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Crystal Viper: Legends

Ein Fest für den traditionellen Heavy Metal
Wertung: 9/10
Genre: True Heavy Metal
Spielzeit: 47:08
Release: 22.10.2010
Label: AFM Records

Die polnischen Crystal Viper melden sich mit ihrem dritten Studio-Longplayer zurück. Nach zwei Alben hatte man dieses Jahr mit einem Livealbum überrascht, bei dem aber nur gut die Hälfte live war. Unter anderem gab es schon mal einen Song des hier nun endlich vorliegendem Albums. Seit 2003 gibt es die Combo schon, aber erst ab 2007 beglückt die Band die stetig wachsende Fangemeinde mit offiziellen Veröffentlichungen. Aber widmen wir uns dem aktuellen „Legends“-Output.

„The Truth“ bereitet den Hörer durch seine Erzählung auf die Geschichte des Albums vor. Das wird dann auch in bester Metal-Manier mit galoppierendem Takt und herrlichen Gitarren eröffnet. Unwillkürlich kommt dem Hörer auf Grund der beschwingten Melodieführung die Piraten-Legende Running Wild in den Kopf. Hinzu gesellt sich noch ein wenig Warlock, wobei ich mir nicht ganz sicher bin, ob dies nicht hauptsächlich wegen des weiblichen Gesangs ist. Das macht von der ersten Sekunde an Spaß und sorgt für kräftiges Headbangen und Mitgrölen, so wie es sich gehört.

„Blood Of The Heroes“ wird dann zusätzlich noch von Mat Sinner (Primal Fear, Sinner) unterstützt. Jawohl, dieser Piratencharme des ehemaligen Flagschiffs aus Deutschland schwingt immer deutlich mit, ohne dass es sich wie abgekupfert anhört. Aber diese eingängigen Mitgrölparts und die messerscharfen Gitarrenattacken von Frontfrau Marta Gabriel und Klampfer Andy Wave sorgen schon für viel Freude und Wärme in des Headbangers Herz. Wer da still sitzen bleiben kann, hat wohl weniger mit Metal zu tun.

„Green Is Blind“ ist der Song, der auch schon auf dem Livealbum vertreten war. Ein Video dazu ist auch schon seit langer Zeit online. Ob es nun ein Zufall ist, dass dies eine der eher langsamen Kompositionen der Band ist, bleibt unbeantwortet. Insgesamt kann der Song auch nicht ganz mit den beiden Vorgängern mithalten, ich hoffe einfach mal, dass die schon besprochenen Songs neueren Datums sind und sich somit die songwriterische Entwicklung dokumentieren lässt.

„Sydonia Bork“ beginnt mit einem leider emuliertem Klavier. Schade, denn ein echtes hätte hier deutlich mehr Feeling verströmen können als es das Keyboard schon tut. Dazu der ein wenig anklagende Gesang von uns Marta. Zur Hölle, wer hier eine dünne hohe Piepsstimme erwartet, lebt in einer anderen Dimension. Hier wird nicht gefiepst oder in höchsten Tönen schwadroniert. Dafür ist Marta viel zu bodenständig und sorgt in tieferen Tönen für Gänsehaut. Klasse Song, wenn sich das Klavier nur nicht so emuliert anhören würde. Erst zum Mittelteilsolo dürfen dann die Gitarren wieder ihre Dominanz ausspielen. Es würde mich mal wirklich interessieren, wie dieser Song in der polnischen Muttersprache der Band klingen würde. Zwar ist die Sprache nicht unbedingt so harmonisch, aber ich glaube, das wäre eine coole Sache.

„Goddess Of Death“ wartet wieder einmal mit toller Gitarrenmelodie auf und wird dann trotzdem von dem einfordernden Organ der Sängerin beherrscht. Eine tolle Mischung, die da zusammengebraut wurde. Zwar ist das Tempo auch wieder reduziert, aber Laune macht der Titel trotzdem.

Vom Bremspedal steigt die Truppe dann wieder bei „Night Of The Sin“. Jawohl, das kratzt und beißt in den Ohren. Die Fans der Fraktion „Attacke“ werden zwar nicht auf Herz und Nieren geprüft, sollten aber dennoch zufrieden gestellt sein. Der gelungen inszenierte Refrain wird live wohl aus hunderten Kehlen mitgegrölt.

„Secret Of The Black Water“ beinhaltet deutlich mehr Pathos. Ein starker Bass von Tom Woryna wird von solidem Drumming des Schlagwerkers Golem begleitet. Irgendwie schwingt hier auch ein wenig Manowar-Feeling mit. Daher stellt sich die Frage, ob nicht vielleicht doch Rhino (ex-Manowar) hier an der Schießbude gesessen hat, denn er wird zumindest als Gastmusiker aufgeführt. Und wenn wir sowieso gerade bei den Gastmusikern sind, dann sollte man natürlich auch Stefan Kaufmann (U.D.O., ex-Accept) und Sven D’Anna & Dano Boland (Wizard) benennen.

„A Man Of Stone“ packt dann zur großen Überraschung noch eine gehörige Prise Melodic Metal mit ins Boot. Klingt absolut nicht schlecht, aber ich denke nicht, dass das das beste Genre für die Polen ist. Das klingt zwar beileibe nicht schlecht, aber ein rotzig frecher Dampfhammer wäre mir da lieber gewesen.

„Black Leviathan“ vermittelt dann zu Beginn sogar einen Hauch von Iron Maiden. In Seeräubermanier wird dann aber wieder Gas gegeben. Alle Fans des traditionellen Heavy Metals werden entzückt sein. Der Schädel fliegt vor und zurück. Ein Fest für die Nackenmuskulatur. Ein sehr guter Abschluss unter einem sehr guten Album.

Den  Bonustrack „TV War“ gibt es nur auf der First Edition der CD. Hätte für mich nicht unbedingt sein müssen, da der Track auch schon im Original von Accept nicht gerade zu meinen Favoriten gehört. Im Crystal Viper-Design lässt sich der Titel aber auch gut hören.  Die Verbundenheit mit ihren Vorbilder hat die Band aber auch schon mit diversen Beiträgen zu Tribute-Alben für Bands wie Cirith Ungol, W.A.S.P., Manilla Road, Angel Witch, Warlock, Running Wild und Virgin Steele bestätigt. Wenn die Polen auf diesem hohen Niveau bleiben, dann darf sich die ein oder andere Band inzwischen geschmeichelt fühlen.

Fazit: Man kann sich wirklich freuen, dass AFM sich der Band angenommen hat, so sollte dem Durchbruch nicht viel im Wege stehen. Dieser Enthusiasmus und die unbändige Entschlossenheit kann man zu jedem Zeitpunkt hören. Die Band bringt frischen Wind in die Szene, trotz aller Ähnlichkeiten zu alten Heroes. Toll, wenn immer wieder recht unverhofft solche Granaten zu Tage befördert werden.

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