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Ctulu: Seelenspiegelsplitter

Es besteht Wiedererkennungswert
Wertung: 7,5/10
Genre: Extreme Metal, Black Metal
Spielzeit: 64:02
Release: 11.04.2013
Label: Nocturnal Empire Productions

Ctulu aus Delmenhorst hat das Schicksal vieler Bands ereilt: Das Line-Up-Karussell dreht sich bei den Niedersachsen schon seit der Gründung vor mittlerweile neun Jahren fröhlich im Kreis und hat einige unbesetzte Posten hinterlassen, die immer mal wieder temporär aufgefüllt werden konnten. Ganz frappierend ist das Fehlen eines Sängers zum Release der aktuellen dritten Scheibe „Seelenspiegelsplitter“ – allerdings wusste die mittlerweile als Quartett auftretende Truppe sich zu helfen: Die Vocals sind der Einfachheit halber mittlerweile zwischen den beiden Gitarristen Mathias und Arne aufgeteilt. Ob das dann qualitativ mit der letzten Scheibe „Sarkomand“ mithalten kann, die bei uns immerhin 8,5 Punkte einsackte, muss gar nicht hinterfragt werden, schließlich haben sich die beiden schon vor ein paar Jahren den Posten geteilt, als gerade mal wieder Not am Mann war.

Mittlerweile mit einem Livebassisten, aber ohne Drummer stellen sich Ctulu mit ihrem „Seastorming Extreme Metal“ also wieder der Hörerschaft. Auf „Seelenspiegelsplitter“ herrscht allerdings eine durchweg etwas nachdenklichere, fast melancholische Atmosphäre als noch auf dem Vorgängeralbum. Die Platte als „ruhiger“ zu bezeichnen, wäre aber zu hoch gegriffen: Schon der Opener „Seelenbrand“ prescht mit 200 Sachen vorwärts, auf den Schreien liegt der vertraute, genau richtig dosierte Hall und die beiden Herren an den Gitarren liefern sich wilde Saitenduelle, ohne dabei in das immer wieder befürchtete Geschredder zu verfallen. Stattdessen kommt die Melodie wie auch beim Vorgänger nicht zu kurz – in diesem Fall zwar recht simpel, aber durchaus wirkungsvoll.

Das Klavierstück „Durch Sturmbruch Corridore“ zeigt dann die klassischere Seite der Truppe, schon das etwas seltsam betitelte „Bleichenblass“ blastet dann aber wieder aus allen Rohren. „Tornasuk“ hingegen bremst den Albumfluss mit seiner halben Minuten Schweigen und dem nur allmählich aus dem Arsch kommenden Stück leider etwas aus. Hidden Tracks nerven ja an sich schon genug, wenn man die ewig lange Stille vorspulen muss, aber mitten im Album will man so etwas erst recht nicht haben.

Die besten Stücke haben sich Ctulu aber augenscheinlich für das Ende der Platte aufgehoben: „Tiara aus 10 Phobien“ verstört durch den Titel und überzeugt durch eine einprägsame Leadgitarre und klaren, ruhigen Gesang, der zwar nicht immer lupenrein ist, aber dafür ein ganz besonderes Feeling vermittelt. Im Refrain wird dann wieder auf schwarzmetallisches Gekeife umgestiegen – eine wunderbare Kombination, dazu noch die Melodien. Ein super Track!

Das finale „Serenadenhallen“  bedarf eigentlich nicht mehr vieler Worte. Auch hier dauert der Anlauf ein wenig, dann überzeugt der Song aber durch ebenso ohrwurmige Gitarren wie „Tiara aus 10 Phobien“, mit dem Unterschied, dass hier ordentlich aufs Gaspedal gedrückt wird.

Fazit: Nicht ganz so ausgeglichen wie „Sarkomand“ bietet „Seelenspiegelsplitter“ trotzdem genug Futter für Metalfans. Mathias und Arne machen in ihrer jeweiligen Doppelrolle eine sehr gute Figur, die Songarrangements halten an einem roten Faden fest und – und das ist das Wichtigste – man erkennt die Band an sich schon beim ersten Track. 7,5 Punkte gibt es an dieser Stelle.

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