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Cultdreams: Things That Hurt

Unter neuem Namen mit neuem Potential
Wertung: 8/10
Genre: (Post-)Punk, Indie Rock, Shoegaze
Spielzeit: 36:00
Release: 16.08.2019
Label: Big Scary Monsters

Ein bisschen irritierend war der Namenswechsel von Kamikaze Girls zu Cultdreams ja doch und schürte Ängste von verwässert-verträumtem Poppunk. Tatsächlich scheint das Duo, bestehend aus Sängerin und Gitarristin Lucinda Livingstone und Drummer Conor Dawson, ihren Sound eher krachiger und kantiger gestaltet zu haben – was durchaus am Inhalt der aktuellen Platte „Things That Hurt“ liegen könnte, aber vielleicht auch als Gegenpart zum flauschigen Bandnamen gesehen werden kann. So oder so, „Things That Hurt“ schlägt in eine durchaus andere Kerbe als der etwas zahnlose 2017er Vorgänger „Seafoam“.

Dabei hat auch „Things That Hurt“ ein paar Längen zu verzeichnen: Nicht immer kommt der etwas schräge Gesang der Frontlady gut an, gerade Tracks wie das langsame „Statement“ mit seinen leicht nöligen Vocals gehört dann eher zu den Stücken, die man nicht unbedingt im vierten oder fünften Durchlauf anhören möchte; im krassen Kontrast dazu steht das mit überraschend düsteren Riffs versehene „Repent, Regress“, bei dem sogar im Refrain einige Ausraster erlaubt sind und das eine beinah schon doomig-metallische Stimmung verströmt.

Aber nicht erst gegen Ende nehmen Cultdreams Fahrt auf, auch der eigentlich recht sphärisch startende Opener „Born An Underdog“ tippt im Verlauf immer wieder ein bisschen auf‘s Gas, verströmt dabei aber mit seinen schwurbeligen Gitarren keine Hektik, sondern eine sehr heimelige Wohlfühlstimmung, die einen wunderbaren Einstand in „Things That Hurt“ abgibt. Auch das folgende „Not My Generation“ weiß durchweg zu überzeugen, wenn auch hier ein deutlich punkigerer Weg eingeschlagen wird. Bei „Flowers On The Grave“ gehen die beiden Musiker sogar noch einen Schritt weiter und wagen sich gar in Shoegaze-/Post-Punk-Gefilde, was tatsächlich die Art Musik ist, die Cultdreams am besten zu Gesicht steht.

Die rohe Angepisstheit, die schon bei „Seafoam“ noch unter dem Kamikaze-Banner positiv auffiel und zum Pogen und Tanzen animierte, hat auf „Things That Hurt“ gottlob einen deutlich großzügigeren Platz eingeräumt bekommen und kann sich auf den meisten Songs richtig schön entfalten. Dass auch hier ein oder zwei Schläfer wie „Statement“ dabei sind, lässt sich auf fast 40 Minuten Spielzeit leider nicht immer vermeiden, das Gros der Spielzeit kann man sich aber über ambitionierten Punk und Shoegaze freuen, der nicht wie viele andere Genrekollegen nur musikalisch punkten kann, sondern durch Lucindas persönliche und auch politisch gefärbte Texte immer wieder auch zum Nachdenken anregt. Wo Kamikaze Girls beinah in den Untiefen der Musiksammlung versumpft wären, können Cultdreams sich einen ziemlich guten Platz in den vorderen Rängen ergattern. Hoffentlich bleibt das Duo dem eingeschlagenen Weg treu.

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