten. Insgesamt machen die Baden-Württemberger aber eigentlich alles richtig: Große Melodien wechseln sich ab mit Auf-die-Fresse-Geballer, Sänger Dominic ist sowieso Gold wert und das Konzept der Apocalypse wirkt schön gruselig und trotz Maskierung keineswegs zum Schmunzeln. Wer die Möglichkeit und das Kleingeld hat, sollte sich nicht nur unbedingt mit den Scheibchen der Jungs eindecken, sondern auch unverzüglich die Livedates checken und sich auf den Weg machen.

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