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Crystal Viper: Crimen Excepta

Nicht immer originell, aber trotzdem authentisch
Wertung: 7,5/10
Genre: Heavy Metal
Spielzeit: 51:35
Release: 27.04.2012
Label: AFM Records

Wo Crystal Viper draufsteht, da ist auch echter Metal drin, voll und ganz den Achtzigern verschrieben, ein Börsenöffner für alle Traditionalisten und KIT- oder HOA-JüngerInnen. Das auch in Polen die NWOBHM-Phase vor allem mit dem Schlachtschiff Iron Maiden für reichlich Inspiration sorgte, dürfte mittlerweile beim vierten Studiolongplayer aus dem Hause Crystal Viper nicht mehr für die große Überraschung sorgen. So kann man sich natürlich auf der einen Seite ärgern, dass die Kattowitzer es verpasst haben, ihrem „Crimen Excepta“-Heavy Metal etwas mehr Eigenständigkeit verpasst zu haben, auf der anderen Seite aber hat auch wiederum der traditionelle Stahl noch immer Hochkonjunktur und es ist doch immer wieder ein schönes Gefühl, genau zu wissen, was einen da erwartet.

Für Old-Schooler sei daher angemerkt, doch lieber zur Vinylvariante zu greifen, haben Crystal Viper mit dem Song „Night Of The Demon“ eben jenen Helden Demon gehuldigt. Natürlich, die Qual der Wahl bleibt bestehen, denn rein aus Marketinggründen ist es doch ein schlauer Schachzug, der CD-Version mit „Tyrani Piekiel“ („Tyrants Of Hell“) einen weiteren und anderen Bonustrack zuzuschanzen, der im Original von ihren Landsmännern Vader auf deren allerersten Demo „Live In Decay“ von 1986 zu finden ist.

Und mit genau diesem letzten Coversong wird in die Tiefenbetrachtung eingestiegen, denn die Polen scheppern schon stark losgelöst von ihrem NWOBHM-Korsett und verändern das Original in eine schnell aggressive, aber trotzdem unverkennbare Crystal-Viper-Adaption, wobei das herrliche Gesangsduell von Marty und Vader-Piotr positiv hervorzuheben ist und selbst Fans der alten Schule keine Schwierigkeiten haben dürften. Wo Crystal Viper allerdings ihre Wurzeln sehen, wird glatt schon beim Opener „Witch’s Mark“ deutlich. Allein das Eröffnungsriff erinnert mehr als deutlich an die Maiden-Frühphase irgendwo zwischen „Killers“ und „Powerslave“, mit „The Spell Of Death“ bestätigen sie eindeutig den Jungfrauen-Eindruck, wildern hier aber eher in „Powerslave“-Gewässern.

Einen kleinen Traum erfüllen sich die Polen dann noch selbst beim Titeltrack „Crimen Excepta“, welcher zuerst mit einer King Diamond-ähnlichen Einleitung um Aufmerksamkeit ringt, denn hier haben sie sich doch Hell-David ins Studio gezerrt, der dann zum höllischen, ebenfalls maidenlastigen Geriffe ins Refrainduell einsteigt. Bei dem getragenen Stampfer „Medicus Animarum“ kommen ein paar Saxon-Einflüsse zur Geltung, das speedige „It’s Your Omen“ punktet mit gelungenen Orgeleinlagen.

Auch wenn an allen Ecken und Enden die guten alten Maiden fast dauerhaft präsent sind, so schaffen es Crystal Viper, doch noch die Kurve zu einem authentischen Album zu bekommen, wie aus einer Zeit, als Röhrenverstärker, das Wichsen der Lederkluft und das eigenständige Patchesnähen auf die Kutte noch zum guten Ton gehörten. Und auch wenn „Crimen Excepta“ ein Konzeptalbum ist, so stehen die Songs durchaus für sich und sind nicht zwingend in der vorgegeben Reihenfolge zu hören. Fans traditionellen Stahls finden in dieser Scheibe einmal mehr einen Kaufgrund, wer sich mit Maidensounds nicht anfreunden kann, lässt hier eh die Finger von. Da kann dann auch nicht mehr das stimmige Albumartwork von Chris Moyen nicht weiterhelfen, rundet aber das positive Erscheinungsbild der Platte ab.

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