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Ctulu: Freie Geister

Black-Metal-Partyvariante
Wertung: 4/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 33:55
Release: 02.05.2008
Label: Northfire Records

Black Metal ist Krieg, Black Metal ist tot, Black Metal ist Kindergeburtstag. Das sind nur einige Auffassungen dieser extremen Spielart des Schwermetalls, welche oft mit Misanthropie, Satanismus oder Okkultismus kokettiert. Brannten in den 90ern noch Kirchen in Norwegen, so ist heutzutage eine vermehrte Annäherung an den Allgemeingeschmack der Massen, Pseudo-Brutalität und Möchtegern-Philosophie zu bemerken. Nur wenige Bands schaffen es dieser Tage noch, ein gewisses Maß an Glaubwürdigkeit oder Innovation darzubieten. Ctulu gehören keineswegs dazu.

Trotzdem scheint auch dieser unbeholfene und uninspirierte Schwarzmetall seine Liebhaber zu finden. Die erste wie auch die zweite Demo sind restlos ausverkauft. Dem will die Delmenhorster Band jetzt abhelfen und hat sich bei Northfire Records eingenistet, um dort ihre zweite Demo „Freie Geister“ wiederveröffentlichen zu lassen. Klischeehafte Aufmachung, 34 Minuten auf acht Songs verteilt und gewöhnungsbedürftiger Sound – soviel zu den Fakten.

Ganz im Gegenteil zu Lovecraft, dessen Werken der Bandname offensichtlich entlehnt ist, schafft das Quartett es zu kaum einen Zeitpunkt, eine wirklich unheimliche oder gar bedrohliche Stimmung zu erzeugen. Man rumpelt fröhlich-wild drauflos und schert sich um keinerlei Atmosphäre. Der Groove steht bei „Schatten“ noch eindeutig im Vordergrund. Das thematisch fremd anmutende „Donars Lied“ offenbart einige nette High-Speed-Riffs, aber auch viel getragene Langeweile. Der Titelsong beginnt mit allseits bekannten „Ia Ia Cthulhu Fhtagn!“-Chören, um dann in einen rumpeligen Black'n'Roll-Song überzugehen. Anschließend ziehen „Pandemonium“ und „Knochenkerker“ beide recht schnell vorbei, ohne größere Eindrücke zu hinterlassen, wobei letzterer noch einige nette Riffs vorzuweisen hat, die allerdings gnadenlos vom Gesang zerstört werden. „Im Nebel“ präsentiert sich als uninspirierter Mid-Tempo Black Metal, wohingegen „Lichtbringer“ wieder etwas mehr knallt und groovt. Beendet wird die 34 Minuten lange Scheibe dann von dem Song „Nemesis“, der sogar etwas Majestätisches an sich hat.

Hört man genau hin, so vernimmt man einen sehr blechernen Klang. Der Gesang scheint ungünstig verzerrt oder einfach nur so hyperaktiv-rotzig vorgetragen, dass es der Musik nicht dienlich ist. Knüppelsalven an der Schießbude kommen zwar recht präzise daher, aber an der Abstimmung von Bass zu Becken sollte noch ein wenig gefeilt werden. Die Saiteninstrumente bretzeln eigentlich einen ziemlich fettes Gesamtwerk zusammen.

Fazit: Weder schaffen Ctulu es großartig Gänsehaut zu erzeugen, noch offenbaren sie in irgendeiner Weise neue Erkenntnisse. Nichtsdestotrotz wirken Ctulu wie eine Partyvariante von Black Metal. So paradox es klingen mag, aber der schwarze Stahl der Delemenhorster Bande kommt mit einer Portion Groove und einer Prise Thrash daher, macht daher sogar bedingt Spaß beim Zuhören. Abzüge in der B-Note gibt es für den kleinen aber feinen Stilbruch, die Gleichförmigkeit der Songs, die nicht aufkommen wollende Atmosphäre und den teilweise peinlichen Sound.

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